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VEB Spezialbekleidung

Genaueres über diesen ehemaligen VEB lässt sich kaum heraus finden.
Also müssen wir uns mit den Eindrücken vor Ort begnügen und daraus Rückschlüsse ziehen. Der Name des VEB fand sich auf einer Nähmaschine als Inventaraufkleber. Auch die vielen Nähmaschinen und Geräte für die Textilbearbeitung lassen auf eine Bekleidungsfirma schließen. Aber was machen die vielen kleinen Puppen hier?
Das waren bekannte DDR Produkte. Wurden hier die Puppenkleider genäht?
Außerdem gab es Bottiche die zum Färben gedient haben könnten.
Ein Feuer hat große Teile der Hallen einstürzen lassen, so das sich die Natur hier schon allmählich das Areal zurück holt.

Haus des Hundezüchters

Selten habe ich mich so unwohl gefühlt in einem Lost Place.
Dieses Haus liegt inmitten eines Waldes, nur ein schmaler Pfad führt dort hin. Hier lebte bis zu seinem Tod ein Mann, zurückgezogen mit seinen Hunden.
Die Einrichtung ist schon sehr skurril. Im Untergeschoss lebten die Hunde und oben, nur über eine schmale Treppe zu erreichen der Wohnbereich des Mannes.
Er hatte eine große Menge an elektronischen Geräten, wie Videorecorder, HiFi Komponenten oder Keyboards. Dazu eine umfangreiche Videosammlung und viele Bücher. Alles in Regalen an den Wänden archiviert, geblieben sind dann nur noch schmale Durchgänge. Mittlerweile ist das Haus schon durchgewühlt worden und bestimmt wurden auch schon einige Sachen entwendet. Früher gab es hier wohl auch Tierpräparate die der Mann anfertigte.

Rheumaklinik

Viel historisches lässt sich hier leider nicht in Erfahrung bringen. Die Berichte beginnen erst mit dem Ende dieser Rheumaklinik, das war vor rund 20 Jahren. Zuerst tauchte das Haus in Versteigerungen auf, Einbrecher kamen und stahlen das letzte wertvolle, dann wieder wurde der Umbau zu Wohnungen geplant. Passiert ist bis heute nichts.
Am Ende konnten wir noch in Erfahrung bringen das das Haus zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaut wurde. Es wurden hier schon immer im Pflegetätigkeiten wahr genommen. Nach der Wende erfolgte dann eine zeitgemäße Modernisierung bis es dann um die Jahrtausendwende geschlossen wurde.
Uns fehlte vor Ort doch noch der natürliche Verfall, das saubere Klinikgefühl war überall vorhanden.

 

VEB Glühbirne

Seit über 100 Jahren wurden hier traditionell Leuchtmittel hergestellt. Der VEB wurde dann nach dem 2. Weltkrieg in der DDR gegründet, zuvor gab es mehrere Besitzerwechsel. Die Eingliederung in einen großen Verband erfolgte dann 20 Jahre später.
Die Wende brachte dann die Eigenständigkeit hervor und es wurde hauptsächlich Schmuck aus Glas hergestellt. Wir fanden hier noch Reste von Weihnachtsbeleuchtung.
Aber vor rund 10 Jahren wurde hier die Produktion eingestellt. Jetzt hat der Teilabriss begonnen, einige Teile der Gebäude werden weiterhin von der Stadt genutzt.

Das Großraumbüro

Dieser Betriebsteil eines großen internationalen Unternehmens ist schon seit Jahren geschlossen.
Auf Grund von Umstrukturierungen zur Jahrtausendwende wurde dieser Standort zur Produktion von Glasfaserkabeln geschlossen.

Zu Beginn der 00er Jahre wurde das große Firmengelände inklusive aller Anlagen in einer Versteigerung angeboten. Ob es zu einem Verkauf kam wissen wir nicht. Jedenfalls sind heute die Hallen leer und der Abriss hat begonnen. Der hier gezeigte Büroteil war noch recht ansehnlich. Hier schlug früher einmal das Herz des Betriebes. Man spürt noch wie hier in den Großraumbüros und Meetingräumen Leben war. Heute sind die Scherben zusammengefegt und der Abrissbagger wartet.

Aber leichte Zweifel sind uns hier dann über den Stand der Arbeiten gekommen, es gab keine Maschinen auf dem Gelände, große Löcher klafften in den Wänden, teilweise fehlen schon Hallenteile. Wurde hier vielleicht der Abriss gestoppt? Das kann nur die Zeit zeigen, denn auch nach intensiver Recherche fanden wir darüber nichts heraus.

Die Internistenvilla

Diese große Villa steht nun seit über 10 Jahren leer. Sie beherbergte einmal eine kleine Privatpraxis eines Internisten. Es gab ein kleines Schwimmbad und der Wohnbereich war durchaus luxuriös gestaltet und eingerichtet. Aber warum wurde hier scheinbar alles stehen und liegen gelassen? Man kann den Arzt noch googeln, er praktiziert jetzt in einer anderen Stadt weit weg von hier.
Man nimmt doch seine Einrichtung und Unterlagen mit? Selbst vertrauliche Patientenakten stehen oder liegen hier noch. Denn mittlerweile sind schon einige Vandalen hier tätig geworden und haben fast alles schon mal in irgend einer Form bewegt.

Auf einem Tisch finden wir noch einen Darlehensantrag von 11 Mio. DM!!! Inklusive einer Ausweiskopie. Damit sollte ein medizinisches Zentrum finanziert werden, war das der Auslöser des Umzugs? Im Untergeschoss findet man noch Lebensmittel die nicht so alt sind, hat hier doch noch jemand nach Auszug des Arztes gelebt?

Sanatorium der Stille

Dieses Sanatorium ist jetzt schon über 100 Jahre alt und trägt den Namen seines Erbauers, ein Mediziner der hier Kuren anbot und inneres behandelte.
Ein paar Jahre nach der Eröffnung musste schon erweitert werden, weil die Nachfrage die Kapazität übertraf. Der Betrieb fand nur in den Sommermonaten statt.

Im 1. Weltkrieg wurde das Sanatorium als Lazarett der Reserve benannt. Die Nazis rissen sich dann das Haus durch Enteignung unter den Nagel und quartierten hier Flüchtlinge ein.

Danach wurde es treuhänderisch verwaltet, bis Mitte der 1950er Jahre eine Rentenversicherung den Betrieb übernahm. Die vormals beiden Häuser wurden verbunden, auf die klassische Gestaltung wurde hier keine Rücksicht genommen.

Die Schließung des Sanatorium erfolgte schließlich vor rund 40 Jahren, weil eine Umorganisation des Betreibers erfolgte.
Seit dieser Zeit gab es immer wieder wechselnde Eigentümer, die versuchten das Anwesen zu beleben. Alle dies Projekt blieben in der Planungsphase stecken. Der jetzige Besitzer beantragte dann vor 7 Jahren einen Abriss, weil das Haus mittlerweile schon teilweise eingestürzt ist. Obwohl Denkmalschutz bestand wurde dem Antrag zugestimmt aber die Nutzung des Neubaus vorgeschrieben. Darunter viel nicht eine Wohnnutzung, das war aber scheinbar das Ziel, denn bis heute steht das alte Sanatorium immer noch so da, wie es vor vielen Jahren verlassen wurde.

Haus der Waschmaschinen

Das Haus auf Waschmaschinen einzuschränken wird dem Fund aber nicht gerecht. Hier wurde scheinbar alles repariert was einen Stecker hatte. In den Räumen und Werkstätten stehen Unmengen an Geräten herum, die allesamt aus den 1990er stammen.

Das scheint auch der Zeitraum der Betriebsaufgabe zu sein, an vielen Stellen ist das Gebäude schon stark beschädigt und so gehen wir von weit über 10 Jahren Leerstand aus.

Hier wurden früher Haushaltsgeräte verkauft und repariert. Wir finden Abteilungen die mal dem Verkauf dienten, hier sind noch Schilder von Autoradios oder Computerteilen zu finden.
War das breite Spektrum das Todesurteil, oder konnte dierKonkurrenz von Media Markt und Co. nichts entgegen gesetzt werden? Man findet nichts mehr darüber, scheinbar verschwand die Firma ohne groß Aufmerksamkeit zu erregen.

FDGB Schule

Der letzte Nutzer dieses Gebäudes war der FDGB, der hier eine Schule betrieb. Sie hatte den Namen eines Widerstandskämpfers gegen den Nationalsozialismus.

Nach der Wende wurde das Haus an einen Unternehmer gekauft, der es aber bisher in keiner Weise nutzte. Seit dieser Zeit verfällt es. Da das Dach noch in sehr gutem Zustand ist, ist der natürliche Verfall kaum vorhanden, dafür der von Menschen gemachte um so mehr. Wir kämpften uns durchs Gebüsch und durch den überwucherten Garten bis wir eine offene Tür fanden, am Ende spazierten wir an anderer Stelle durch das offenen Tor hinaus.

Als wir über die Schule recherchierten, erfuhren wir das dieses Haus wohl früher ein Wahrzeichen dieser Stadt war und ehemals ein Schloss war. Ende des 18. Jahrhunderts erbaut hatte es bis in die DDR Zeit hinein immer wieder wechselnde Besitzer, bis die sozialistische Gewerkschaft hier einzog.

Mausoleum des Pfarrers

Ein Theologe und Wissenschaftler errichtete sich hier seine letzte Ruhestätte. Er wurde Anfang des 20. Jahhunderts beigesetzt. Heute haben Vandalen und Diebe dem Mausoleum zugesetzt, mittlerweile ist es ganz gut gesichert.
Das Gebäude ist eigentlich sehr klein, aber im Inneren hat man das Gefühl in einem viel größeren zu stehen. Die Kuppel ganz oben bildet das Auge des Gebäudes, dort wächst schon das Efeu hinein. Der Fußboden besteht aus Mosaikelementen.