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Gasthof zum Klavier

Dieser Gasthof wurde gegen Ende des 19. Jahhunderts erbaut und war bis zur Schließung ein prägendes Haus im Ortskern. Ein typischer Vertreter dieser Gasthöfe in der Region, mit angeschlossenem Saal und Gaststätte.
Der Zustand ist leider sehr schlecht und im Erdgeschoss scheint einmal eine Renovierung begonnen worden zu sein. Da das Haus in der Liste der Kulturgüter verzeichnet ist, wird eine Erhaltung ein finanziell großes Vorhaben und ist damit nicht sehr wahrscheinlich.

Fabrik Hygrometer

Ein paar eingestürzte Dächer ließen auf etwas verlassenes schließen, vor Ort fanden wir dann eine Fabrik. Diese ist weitestgehend leer und lässt kaum noch erkennen was hier einmal geschah. Das einzig auffallende waren so eine Art Trockenöfen, hier wurde auf jeden Fall auf Temperatur und Feuchtigkeit beim Prozess geachtet. Warum und für was wissen wir nicht. Das Aus muss hier kurz nach der Wende gekommen sein.

Gasthof Indianer

Den Namen hat dieser alte Gasthof durch seine Deckengestaltung bekommen, die einer Indianermalerei  ähnelt.
Bei der Recherche nach geschichtlichen Hintergründen mussten wir leider feststellen, das es fast gar nichts darüber gibt. Die Bauweise lässt auf eine Errichtung zu Beginn des 20. Jahrhunderts schließen. Wie es scheint, ist der Saal zum Ende auch länger nicht genutzt worden. Der alte Gastraum sah noch etwas moderner aus, aber das sind reine Spekulationen. Jedenfalls ist das gesamt Gebäude schon arg baufällig. Zuletzt gab es wohl auch einen kleinen Laden in einem Seitenflügel.

Kaserne am Übungsplatz

Am Rande eines militärischen Übungsgebietes fallen uns einige zugewachsene Gebäude auf. Bei der Erkundung erkennen wir schnell die früheren Nutzer. Hier waren GSSD Truppen stationiert. Da in dieser Region viele verschiedene Einheiten ihren Dienst taten, lässt sich eine genauere Nutzung nicht zuordnen.
Vor Ort gab es noch die typischen Einrichtungen, wie Sporthalle, Kinosaal, Speisehaus und Schlafsäle. Dazu einige kleinere Gebäude unbekannter Nutzung, Werkstätten und Garagen sind verfallen oder abgerissen.
Erstaunlich das es im Kino noch Stühle gab, auch die Sporthalle hat die Jahre gut überstanden.

VEAB Getreidesilo

Einsam steht dieser Koloss in der Landschaft und wir steigen zuerst die 5 Etagen bis nach oben. Dort erwartet uns der Typische Anblick eine Getreidesilos. Die Anlagen kommen uns bekannt vor, diesen Aufbau gab es oft in der DDR.
Vor Ort und bei der späteren Recherche lässt sich wenig heraus finden. Ein Aufkleber verrät den ehemaligen Trägerbetrieb. VEAB Z., aber diese Stadt liegt schon einige km weit weg. Diese Abkürzung war mir bisher noch nicht bekannt.
VEAB – Volkseigener Erfassungs- und Aufkaufbetrieb.
So wurden Aufkaufstellen für Erzeugnisse von Privatpersonen bezeichnet, die meistens Obst und Gemüse verwerteten. Wohltuend war hier, das es kaum Zerstörung und Beschmierung gab, die man Vandalen zuordnen könnte.
Wir finden eine Partietafel die das Jahr 1995 ausweist, scheinbar der Zeitpunkt der letzten Aktivitäten. Hier sind 1,26 Millionen kg Roggen vermerkt, die hier lagerten.

Flugplatz Brandis

Wir besuchten die Reste eines früheren Fliegerhorstes. Zu Beginn der 1930er Jahre wurde dieser errichtet und war zuerst für Testflüge gedacht. Im Krieg waren hier dann Kampfflugzeuge stationiert. Der Flugplatz wurde mehrfach bombardiert und dadurch stark beschädigt. Auch ein deutsches Sprengkommando wollte nur noch Trümmer hinterlassen.
Als die Rote Armee dann nach 1945 das Gelände übernahm wurde zuerst repariert was genutzt werden sollte und anderes abgerissen. Ab den 1950er Jahren stationierte die GSSD dann hier MiG 15, später dann Hubschraubereinheiten und Schlachtflieger. Die letzten Flugzeuge hoben hier 1992 ab und danach wurde das Gelände an die deutschen Behörden übergeben.
Heute sind hier wie auf vielen dieser Plätze energieerzeugende Anlagen installiert. Viele der anderen Gebäude sind dem Verfall Preis gegeben. Da das Gelände weitestgehend frei zugänglich ist, haben sich die Vandalen und Sprayer hier auch schon gut ausgetobt. Kaum eine Wand ist noch ursprünglich erhalten.

Filmtheater

Der letzte Film lief hier 10 Jahre nach der Wiedervereinigung. Damit endete hier eine über 50 jährige Geschichte dieses Kinos, das damals als eines der modernste im Land galt. Es gab 2 Kinos, das große mit knapp 300 und ein relativ kleines mit 40 Plätzen, in diesem Haus.
Nach der Wende hatte das Kino eine wechselhafte Geschichte mit vielen Eigentümern oder Betreibern. Diese hatten nicht immer das Ziel hier ein kulturelles Angebot zu etablieren, sondern es als Spekulationsobjekt zu gebrauchen. Heute ist es in Privatbesitz und eine weitere Nutzung nicht zu erkennen. Die Stadt bemüht sich um einen Neustart oder auch ein anderes kulturelles Konzept wird erwogen.

Ferien im Europagarten

Dieses Urlauberdorf wurde in den 1970er Jahren errichtet. Es gab einen Bürotrakt mit Kantine und einige kleine Lauben, sowie ein Bettenhaus im DDR Leichtbaustil.
Nach der Wende wurde hier modernisiert aber der Komfort entsprach ja immer noch dem DDR Standard. Deshalb wurde hier scheinbar versucht andere Übernachtungsgäste zu finden. Ziel waren Monteure die hier in der Gegend oder in der Hauptstadt zu tun hatten und eine kostengünstige Bleibe suchten.
Natürlich waren auch andere willkommen, aber wie es scheint ging dieser Plan nicht auf, oder ein anderer Umstand sorgte hier für die Aufgabe. Da in der Küche fast alles stehen und liegen gelassen wurde, lässt das auf überstürztes Verlassen schließen. Auch viele alte Unterlagen sind noch zu finden.
Hier hat Vandalismus auch schon dafür gesorgt, das im Haupthaus fast alles zerstört wurde. Aber in den Lauben und im Bettenhaus fanden wir wunderbaren Verfall.

Haus Völkerfreundschaft

Viele Feriendomizile oder -lager hatten in der DDR den Namen Völkerfreundschaft, ein immer wieder arg strapazierter Begriff in den Zeiten des Sozialismus. Dieses hier lag an einem See in einer landschaftlich schönen Region. Auch heute ist hier die Naherholung ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Rund um den See gibt es viele private Wochenendgrundstücke. Das Ferienhaus liegt inmitten dieser Anlagen und seit langem im Dornröschenschlaf. Wie meistens hatten die Zimmer eine einfache Ausstattung ohne Bad, Gemeinschaftsräume zum Essen und für Veranstaltungen waren vorhanden. Etwas abseits der eigene Trakt für die Warmwasserversorgung und Heizung. Die Beschickung des Heizkessel erfolgte hier, sehr modern, mit einem Förderband.

Flugabwehrraketen Stellung

Idyllisch in einem Gebiet gelegen, das auch für Ferienlager und Naherholung bekannt ist, dachten wir nach Sichtung dieses Areals auch an ein ähnliches Überbleibsel.
Vor Ort viel dann schon die lange Mauer rund um das Gebiet auf. Nicht gerade typisch für ein Feriendomizil.

Als der Eingang gefunden war, entdeckten wir zuerst die typischen sowjetischen Bauwerke. Das war eine kleine Abteilung, die Stellungen für die Raketen waren hier nicht mehr zu sehen. Geblieben sind ein paar Gebäude und Garagen, etwas abseits dann auch die bekannte Selbstversorgungsabteilung der Soldaten. Es gab kleine Stallgebäude, die Bereiche für die erdgebundenen Verpflegung waren nicht mehr zu erkennen, aber sicherlich auch hier vorhanden.