Archiv der Kategorie: Glas und Porzellan

Alte Schleif

Zuerst möchten wir uns an dieser Stelle beim Verein insbesondere Herrn Pfeffer bedanken, der uns diesen Besuch unkompliziert ermöglicht hatte. Damit kamen wir in den Genuss dieses Industriedenkmal zu erkunden.

Als wir die „Alte Schleif“ betraten, bemerkten wir, das überall dieser rote Staub lag. Was müssen das damals für Arbeitsbedingungen gewesen sein, auch heute noch ist der Schleifstaub in jeder Ritze vorhanden. Die Lichtverhältnisse hier waren anspruchsvoll, obwohl es Beleuchtung gegeben hätte, wollten wir es ohne versuchen um den Charakter eines stillstehenden Betriebes zu wahren.

Zur Geschichte:
Die Glasschleiferei ist ein der letzten die es hier mal im 19. Jahrhundert gegeben hatte. An der Naab nutzte sie die Wasserkraft, um das noch blinde Flachglas durch Schleifen und Polieren durchsichtig werden zu lassen. Das wurde mit der sogenannten Potte, einem Eisenoxid erledigt. Dadurch ergibt sich die rote Farbe der gesamten Produktionsanlage.
Die 150 Poliertische wurden über Transmission angetrieben. Auch beide Kriege überdauerte die Alte Schleif, aber als die Rentabilität nachließ wurde der Betrieb 1954 geschlossen. 1990 wurde sie in die Denkmalliste aufgenommen und in den folgenden Jahren erfolgte eine aufwendige Sanierung.

VEB Glühbirne

Seit über 100 Jahren wurden hier traditionell Leuchtmittel hergestellt. Der VEB wurde dann nach dem 2. Weltkrieg in der DDR gegründet, zuvor gab es mehrere Besitzerwechsel. Die Eingliederung in einen großen Verband erfolgte dann 20 Jahre später.
Die Wende brachte dann die Eigenständigkeit hervor und es wurde hauptsächlich Schmuck aus Glas hergestellt. Wir fanden hier noch Reste von Weihnachtsbeleuchtung.
Aber vor rund 10 Jahren wurde hier die Produktion eingestellt. Jetzt hat der Teilabriss begonnen, einige Teile der Gebäude werden weiterhin von der Stadt genutzt.

Porzellan Krone

Vor einigen Jahren ging hier eine über hundertjähirge Tradition der Porzellanherstellung zu Ende.

 

Porzellan White

Die Porzellanherstellung begann in diesem Ort vor ca. 170 Jahren. Mehrere Fabriken siedelten sich hier an und zogen andere Gewerbe nach. Es gab viel Industrie hier in dem kleinen Ort.

Das Porzellan aus diesem Ort errang Weltruf. Die Figuren werden heute noch hoch gehandelt, die hier in liebevoller Handarbeit produziert wurden.

In den 1970er Jahren wurde dann dieser Betrieb in einen VEB Verbund eingegliedert. Nach über 100 Jahren Porzellanherstellung an diesem Standort ruht diese seit 1995 .

Vor einigen Jahren sind Teile der Fabrik eingestürzt da die Gebäude sich selbst überlassen wurden und schutzlos der Natur ausgeliefert sind.

Glashütte

Die Glasherstellung hatte in diesem Gebiet eine lange Tradition, man geht von ersten Glashütten im 14. Jahrhundert aus.

Durch Bau von Eisenbahnlinien und das Vorkommen an Rohstoffen für die Glasproduktion entstanden hier einige Fabriken. Dieser Betrieb nahm seine Arbeit in den 1920er Jahren auf und wuchs bald darauf an. Mehrere Öfen wurden in Betrieb genommen. Im 2. Weltkrieg wurden hier kriegswichtige Waren produziert. Danach dann wieder Bleikristall und die Zahl der Beschäftigten stieg weiter an, es waren hier bis zu 700 Arbeiter beschäftigt. Es gab noch einige Modernisierungen, bis es ab 1970 schwieriger wurde, das spürte man auch an den weniger werdenden Beschäftigten. Die Öffnung der Grenzen ab 1990 brachte dann weitere Absatzprobleme. Der Druck stieg und bereits 2 Jahre später stand die Glashütte vor dem Aus, es keimte nochmals Hoffnung auf, als eine größere Firmengruppe den Betrieb übernahm aber die Rettung klappte nicht. Seit Mitte der 1990er Jahre ruht hier die traditionelle Glasproduktion.

Einige Teile der großen Hallen sind vermietet und werden als Lager genutzt. Im Rest wurde alles an Inventar heraus gerissen, geblieben sind die leeren Gebäude.

Die Glasmanufaktur

In dieser Region begann die Glasproduktion schon vor über 100 Jahren. Viele Glasfabriken siedelten sich hier an.

Die Schönheit der Architektur dieser Fabrik lässt sich auch heute noch erkennen. Auch wenn die Produktion hier schon über 10 Jahre ruht, werden Teile des Geländes weiterhin genutzt.

Zu Beginn wurde hier optisches Glas produziert, später dann Flaschen und Gläser für Verpackungen und Beleuchtung hergestellt. Viele tausend Mitarbeiter fanden hier Lohn und Brot. Der 2. Weltkrieg zerstörte hier vieles, aber es wurde mit dem Wiederaufbau begonnen und ab 1949 wieder produziert.
Die Konkurrenz aus Asien machte den Betrieb am Ende unwirtschaftlich.

VEB Zierkeramik

Dieser Ort war ein Betriebsteil eines VEB für Zierkeramik. Hier wurden Vasen, Kerzenständer, Töpfe und ähnliche Gefäße, die hauptsächlich der Zierde dienten, hergestellt. Ein kleiner Betrieb mit vielen kleinen Brennöfen. Die restlichen Produktionsanlagen sind nur noch zu erahnen. Kabeldiebe waren hier und das wertvollste ist verschwunden. Im Verwaltungsteil breitet sich der Verfall aus und die Farbe Grün dominiert.
Aber trotzdem eine kleine Zeitkapsel aus DDR Zeiten, die sich uns hier bot.

Porzellanfabrik Bunt

Dieser Ort beheimatete früher einmal 3 Porzellanfabriken  und bot damit vielen der Einwohner Arbeit.
Der Aufschwung begann auch hier im Aufwind des Wirtschaftswunders nach dem Krieg.
Die Marke war unter dem Namen der Stadt bekannt und brachte viele neue Designs auf dem Markt.

Von den drei Fabriken stehen jetzt nur noch 2, eine ist verfallen und diese ist auch schon teilweise abgerissen, der Teil wo das Weißporzellan hergestellt wurde ist gerade im Umbau zu Büros und der Buntbereich ist noch im Rahmen einer Fototour zugänglich.
Hier wurden die verschiedensten Produkte mit Aufdrücken oder Bemalungen bzw. Verzierungen versehen.
Die Produktion endete hier schon 2001.

VEB Weißes Gold

Über diesen VEB lassen sich nur wenige Information finden.

Der Zweigbetrieb dieses VEB Kombinats hatte das Weiße Gold direkt in der Nähe abgebaut. Das Gestein wurde dann weiter verarbeitet um es als Rohstoff für die Porzellanherstellung oder als Tonerde zu benutzen.

Viele der Werkhallen waren leer und die Funktion nicht weiter erkennbar. Es gab moderne Hallen und einen alten Teil. Dieser hatte mit dem Heizhaus und den älteren Anlagen schönen Verfall zu bieten wie wir es lieben.

Porzellan Manufaktur

Ein der vielen Porzellanfabriken in dieser Region, die wie diese in den letzten Jahren schließen musste, konnten wir auf unserer Tour besuchen.
Aus einem „kurzem“ Abstecher wurde ein längerer Besuch, da die Fabrik während der Erkundung immer größer wurde und damit ihre Motive, in dem verwinkelten Areal.

Unmengen an Porzellan und alten Formen lagern immer noch hier und scheinen keinen Wert mehr zu haben.
Viele der Maschinen wurden aber schon ausgebaut und verschrottet, die wertvollsten Stücke wurden weg geschafft. Das hat der letzte Eigentümer noch als letzte Amtshandlungen veranlasst, die ausstehenden Löhne der Mitarbeiter vergaß er aber. Das konnten wir in einem Gespräch mit einem dort früher beschäftigten Angestellten erfahren. Viele holten sich selber ihren ausstehenden Lohn aus den Resten der Fabrik.

Die Ursprünge dieser Porzellanfabrik gehen bis in die frühen Jahre des 19. Jahrhunderts. Im umkämpften Markt konnten sich schnell durch hohe Qualität eigene Marktanteile geschaffen werden und eine rund 200 jährige Tradition liegt jetzt hier am Boden.

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