Archiv der Kategorie: Konsumgüter

Sprelacartmuseum

Jeder ehemalige DDR Bürger kennt den Begriff Sprelacart. Vieles in den Wohnungen und Betrieben war aus diesem Material, das hier um 1930 entwickelt wurde. Es besteht aus Schichtstoffen die mit Kunstharz gebunden wurden und hatte eine kratzfreie leicht zu reinigende Oberfläche. Es wurde in Küchen, Wandverkleidungen, Möbeln usw. verwendet. Auch heute trifft man noch alte Gaststätten an, die fast vollständig mit Sprelacart ausgekleidet sind. Ich nenne die dann immer „Sprelacartmuseum“ jetzt in dem alten Werk zu stehen hatte schon was nostalgisches.
Dieser Betriebsteil wird nicht mehr gebraucht, im Moment läuft die Demontage und Verwertung des alten VEB.
Der Zustand ist mehr als marode und bald fällt eh alles zusammen.

Bootswerft Optimist

In dieser Werft wurden zuletzt kleine Sportboote produziert.

Die Ursprünge hier liegen aber ganz wo anders. Ein Bestandteil der Werft ist eine Sporthalle, die Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut wurde und vom ansässigen Turnverein rege genutzt wurde. Auch eine Gaststätte war vorhanden und die Halle wurde für Feierlichkeiten genutzt. Als die Nazis die Turner verboten, war das Aus der Halle besiegelt.

Nach dem Krieg ließen die Sowjets hier eine Produktionsstätte errichten. Es begann mit Holzprodukten, wie Handwagen und Möbeln.
Später dann siedelte sich hier die kleine Bootswerft an.

Die Anlage ist in einem erbärmlichen Zustand, die Jahre haben fast nichts mehr übrig gelassen. Überall sind die Decken herunter gekommen, viele Teile des Betriebes sind nicht mehr gefahrlos zu betreten. Ungeklärte Eigentumsverhältnisse lassen keine weitere Nutzung zu.

Kupfer und Möbel

Diese Hütte zur Gewinnung von Kupfer wurde Mitte des 17. Jahrhunderts errichtet und nach dem Prinzip des Saigerverfahrens gearbeitet. Die benötigte Hitze wurde mittels Holzkohle erzielt.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde durch dieser Prozess verändert und hier am Standort fanden sich die idealen Bedingungen zur Erweiterung. Maschinenhalle und Gießerei gebaut und bis zum Ende des 2. Weltkrieges wurde hier dieses Hütte betrieben.
Der Maschinenbetrieb lieferte auch Ausrüstung für den Hüttenbetrieb.
Nach dem Krieg begann schnell wieder die Produktion, zuerst praktische Dinge des täglichen Lebens, bald auch wieder Maschinenteile.
Die Produktion von Möbeln und Konsumgütern war bald darauf auch fester Bestandteil dieses Werkes. Bis zur Wende gab es das Nebeneinander der Maschinenproduktion und der Konsumgüter Herstellung. Die 1990er Jahre brachten aber riesige Probleme da Absatzmärkte weg brachen. Zuerst gab die Gießerei auf und der Standort verödete.
Jetzt findet man hier nur noch leere Hallen, alles ist entkernt. Der Baustil der alten Gebäude lässt nur erahnen was hier einmal für großartige Arbeit geleistet wurde.

Porzellanfabrik Bunt

Dieser Ort beheimatete früher einmal 3 Porzellanfabriken  und bot damit vielen der Einwohner Arbeit.
Der Aufschwung begann auch hier im Aufwind des Wirtschaftswunders nach dem Krieg.
Die Marke war unter dem Namen der Stadt bekannt und brachte viele neue Designs auf dem Markt.

Von den drei Fabriken stehen jetzt nur noch 2, eine ist verfallen und diese ist auch schon teilweise abgerissen, der Teil wo das Weißporzellan hergestellt wurde ist gerade im Umbau zu Büros und der Buntbereich ist noch im Rahmen einer Fototour zugänglich.
Hier wurden die verschiedensten Produkte mit Aufdrücken oder Bemalungen bzw. Verzierungen versehen.
Die Produktion endete hier schon 2001.

Werk für Hygieneartikel

Das war einmal ein moderner Betrieb für Hygieneartikel.

Der Belegschaft wurde aber übel mitgespielt, der Geschäftsführer hat den Betrieb scheinbar mit voller Absicht in die Insolvenz getrieben, so berichtet die Presse. Die Arbeiter wurden hingehalten, Löhne wurden nicht gezahlt obwohl die Auftragsbücher voll waren. Nachts wurde die Ware abtransportiert und am Ende auch der wertvolle Maschinenpark demontiert. Jetzt stehen hier nur noch leere Hallen und zerwühlte Büros.

Zum Zeitpunkt als dieses Bilder entstanden sind, scheint es so als ob die Arbeiter nur zur Pause gegangen wären. Es brennt noch Licht, das Material ist in den Maschinen eingelegt, die Stempeluhr zeigt das aktuelle Datum an, aber irgend was stimmt nicht. Die Büros sind unordentlich, die Blumen verwelkt, Werkstätten und Lager durchgewühlt. Es kommt doch niemand mehr um weiter zu arbeiten, denn es ist hier schon einige Wochen Produktionsruhe.

 

VEB Gaskocher

Die Ursprünge an diesem Standort reichen bis in das 17. Jahrhundert zurück. Eine Eisenhütte in der Nähe förderte das Material, das hier gemahlen wurde.
Verschiedenste Besitzerwechsel folgten und gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Hütte dann erweitert. Die Industrialisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts förderte die weitere Entwicklung, eine Gießerei und eine Maschinenfabrik entstanden.

Den 2. Weltkrieg überstand die Hütte recht gut und produzierte weiterhin Eisenprodukte.
Anfang der 1970er Jahre wurde der Standort in Volkseigentum umgewandelt und zum VEB Gaskocher. Gasgeräte und Heizungen wurden hier nun produziert.

Die Wende überstand der Betrieb aber nicht und schon bald endete hier die industrielle Produktion. Die Anlagen sind mittlerweile verkauft.

Porzellan Manufaktur

Ein der vielen Porzellanfabriken in dieser Region, die wie diese in den letzten Jahren schließen musste, konnten wir auf unserer Tour besuchen.
Aus einem „kurzem“ Abstecher wurde ein längerer Besuch, da die Fabrik während der Erkundung immer größer wurde und damit ihre Motive, in dem verwinkelten Areal.

Unmengen an Porzellan und alten Formen lagern immer noch hier und scheinen keinen Wert mehr zu haben.
Viele der Maschinen wurden aber schon ausgebaut und verschrottet, die wertvollsten Stücke wurden weg geschafft. Das hat der letzte Eigentümer noch als letzte Amtshandlungen veranlasst, die ausstehenden Löhne der Mitarbeiter vergaß er aber. Das konnten wir in einem Gespräch mit einem dort früher beschäftigten Angestellten erfahren. Viele holten sich selber ihren ausstehenden Lohn aus den Resten der Fabrik.

Die Ursprünge dieser Porzellanfabrik gehen bis in die frühen Jahre des 19. Jahrhunderts. Im umkämpften Markt konnten sich schnell durch hohe Qualität eigene Marktanteile geschaffen werden und eine rund 200 jährige Tradition liegt jetzt hier am Boden.

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Porzellanwerk

Das jetzt unter Denkmalschutz stehende Hauptgebäude wurde in den 1920er Jahren umgebaut. Es folgten weitere Anbauten und Erweiterungen, unter anderen die große Halle mit den Öfen.
Mitte der 90er Jahre, mit der Stilllegung der Porzellanproduktion, verfiel die Fabrik.
Teile des Werkes wurden vor kurzem abgerissen, die Nachtnutzungspläne für den Rest laufen, aber wer sich die riesigen, zerstörten hallen anguckt wir schwer an eine Wiederbelebung glauben. Es entstanden nur wenige Bilder die wir jetzt zeigen möchten.

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Porzellanfabrik

Dieses ehemalige Porzellanfabrik stand schon lange auf unserem „Wunschzettel“, jetzt wurde der Besuch auf der Durchreise umgesetzt.
Der Zugang war schnell gefunden und man orientierte sich erst einmal in der großen Fabrik mit den verwinkelten Hallen und Zugängen. Viele Einrichtungsgegenstände und Maschinen stehen hier ungenutzt herum und lieferten einige tolle Motive. Die Natur beginnt schon an einigen Stellen sich das Gelände zurück zu holen. Wir waren ganz alleine dort und genossen die Ruhe, leider war es schon spät und der Abschied nahte, da entdeckten wir noch die alte Energieversorgung mit den Öfen und Kesseln.

Eine tolle Urbexlocation, es hat sich wirklich gelohnt.

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Tonwarenfabrik

Diese Tonwarenfabrik wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegründet. Sie hatte im Laufe ihres Bestehens verschiedenen Besitzer und Namen.
Zuletzt war die Fabrik eingegliedert in einen VEB und es wurden hier verschiedenste Tonwaren hergestellt.
Es fanden sich noch Etiketten von Blumenziertöpfen. Außerdem wurden hier Krüge, Vasen und sogar Tafelservices produziert. Die Formen dazu findet man noch überall, aber es wurde auch schon viel zerstört und umgestoßen. Dazu kommt schon der Verfall der Gebäude, die jetzt schon 25 Jahre leer stehen.

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