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Back- und Fleischwarenkombinat

In einer alten Industriestadt gab es dieses Back- und Fleischwarenkombinat. Es ist schwer hier relevante Fakten zu recherchieren, keiner scheint etwas darüber für die Nachwelt festhalten zu wollen.
Also versuchen wir es.
Mit historischen Daten können wir nicht dienen, das Gebäude aus rotem Backstein scheint aber schon viele Jahre hier zu stehen. Zuletzt war hier dann das Kombinat ansässig. Oben findet man noch die alten Räucherofen für Fleisch, der markante Geruch liegt jetzt noch über dem Stockwerk. Im Keller dann die Backöfen für Brot und Brötchen. Die Heizöfen sind auch noch teilweise vorhanden.
Zuletzt hat hier mal ein Paintballverein seine Spuren hinterlassen.

Der Letzte macht das Licht aus

Wer kennt diesen Spruch nicht? Hier wurde er nicht eingehalten, in vielen Räumen und Gängen brennt noch das Licht. Keiner hat es beim Verlassen ausgeschaltet.

Dieser moderne Schlachtbetrieb wurde vor ein paar Jahren geschlossen, die Ausstattung und die Maschinen wurden verkauft. Zurück geblieben sind die großen Hallen und rund 200 Beschäftigte die als direkte- oder indirekte Mitarbeiter ihre Arbeit verloren.

Viel gab es hier nicht mehr zu Erkunden, da fast alles mitgenommen wurde was man unter Einbauten zählen kann. Warum aber der Fuhrpark hier noch steht, versteht man dann irgendwie auch nicht.

Die Mühlenperle

Diese Mühle wurde im Jahr 1911 errichtet. Wir entdecken den Klinkerbau schon von weitem da er eines der höchsten Gebäude im Ort ist. Wie viele Industrieanlagen aus dieser Zeit sieht man ihm die Liebe beim Bau an, nicht nur die reine Funktion stand im Vordergrund. Das macht den Reiz dieser Häuser aus, besonders fanden wir die Dachterrasse auf dem Siloturm, die aufwändige Verklinkerung der Außenfassade und die im gesamten Haus vorhanden Transmissionsanlage. Früher von einer Dampfmaschine angetrieben, verrichtete diese Arbeit später ein Elektromotor.

Als sich für uns die Türen öffnen, stehen wir in einer noch vollständig erhaltenen Mühle. Einer Perle und Zeitkapsel des 20. Jahrhunderts.
Bis in die 1980er Jahre war die Mühle in Privatbesitz, dann verließ der ehemalige Besitzer das Land und ein DDR Großbetrieb übernahm bis kurz nach der Wende die Produktion. Zuletzt wurde hier Futtermittel hergestellt. Der frühere Eigentümer kehrte zurück und kümmerte sich um den Erhalt der Mühle die jetzt verkauft wurde und der neue Eigentümer möchte die alten Gemäuern einer kulturellen Nutzung zuführen.

Bier aus der Burg

Dieser Brauereistandort hat eine über 100 Jahre lange Tradition, die Wende brachte aber schnell das Aus und seit dem ist hier nichts mehr passiert. Der Eigentümer weiß nichts mit dem Gelände anzufangen und hofft auf einen Verkauf.
Bis in die 1950er Jahre war die Bierproduktion hier noch in Privathand, aber auch hier wurde ein VEB gegründet, später dann die Eingliederung in eine große VEB Brauereikette der Region.

Mühle zur halben Million

Diese Mühle wurde das erste mal im 14. Jahrhundert erwähnt. Die lange Geschichte prägen Zerstörungen und baldiger Wiederaufbau. Hier wurden viele Säcke Getreide mit Hilfe der Wasserkraft gemahlen.
Nach Ende des 2. Weltkrieges ging die Mühle in staatliche Hände über und die Besitzer wurden enteignet.
Der Betrieb wurde kaum verändert und fungierte bis zum Ende dann als Futtermühle.

Die Getreidewaage, die hier vor vielen Jahren eingebaut wurde, ist bei 420.453 Wägungen stehen geblieben.

VEB Fischfabrik

Auf dem Gebiet der DDR waren viele Fischfabriken verteilt. Unter anderem wurde hier, viele Kilometer von der Ostsee entfernt, der Fang aus dem Meer verarbeitet. Warum das nicht gleich in Küstennähe geschah, erschließt sich uns nicht.

Dieser Betriebsteil wurde in den 1970er Jahren gegründet und produzierte hier bis 1990. Hohe Qualitätsstandards wurden hier eingehalten. Das Nachfolgeunternehmen ist auch schon lange nicht mehr tätig. Das Gebiet ist durchaus interessant für Immobilienentwickler, aber dieses Areal schlummert weiterhin vor sich hin.

 

Statt Süßes nur noch Saures

Hier wurde viele Jahre lang Marmelade hergestellt. Zu DDR Zeiten gehörte dieser Betrieb einem großen VEB an.

Eine Modernisierung um die Jahrtausendwende konnte nur noch ein paar Jahre Arbeit und Produktion sichern. Der Eigentümer zog sich zurück und nahm die modernen Anlagen mit. Davon übrig geblieben sind die großen leeren Hallen, 2 Stapler und ein Stück der Produktionsstraße.

Wir waren zuerst enttäuscht von den leeren Räumen, aber im hinteren Teil gab es dann noch alte Werkstätten und Lager mit Verfall zu sehen.

Jetzt stößt das ehmalig „süße“ Areal der Stadt „sauer“ auf, da hier scheinbar noch viele Stoffe lagern die ungeschützt das Erdreich verunreinigen. Ansprechpartner gibt es dafür aber nicht mehr.

VEB Bako

BaKo ist die Abkürzung für Backwarenkombinat.
In vielen großen Städten der DDR gab es davon Betriebe, die dort natürlich Backwaren aller Art für die Bevölkerung herstellten.
Nach der Wende wurde viele privatisiert oder überlebten den Umbruch nicht.
Dieser Backbetrieb steht auch seit dieser Zeit leer.
Vandalismus und Brandschäden kennzeichnen diesen Ort. Fast alles ist beschmiert oder zerstört. Aber je weiter wir das Objekt erkunden um so mehr Motive ergeben sich.
Ob es der teilweise überschwemmte Keller ist, oder das ausgebrannte Dachgeschoss mit seinen Farben und neuem Bewuchs, konnten wir diesem Ort doch noch so einiges abgewinnen.

Schlachtbetrieb

Dieser große Schlachthof wurde hier über 100 Jahre betrieben und überstand Kaiserreich, die Weltkriege und die DDR. Aber die Wende schaffte der Betrieb nicht. Kurz nach der Wiedervereinigung wurde hier die Arbeit eingestellt und der Schlachhof abgewickelt. Seit dem steht das Areal leer, das mal aus Kühlhaus, Schlachthaus, Ställen und Heizhaus, sowie Wohn- und Bürohäusern bestanden hat.

Hier wurden viele Jahre lang Rinder und Schweine zerlegt und verarbeitet. Als in der DDR der Betrieb verstaatlicht wurde und als Filiale eines großen VEB fungierte, wurden nur noch Schweine verarbeitet. Dazu wurde hier noch einmal modernisiert und umgebaut.

Stärkefabrik

Die Geschichte dieser Firma beginnt schon in den 1860er Jahren. An einem anderen Standort wurde Stärke erzeugt. Verschiedene Produkte daraus verließen das Werk, dessen Markennamen in Deutschland sehr bekannt wurde. Viele Auszeichnungen prägten die Firmengeschichte.

Als die Produktionsstätten zu klein wurden, verlagerte man im 2. Weltkrieg den Firmensitz an diesen Standort. Bis zum endgültigen Aus vor über 20 Jahren, wieder aus Platzgründen, wurden hier weiter Stärkeerzeugnisse produziert.

Heute sind die Hallen leer und die Wände von Sprayern „verziert“. Aber viele der großen Maschinen stehen noch da und boten doch viele nette Motive.