Archiv der Kategorie: Textil

Falsches Leder

Die Produktion wurde hier Ende der 1960er Jahre aufgenommen.
Die Abrisspläne sind 2020 mittlerweile relativ konkret, die Stadt will diesen Schandfleck los werden und hier Gewerbe und ein Erholungsgebiet etablieren.
Deshalb wollten wir das Werk hier noch dokumentieren. Die Größe der Hallen und Gebäude überraschten dann doch. Einige Dachteile sind schon herab gestürzt, manche alte Gebäude nicht mehr zu betreten. Aber dennoch warteten hier eine Unmenge an Motiven auf uns.

VEB Wäsche

Wir besuchten eine große ehemalige Wäschefabrik, die in einem VEB Kombinat eingegliedert war. Genaues lässt sich nicht mehr recherchieren. Das große mehrlagige Haupthaus, bietet noch viele Utensilien des ehemaligen Betriebs, unter anderem Nähschienen aller Art, Schnittgeräte, Prüfmittel und Nähutensilien. Scheinbar wurde hier bis 1994 noch gearbeitet. Auch der Bürotrakt wurde fast vollständig zurück gelassen und ist mittlerweile zerwühlt. Im Speisesaal hängen noch tolle Wandbilder.

VEB Seilweberei

Die Entstehung dieser Weberei geht bis ins 19. Jahrhundert zurück, als hier mit der Produktion von Seilen, Gurten und ähnlichen Waren begonnen wurde.
Im 2. Weltkrieg musste auf die Produktion von Rüstungsgütern umgestellt werden.
Danach erfolgte auch hier die Demontage durch die Sowjetunion und Wiederaufbau in der DDR, jetzt als VEB Weberei für Seile und Riemen. Später erfolgte die Eingliederung in einen größeren VEB mit mehreren Standorten.
Wir waren überrascht was uns hier erwartetet. Ein riesiger, mehretagiger Bau kam zuerst leer und teilweise eingestürzt daher. Aber die weitere Erkundung brachte dann einen Bereich ans Licht der hier scheinbar nicht her passt. In einem Teil des Gebäudes war wohl zuletzt ein großer Möbelmarkt ansässig. Eine Unmenge an Stühlen und Möbeln ist hier verblieben und gammelt mehr oder weniger vor sich hin. Da wo das Gebäude Wasser ins Innere lässt, werden die dort stehenden Sachen in Mitleidenschaft gezogen. Decken sind auch schon teils eingestürzt. Insgesamt eine spannende Location.

Die Familienweberei

Als Handweberei tauchte dieser Standort schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf. Ein paar Jahrzehnte später wurde hier dann erweitert und eine Weberei entstand, die mit Wasserkraft betrieben wurde. Der letzte Eigentümer, nach dem diese Weberei benannt wurde, übernahm sie in den 1870er Jahren und baute sie weiter aus. Es wurde um eine Färberei und Bleicherei erweitert. Auch zogen die Fabrikanten hier ein, auch für die Arbeiter wurde Wohnraum geschaffen. In den Zeiten des 2. Weltkrieges musste auf Grund von Geldschwierigkeiten zwangsverwaltet werden, aber nach dem Krieg ging es wieder im alten Besitzt weiter. In den Folgejahren schwankte die Belegschaft von über 200 bis zu nur 20, auch mit der veralteten Technik wurde gekämpft. Die Fabrik war bis zu ihrer Schließung zu Beginn des 21. Jahrhunderts größtenteils immer im Familienbesitz.

Man muss sagen, das wir solch einen verlassenen Ort bisher noch nicht gesehen haben, dafür hat sich die weite Anreise auf jeden Fall gelohnt. Kaum Vandalismus auch nach einigen Jahren Leerstand. Im Verwaltungsteil sind schon einige Schmierereien vorhanden, aber die Masse an Technik die hier noch steht ist sehr beeindruckend.
Wenn man dachte das war es, tauchte ein weiterer Raum auf in dem eine Maschine stand. Durch das Alter der Fabrik, ist diese auch sehr verwinkelt und man kann nur hoffen das wir alles gesehen haben.

Galerie 1 „Die Fabrik“

Galerie 2 „Der Verwaltungs- und Wohnbereich“

VEB Spezialbekleidung

Genaueres über diesen ehemaligen VEB lässt sich kaum heraus finden.
Also müssen wir uns mit den Eindrücken vor Ort begnügen und daraus Rückschlüsse ziehen. Der Name des VEB fand sich auf einer Nähmaschine als Inventaraufkleber. Auch die vielen Nähmaschinen und Geräte für die Textilbearbeitung lassen auf eine Bekleidungsfirma schließen. Aber was machen die vielen kleinen Puppen hier?
Das waren bekannte DDR Produkte. Wurden hier die Puppenkleider genäht?
Außerdem gab es Bottiche die zum Färben gedient haben könnten.
Ein Feuer hat große Teile der Hallen einstürzen lassen, so das sich die Natur hier schon allmählich das Areal zurück holt.

Filature TS

Eine riesige Textilfabrik in einer Region die auch dafür bekannt ist. Wie lange diese hier schon leer steht wissen wir nicht, aber der Verfall hat schon Ausmaße erreicht, der uns in dieser Art bisher kaum untergekommen ist.
Man wusste nicht was man zuerst und überhaupt ablichten soll, deshalb hier nun diese Auswahl.
Leider mussten wir dort auch die andere Seite unserer Gesellschaft kennen lernen. Auf dem Areal leben mehrere Obdachlose in erbärmlichen Behausungen.

Wasseraufbereitung

Die Wasseraufbereitungsanlage wurde vor über 100 Jahren hier von einem Unternehmer erbaut. Er brauchte sauberes Wasser für seine Textilindustrie. Der Fluss in der Nähe bot dieses nicht, so war diese Anlage notwendig. Es gibt hier 6 Filterbecken, nach dem Filtervorgang konnte das Wasser über das natürliche Gefälle wieder in die Produktionsanlagen geleitet. Bis 1990 war die Anlage in Betrieb und seit dem haben sich hier scheinbar schon einige ausgetobt, fast jeder Winkel ist besprüht.
Vor 2 Jahren tauchten Pläne auf, die Anlage zur Fischzucht zu nutzen, bis jetzt ist aber nichts passiert.

VEB GREIKA

Dieser Betriebsteil war einer von vielen eines großen DDR Textilbetriebes. Dem VEB gehörten über 30 Betriebe an die alle in dieser Region angesiedelt waren. Was genau hier produziert wurde ist schwer zu sagen, eine Quelle spricht von einer Weberei. Die Hallen sind heute alle leer und Teile der Fabrik sind einem Brand zum Opfer gefallen.
Merkwürdig ist die moderne Energiezentrale, die nicht zum anderen Bild passt. Scheinbar ist hier nach der Wende noch modernisiert worden. Der große VEB wurde 1990 zerschlagen, ob hier noch weiter produziert wurde ist nicht bekannt.

VEB Folie

Vor rund 100 Jahren gründete sich dieser Chemiebetrieb und begann mit der Produktion von Fasern für die Textilindustrie, die Enteignung und Umwandlung in einen VEB erfolgte nach dem Krieg. Es wurden neben den Chemiefasern auch Folien produziert. Nach der Wende erfolgte dann die Umwandlung und Umbenennung, aber vor über 10 Jahren musste Insolvenz angemeldet werden und der Betrieb schloss.

 

Kammgarnspinnerei

Diese Spinnerei hatten wir einmal durch Zufall entdeckt, aber keinen Weg hinein gefunden.
Als wir immer wieder Bilder von dort sahen, konnte bei einem nächsten Versuch ein Zugang gefunden werden, Eine atemberaubende Location die wir in der Abendsonne betrachten konnten. Der Verfall in vielen Ecken der Fabrik ließ auch die Stadtväter hellhörig werden und nun ist in diesem Jahr der Abriss geplant.
Die Kammgarnspinnerei wurde Ende des 19. Jahrhunderts hier errichtet und die Besitzer nach dem Krieg enteignet. Wie bei vielen alten Fabriken, wurde der Betrieb dann in einen VEB eingegliedert.
Kurz nach der Wende wurde die Produktion eingestellt.