Archiv der Kategorie: Heilstätten

Manicomio delle Idee

Wir konnten eine der Irrenanstalten Italiens besuchen, die zu einem der dunkelsten Kapitel des Landes gehörte.

Diese hier war über 100 Jahre aktiv und schloss erst zur Jahrhundertwende. Mitten in einer Stadt gelegen, wurden hier Menschen weg gesperrt die anders waren. Man kann auch über Versuche an Menschen lesen, die hier statt fanden.

Ursprünge dieses Bauwerkes gehen bis in die Jahre 700 zurück, das hier als Armenhospiz diente, später gab es dann ein Schule für das Militär. In den 1870er Jahren wurden dann die ersten Menschen, eingewiesen. Nach dem 1. Weltkrieg wurde das Areal erweitert und weitere Häuser hinzu gefügt.
Es gab darauf hin vieles was für den autarken Betrieb benötigt wurde. Außerdem umgab die Gebäude ein Park.
In Hochzeiten waren hier 1.500 Patienten untergebracht die von 300 Angestellten betreut wurden.

Wir besuchten über mehrere Stunden nur das große Hauptgebäude, man konnte sich danach sehr bildlich vorstellen was hier mal so ablief.

TB Sanatorium

Auf Grund von vielen Tuberkolosekrankheiten zu Beginn des 20. Jahhunderts wurde beschlossen, dieses Sanatorium zu errichten. Wegen dem 1. Weltkrieg wurde es aber erst nach dessen Ende fertig gestellt.
Die Größe dieser Anlage beeindruckt. Es gab hier über einst über 2.000 Betten.
Als später der Bedarf an Sanatorien nachließ wurde hier ein Krankenhaus eingerichtet und dann in den 1970er Jahren vollständig auf ein Allgemeines Krankenhaus umgestellt.
Als jetzt vor einigen Jahren ein Neubau errichtet wurde, begann die Aufgabe der alten Anlagen welche jetzt schon seit ein paar Jahren leer stehen.
Besonders beeindruckt hatte uns der riesige Dom mitten in diesem Komplex.

Der Waldhof

Dieses Gebäude wurde hier Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet, pompös ausgestattet mit 20 Zimmern.

Zuerst von einer reichen Familie als Residenz genutzt zog hier aber bald eine Tuberkulose Heilstätte ein.
Zuletzt nutze das ortsansässige Krankenhaus die Anlage als Pflegeeinrichtung für die Kranken.
Ein Feuer zerstörte vor vielen Jahren das Dach und jetzt sind hier nur noch die Mauern und Nebengebäude übrig.

Sanatorium Hydrovilla

Zuletzt war hier ein Sanatorium untergebracht, aber das ist auch schon viele Jahre her und so breitet sich der Verfall immer weiter aus. Die oberen Etagen machen es sich schon im Erdgeschoss „bequem“ die Feuchtigkeit und Vandalismus hat dem Gebäude schon mächtig zugesetzt. Vor einger Zeit wurden Sicherungsmaßnahmen ergriffen und die untere Etage mit Spanplatten zugerammelt. So fällt wenig Licht in die Räume und macht das dokumentieren schwierig.

Erbaut wurde das Haus hier einmal vor über 100 Jahren als Hotel. Die spätere Nutzung dann als Fach- und Rehaklinik.

Nachtsanatorium

Hier sollten sich früher einmal die Kumpel aus dem Bergbau erholen. Errichtet wurde die Einrichtung in den 1930er Jahren, ein paar Jahre später erfolgte noch eine Erweiterung.
Im Haus gab es für die Männer dann eine Kur mit Anwendungen und Vollverpflegung für wenig Geld. Nach der Wende wurde das Sanatorium geschlossen und verfällt seit dem in rasanter Geschwindigkeit. Keine Tür oder Fenster ist noch ganz. Dieser Ort ist wohl nicht mehr zu retten.

Sanatorium für Kinder

Dieses Sanatorium war von Anfang an Kindern vorbehalten.
Erbaut wurde es zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Nach Beschädigungen im Krieg eröffnete man es wieder, jetzt unter anderem Namen, mit Gründung der DDR.

Über 100 Kinder konnten sich hier erholen und erhielten verschiedenste Behandlungen. Ausflüge in die Umgebung waren fester Bestandteil der mehrwöchigen Kur.

Die politische Wende brachte dann auch bald die Auflösung dieser Einrichtung. Seit dem steht das Haus leer.

Die Alte Klinik

Diese Klinik ist seit Jahren verlassen und es scheint sich auch niemand mehr drum zu kümmern. Sie passt nicht in das sonst so ordentliche Stadtbild.

Wir finden Räume mit krassem Verfall und wieder welche die nahezu unberührt sind. Im Keller waren viele Behandlungsräume und Bäder, sowie die Küche unter gebracht.
Vandalismus und Verfall lassen keine Nutzung im ursprünglichen Sinn mehr zu. Auch sind in der Umgebung schon viele neue Kliniken entstanden, der Bedarf ist nicht mehr vorhanden.

Johanniter Heilstätte

Weit bevor es die NVA für ihre Grenztruppen als Kurstätte nutzte, waren hier bis zu 130 Lugenkranke unter gebracht.
Also deutlich mehr als die anfänglichen 60 Betten welche zur Eröffnung im Jahr 1902 geplant waren und auch nur für Frauen.

Neben dem großen Hauptgebäude befinden sich auf dem Gelände noch weiter Gebäude. Damals, für Angestellte, Ärzte und Klinikleiter.
Wir konnten nach einer kurzen Führung des Pächters die Anlage in Ruhe erkunden.

Interieur ist nicht mehr viel vorhanden. Doch wir erwischten einen traumhaften Tag im Winter mit viel Sonne und Schnee.
Überzeuge dich selbst….

Hier noch Bilder vom ehemaligen Gästehaus, das auch der „Chef“ Armeegeneral Heinz Hoffmann nutzte.

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Sanatorium Auf der hohen Tanne

Einst für Lungenkranke Männer und Frauen gebaut (hier erfolgte eine konsequente Trennung der Geschlechter), ist heute von damaliger Erholung nicht mehr viel zu spüren.

Krankenzimmer, Speisesaal, Küche, Personal- und Ärztezimmer und Wandelhalle bildeten das mehrstöckige Gebäude.

Heute sind einige Bereich bereits eingestürzt – Vorsicht ist geboten!

Viele Sanatorien ereilt das selbe Schicksal nach Zusammenbruch der DDR – Luftkuren waren einfach nicht mehr modern oder der aktuelle Stand der fortschreitenden medizinischen Technik.

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Sanatorium Durchfall

Hier entstand für die Arbeiter eines Großprojektes, das in der Nähe gebaut wurde, eine Wohnunterkunft.
Als das nach einigen Jahren Bauzeit fertig war und die Arbeiter aus zogen, nutzte man das Haus als Sanatorium. Hier konnten sich Kurgäste, die Probleme mit dem Darm bzw. zuführenden Organen hatten, erholen.
Erweiterungen folgten, es wurde ein Kulturteil mit großem Saal errichtet, und ein Wohnheim für die Angestellten.
Auf dem Dachboden gab es sogar eine Kegelbahn, selbst an diesem kühlen Tag, war es hier ober sehr warm.  Ob die Bahn auch immer Sommer genutzt wurde, bleibt zu bezeifeln. Die Ergebnisbögen der letzten Runden lagen noch auf dem Tisch.

Seit Mitte der 1990er Jahre steht das Areal nun leer und leider sind auch hier schon Anzeichen von Vandalismus zu sehen, die üblichen Beschmierungen bleiben auch nicht aus.

Hier konnten wir an einem windigen Tag mal eine Besonderheit selber beobachten, die wir sonst so nicht für möglich gehalten hatte. Als wir gerade im großen Saal Bilder machten, hatte der starke Wind sich eine lose Scheibe geschnappt und dies immer wieder im Rahmen hin und her bewegt, dann mit einem lauten Knall, zersprang diese und viel auf den Boden.
Also scheinbar zerlegen sich die Gebäude auch selbstständig, was wir ja oft als natürlichen Verfall bezeichnen.

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