Archiv der Kategorie: GSSD

Wasserwerk des Hospitals

Dieses Wasserwerk versorge einstmals ein Hospital mit den nötigen Wasser.
Der letzte Nutzer war die GSSD, die bis zu ihrem Abzug hier ein Lazarett betrieb.

Erbaut wurde das Wasserwerk schon viel früher, wir nehmen an das mit der Entstehung des Areals errichtet wurde, also Anfang des 20. Jahrhunderts. Der Baustil des Gebäudes deuten ebenfalls auf diese Zeit hin.
Eine Modernisierung erfolgte scheinbar in den 1970er Jahren, die Herstellerbezeichnung auf den Kesseln, des VEB Wasseraufbereitungsanlagen Rathenow zeigt das Baujahr 1978, das Fassungsvermögen der beiden Behälter betrug je 17.250 Liter. Auch ein viel größerer unterirdischer Wassertank wurde installiert.

Im Pumpenhaus zeugen einige Details von der letzten russischen Nutzung, so gab es in dem kleinen Wärterhaus, einen Schreibtisch, ein kleines Schränkchen und ein Bett. Wahrscheinlich war hier dauerhaft ein Bediener stationiert. Draußen befand sich ein typischen Pausenplatz für die Arbeiter. Das kleine Wasserwerk war rund herum mit einer hohen Mauer umgeben.

Flugplatz der Jagdflieger

Auf diesem Flugplatz stationierte die GSSD, ab den 1950er Jahren bis zu ihrem Abzug 1991, verschiedene Jagdfliegerstaffel. Gegen Ende der Besatzungszeit kamen auch noch Kampfhubschrauber hinzu. Von hier aus wurde die westliche Grenze des Warschauer Paktes überwacht.

Erbaut wurde der Flugplatz in den 1920er Jahren, für den 2. Weltkrieg war dieser aber weitestgehend unbedeutend. Es gab kaum Kampfhandlungen von hier. 1945 nahmen die Amerikaner diesen ein und übergaben ihn später an die sowjetische Armee.

Heute wird die alte Landebahn von einem Solarkraftwerk genutzt, ein Fliegerclub ist noch ansässig und einige Gebäude der großen Kaserne werden als Verwaltung oder auch privat genutzt. Vieles aber steht heute immer noch leer, die Wohngebäude sind entkernt und bieten wenig Motive. Das Casino und die Speisesäle waren dann aber doch noch etwas besonderes und lassen sogar noch etwas von den Erstnutzern erkennen. Die Wandtafeln mit den deutschen Inschriften wurden von den Russen mit einer dünnen Putzschicht überzogen. Heute sind diese wieder freigelegt. In den beiden Speiseräumen kann man jetzt wieder diese beiden Inschriften lesen.

KÄMPFT SO WIE SIE GEKÄMPFT HABEN! SEID AUFRECHT UND ENTSCHLOSSEN SCHEUT NIEMAND UND TUT IM ÜBRIGEN RECHT UND EURE PFLICHT

WOHL KEINER WIRD JE GANZ ERMESSEN WAS ER FÜR SEINE HEIMAT TAT DRUM NIMMER DEUTSCHER SEI VERGESSEN DER SCHLICHTE GRAUE FRONTSOLDAT

Basketballkorb der GSSD

Ja stimmt, ein Korb ist hier nicht mehr zu sehen, das wäre auch ein Zufall gewesen, wenn er noch dran hinge.
Ohne genau Kenntnis des Standortes wird man diese Hinterlassenschaft der ehemaligen Besatzungsmacht nicht finden, heute steht er in einem Wald. Was hier früher einmal war lässt sich nicht genau sagen. Auf historischen Bildern kann man einen Sportplatz erkennen, Garagen gab es wohl auch, aber die sonstigen Gebäude rund um solch eine Einrichtung fehlen. Nur die typischen russischen Mauern gibt es noch hier und da in diesem aufstrebenden Wohngebiet.

Auf den Spuren der Eisenbahnpioniere

Diese Tour bietet das Museum Kummersdorf an. Sie dauert 4 Stunden und man fährt mit eigenem Fahrzeug über das Gelände. Wir hatten traumhaftes Wetter während dieser geschichtlichen Exkursion. Viel wissenswertes wird hier vermittelt. Die Zeit verging im Flug.
Zuerst gibt es einen ört- und zeitlichen Überblick über den Flugplatz Sperenberg und danach ging es zum Schumkasee wo die Eisenbahnpioniere über Jahrzehnte übten. Durch die lange Trockenheit war ca. 1m weniger Wasser im See und einige Hinterlassenschaften der früheren Hausherren kam zum Vorschein. Die Brückenbauwerke kann man hier heute noch sehen.

Danach ein Halt in der Kaserne und wir liefen zum Heegesee. Reste des Freibades der Russen sind auch heute noch zu sehen.

Weiter ging es zur Pyramide, eine Gedenkstätte im Wald für die Opfer im 1. Weltkrieg, auf dem Weg dorthin sehen wir Brückenreste im Wald und zugewachsenen Eisenbahngleise.

Nächster Punkt, die Landebahn, ein großer Moment dort lang zu fahren. Wir fuhren die kompletten 2,6 km ab, dann weiter vorbei an Häusern entlang der Zufahrten und zuletzt hielten wir am Hangar.

Eine Führung die man nur empfehlen kann, hier noch der Link zur Webseite. Führungen Flugplatz Sperenberg

Halbinsel Wustrow

Im Rahmen einer Führung besucht, Handybilder von Lady C.

Zur Geschichte:

Die militärische Nutzung begann hier 1933 mit Errichtung einer Flakschule. Es entstand eine Siedlung für die Offiziere und die zivilen Beschäftigten genannt „Rerik West“. Hier wurden Einheiten geschult die später auch an der Verteidigung Berlins teilnahmen.
Im Mai 1945 übernahmen die sowjetischen Streitkräfte das Gelände und bestimmten es zu einer Garnison. Wenig ist über diese Zeit bekannt, man schätzt das hier rund 3.000 Soldaten stationiert waren. Es gab auch einen Schieß- und Ausbildungsplatz und Marine- und Nachrichtentruppen waren hier stationiert. Die Russen erweiterten den Standort mit den üblichen Gebäuden und übten hier unter anderem das Schießen auf See- und Luftziele.
Nach Abzug 1992 übernahm die Bundesrepublik die Halinsel mit allen ihren Altlasten. Die Bundeswehr benötigte die alte Militäranlage nicht und so blieb sie ungenutzt. 1998 wurde die Halbinsel an einen Investor verkauft, der hier ein Hotel mit Golfplatz und Reiterhof sowie Ferienwohnungen bauen wollte. Die Statd Rerik sprach sich aber dagegen aus und die Fronten verhärteten sich, seit 2018 sind wieder Führungen zu Land erlaubt.

Der alte Fliegerhorst

Dieser Fliegerhorst wurde in dieser Funktion nur bis 1945 eingesetzt, gut 10 Jahre vorher begann der Bau mit allem was so dazu gehört, da er auch als Werksflugplatz genutzt wurde.

Es wurden Flugzeug- und Werfthallen, Kommandantur, Tower, Feuerwache, Kaserne, Offizierswohnhäuser, Casino usw. errichtet.
Die Rote Armee übernahm den Fliegerhorst, hatte aber kein Interesse an der ursprünglichen Nutzung. Das Flugfeld wurde noch ein paar Jahre von GST und zu Manövern genutzt.

Die Sowjetarmee baute dann hier einen Fla-Raketenkomplex auf und stationierte eine mot. Schützendivision. Seit Übergabe an die deutsche Verwaltung, Anfang der 1990er Jahre steht der Komplex größtenteils leer.

Die Gebäude vergammeln und einige die nicht unter Denkmalschutz stehen sind auch 2018 abgerissen worden. Viele frische Sandflächen weisen darauf hin.

Beeindruckt haben uns die großen Hangars, wo der Verfall schon arg voran geschritten ist, Rost und abfallender Putz breiten sich aus. Viele Details lassen sich hier finden, wie im abgelegenen Munitionsteil. Dort liegen noch Unmengen an Geschosshülsen und deren Verpackungen im märkischen Sand.

Artilleriebrigade

Hier hatte die GSSD eine Artilleriebrigade „Рогатка“ installiert, auch eine taktisches Ausbildungszentrum war hier vorhanden.
Dem Anschein nach wurde diese Kaserne auch erst nach dem 2. Weltkrieg gebaut, viele Häuser russischer Bauart und auch DDR Plattenbauten warten auf die Erkundung.
Aber es wurde kaum etwas zurück gelassen oder ist mittlerweile weg.

Nach Abzug der Russen nutze die Bundeswehr noch einige Jahre Teile des Geländes. Zum Teil wurden die Häuser als Übungsobjekte genutzt.

Man fand neben den einfachen Unterkunftsbaracken, die typischen russischen „am Kopf kratz“ Objekte, dessen Funktion Rätsel aufgaben, aber auch Sauna, Magazin, Gärtnerei und kleine Rückzugsorte der Soldaten. Nach über 7 Stunden Erkundung machten wir uns auf den Heimweg.

Holzstapelbunker

Ein heißer Sommertag 2018, was liegt da näher als mal unter die Erde zu gehen? Aber vor dem Lohn der Abkühlung hat der „Urbexgott“ den Schweiß gesetzt, die beiden Bunker liegen inmitten des Brandenburger Waldes. Ohne genaue Kenntnis sind sie wohl nicht zu finden, das war sicher auch das Ziel der früheren Betreiber, die sowjetischen Streitkräfte in der DDR.
Die Eingänge der beiden Bunker sind jeweils als Holzstapel oder Holzhaus getarnt. Verblüffend wie echt das auch heute noch aussieht. Innen sind sie noch gut erhalten aber leer geräumt. Übrig geblieben sind noch ein paar Anlagen der Fernmeldetechnik und Zuluftanlagen. Angenehme Kühle begleitete uns, als wir wieder nach draußen kamen war es wie ein Schlag, da ca. 20°  Unterschied zu drinnen herrschten.

Aber was war die Funktion? Einer von beiden, der etwas größere ist zweietagig ausgebaut und diente als Rückwärtige Gefechtsführungsstelle.
Der andere, ist einetagig ca. 35 Meter lang und diente als Gefechtsstand eines Stellvertreters Oberkommandierender der GSSD.

Freibad am Flugplatz

Hier war zuletzt einmal ein großer Standort der GSSD in der DDR. Der Flugplatz wurde bis 1993 genutzt, erbaut aber schon viel früher und Nutzung im 2. Weltkrieg durch die Wehrmacht.
Es gab alles was man für solch einen Betrieb brauchte unter anderem auch was für die Freizeitbeschäftigung.

Das Schwimmbad und ein kleiner Sportplatz fristen jetzt im brandenburgischen Wald ihr Dasein, vergessen von allen.

Ein großer Sprungturm war früher sicher einmal beliebt bei den Badegästen mit seinen 2 Etagen. Das Becken ist schräg aufgebaut, so dass auf einer Seite auch nicht so gute Schwimmer gefahrlos üben konnten. Seltsamerweise ist die Schräge aber nicht in Längs- sondern in Querrichtung konstruiert worden. Obwohl das ja schon wieder viel mehr Sinn macht, die Seite vom Sprungturm ist tief, die andere auf 50 Metern Länge flach. Das ist auf dem ersten Bild der Galerie gut zu erkennen.

Bunkerrohbau

Diese Bunkeranlage ist im Rohbaustatus stecken geblieben, da sie nach der Wende nicht mehr gebraucht wurde.
Hier wollte die GSSD, tief in den Wäldern Brandenburgs, einen Gefechtsstand für die Luftstsreitkräfte errichten. Die Ausführung sollte halbunterirdisch erfolgen, es gibt 7 Bogendeckungen die teilweise untereinander verbunden waren. Nicht verbaute Betonteile liegen noch herum.

Schon eine imposante Anlage die aber dann am Ende wenig Schutz vor direkten Treffern bot.