Wir

Urbex-Berlin-Brandenburg,
auf dieser Seite  stellen wir uns in Form eines Interviews vor.
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Hallo Benni, Urban Exploration, wie bist du auf diese Leidenschaft gekommen und seit wann betreibst du diese?

benni_1Ich betreibe das Urbexen seit Anfang 2013. Vorher wusste ich gar nicht, dass es sogar eine Szene oder einen Begriff dafür gibt. Seit meiner Jugend interessiere ich mich für Anlagen und Geschehnisse aus dem 2. Weltkrieg. Mein Schlüsselerlebnis war der Besuch der Abhörstation auf dem Berliner Teufelsberg. Weiterhin bin ich dann über die Suche nach Motiven für meine HDR Fotografie auf dieses Thema gestoßen. Komischerweise sind die militärischen Objekte, von denen es ja bei uns jede Menge gibt, gar nicht meine Lieblingsorte, sondern eher alte Industriebauten.

Besuchst du ausgewählte Locations nur, um sie zu erkunden und fotografisch abzulichten oder steckt ein tieferer Grund dahinter?

Der größte Anteil am Besuch von Locations ist sicher das Fotografieren und Erkunden. Mir macht es aber auch großen Spaß verlassene Orte zu finden und darüber im Vor- und Nachgang zu recherchieren. Weiterhin ist die Stimmung an solchen Orten manchmal schon beeindruckend, besonders wenn das Licht unglaubliche Effekte zaubert oder eine durch den Wind zuschlagende Tür, einem schier das Herz still stehen lässt.

Welche Kamera bzw. Ausrüstung nimmst du auf deinen Touren mit?

Ich bevorzuge meine Ausrüstung in einem Rucksack mitzunehmen. Dazu gehört eine Canon EOS60D mit einem Weitwinkel 11 – 16 mm. Meist noch eine Festbrennweite 28 mm für Detailaufnahmen. Dazu noch mehrere Lampen und ein Stativ plus diversen Kleinkram. Etwas zu Essen und zu Trinken darf auch nicht fehlen, wenn es mal wieder länger dauert.

Wie ist die Herangehensweise an ein Objekt, legst du Wert auf eine bunte Mischung, verlierst dich in Details oder dokumentierst du jeden Winkel?

Bei meinen Fotos lege ich schon Wert auf eine bunte Mischung, die vom großen Überblick bis zu Detailaufnahmen reicht. Das ist von Ort zu Ort verschieden. Außerdem versuche ich meist noch Außenaufnahmen zu machen die aber, wenn sie zu verräterisch sind, nicht veröffentlicht werden. Jeder Winkel wird nicht untersucht, insbesondere wenn es mir zu gefährlich erscheint, die Gesundheit geht natürlich vor. Einige Dachgeschosse kommen mir schon sehr, sehr marode vor und werden ausgelassen. Aber insgesamt versuche ich schon die gesamte Location zu sehen. Notfalls besuche ich sie mehrmals.

Auf solchen Touren an verlassenen Orte, trifft man ja viel auf Vandalismus und kriminelle Energie. Dann werden solche Orte spezieller gesichert. Wie ist deine Meinung zu diesem Thema?

Neben uns gibt es ja noch viele andere die Interesse an verlassenen Orten haben, das ist nun mal so. Wenn man ehrlich ist, kämen wir in viele auch gar nicht hinein, wenn sich nicht vorher andere mit Gewalt Zugang verschafft hätten. Sinnlose Zerstörungen und Beschmierungen machen mich natürlich wütend, auch den immer öfter anzutreffenden Graffiti stehe ich eher skeptisch gegenüber. Die Folge ist: am Ende wird der Ort besser abgesichert. Wenn man ehrlich ist, sind doch die fast unberührten maroden Locations die schönsten.

Du hast ja schon viele Locations besucht, gibt es eine die du gerne einmal aufsuchen würdest und warum?

Eine schwere Frage, für viele sind die großen Sachen erstrebenswert, wie Beelitz oder Anna L. komischerweise finde ich, bei einem kleinen selbst gefundenen Lost Place manchmal mehr Befriedigung dabei als bei solch bekannten Orten. Aber wenn ich jetzt mal was nennen soll, dann die Geisterkirche oder Prypjat!

Hast du noch andere Hobbys neben dem Urbexen und wenn ja welche?

Natürlich, da ich das Urbexen ja noch nicht so lange mache. Da wäre die Fotografie und die Bearbeitung der Bilder am PC. Weiterhin bin ich Hobby Webdesigner und großer Fußballfan von Hertha BSC. Ich fahre zu den Heimspielen und einigen Auswärtspartien.

Wer macht hier noch mit?

Es gibt einige die hier auch ihre Bilder zeigen oder von ihren Touren berichten und mit denen ich immer wieder mal auf Tour gehe.
Das passiert alles in loser Reihenfolge.