Archiv der Kategorie: Wehrmacht

Ausbildungsplatz der Luftwaffe

Mitte der 1930er Jahre errichtete die deutsche Luftwaffe hier einen Standort. Der Flugplatz wurde für die Ausbildung genutzt.
Bald zog hier ein Jagdgeschwader ein um die Einsätze zu proben.
Auch während des Krieges war der nahe Standort zu Polen Ausgangsbasis für Kriegseinsätze.

Die GSSD nutze den Platz dann weiter und stationierte hier unter anderem auch Bomber. Nach der Wende zogen die Truppen ab und der Platz wird zivil für Leichtflugzeuge genutzt.

Einige der Hangars werden nach genutzt, als Jugendzentrum oder von Firmen. Daneben stehen wieder leere Hallen und auch der ehemalige Tower ist zugewuchert. Die Häuser der hier stationierten Soldaten und Offiziere sind zum Teil renoviert und ziviles Leben ist eingezogen.

OKH Mauerwald

Mauerwald – Mamerki
Nur 18 km entfernt von der Wolfsschanze wurde das Oberkommando des Heeres (OKH) stationiert. Die Anlage hatte natürliche Grenzen, wie eine Eisenbahnlinie, ein Kanal und ein See. Eine Straße teilte das Quartier in 2 Hälften.

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Lageplan vom OKH Mauerwald

In der Zone „Quelle“ befanden sich Verwaltungs- und Bürogebäude.
In der Zone „Fritz“ waren in Bunkern, Häusern und Baracken die Offiziere des Generalstabs und des Planungsdienstes stationiert. Südlich dieser beiden Gebiete wurde die Zone „Brigittenstadt“ ausgesondert, die man als Hinterland des ganzen Quartiers gebrauchte.

Auch hier baute die Organisation Todt ab 1940 über 200 verschiedene Stabsobjekte, sowie 30 Luftschutzbunker. Im OKH waren ca. 1.500 Personen anwesend.
Im Sommer 1944 bekamen auch hier 2 Stabsbunker eine starke Betonummantelung von 6 m Stärke, genau wie in der Wolfsschanze.
Am 24. Juni 1941 wurden das OKH von Zossen hierher verlegt. Die Kommandanten waren Walther von Brauchitsch und General Franz Halder, welche aber nach der Niederlage vor Moskau von Hitler abgelöst wurden.
Anders als in der Wolfsschanze wurden hier 1944 keine Bunker gesprengt, nach dem Krieg wurden aber verschiedene Gebäude abgebaut. Bis heute sind die Luftschutzräume erhalten, die technischen Räume wurden bei der Demontage der Anlagen leicht beschädigt.

Wir konnten die Zone „Quelle“ besichtigen mit den noch intakten Bunkern und den Hüllen der technischen Anlagen. Erstaunlich war, wie wenig Platz im inneren der riesigen Bunker war.
Weiter ging es zur Zone „Brigittenstadt“ wo man noch einen Zwillingsbunker begehen konnte, dieser beherbergte einmal eine riesige Nachrichtenzentrale.
Dann etwas weiter gab es ein Kuriosum auf diesem Gelände, ein privates Museum mit einer Ansammlung von Kriegsgeräten und sonderbaren Ausstellungsgegenständen. Rund 40-50 km rund um dieses Museum wiesen überall selbst gefertigte Schilder den Weg nach Mamerki. Präsentiert wurden ein U-Boot, eine V2 (A4) Rakete, eine Reichsflugscheibe „Haunebu III“ der Deutschen und ein Einflügelflugzeug „Horton HO 229“ , alle als Modell. Außerdem ein Sammelsurium an Waffen, Karten und Gegenständen aus der Zeit des 2. Weltkriegs.
Zudem gab es noch einen 36m hohen Aussichtsturm zu besteigen. Von dort oben hatte man einen tollen Blick über die Gegend.

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Wolfsschanze

Während des 2. Weltkrieges ließ Hitler insgesamt 12 mehr oder weniger gut ausgebaute Aufenthaltsorte schaffen. Sie wurden als Führerhauptquartier (FHQ) bezeichnet.

Wehrmacht_W (30)Dieses hier, die sogenannte „Wolfsschanze“, war eines der meist genutzten. Die Planungen dafür gehen auf den Juli 1940 zurück. Für den Krieg gegen die Sowjetunion wurde eine nahe Zentrale gesucht, außerdem war sie außerhalb der Reichweite britischer Bomber.
Die Wahl fiel auf den Forst Görlitz, bei Rastenburg. Die Organisation Todt begann unter strengster Geheimhaltung mit dem Bau. Offiziell wurden hier die Chemischen Werke „Askania“ erbaut. Wegen des straffen Terminplans wurde Tag und Nacht gebaut und man errichtete einen großen Teil der Bunker und Baracken, insgesamt 100 verschiedene Objekte.
Die Anlage bestand aus 3 Sperrkreisen, in den inneren Sperrkreis 1 kamen nur ausgesuchte Personen. Außen gab es einen Minengürtel und bis zu 4 Stacheldrahtumzäunungen. Es gab Flaktürme, Pak Bunker und Unterstände verschiedenster Art auf der ganzen Fläche des FHQ. Das Wach- und Sicherungspersonal bestand aus Angehörigen der Wehrmacht, der SS und des Reichssicherheitsdienstes. Insgesamt hielten sich hier über 2.100 Personen dauerhaft auf.
Die Tarnung bestand aus dem natürlichen Baumbestand, Tarnnetzen und einem speziellen Tarnmörtel, der mit Seegras und Holzspänen vermischt wurde. Die Dächer der Bunker wurden bepflanzt. Wo Lücken im Baumbestand klafften wurden künstliche Bäume installiert.
Am 24. Juni 1941 kamen Hitler und sein Gefolge in der Anlage an, er gab seinem Hauptquartier selber den Namen.
In der 2. Bauphase 1942-1943 wurden mehr Büroräume geschaffen und die Bunker innen mit Holz verkleidet.
Als die Ostfront näher rückte wurden einige Bunker verstärkt und Bunker im Bunker gebaut. Teilweise schützten 7m Beton die Insassen.
Hitler verließ am 20. November 1944 die Wolfsschanze, alleine für die Bunkerbauten wurden 36 Millionen RM verbaut.
Am 24. Januar 1945 wurden die Bunker vor der anrückenden Roten Armee gesprengt. Laut Berechnungen waren dafür 12 Tonnen Sprengstoff nötig. Andere Quellen sprechen von 6-8 Tonnen je Schwerbunker.

Von 1945 bis 1955 wurden hier ca. 54.000 Minen von polnischen Pionieren entschärft, seit 1959 sind die Reste der Anlage eine Touristenattraktion.
Am 20. Juli 1944 scheiterte hier ein Sprengstoff-Attentat auf Hitler, das Graf von Stauffenberg ausübte und das wegen einiger unglücklicher Umstände nicht seine erhoffte Wirkung entfachte. Hitler überlebte leicht verletzt, 4 Personen starben.

Der Besuch der Wolfsschanze gestaltet sich 2016 einfach. Frühzeitig weisen Schilder den Weg in den Wald. Gegen Zahlung einer Gebühr kommt man auf den Parkplatz und kann von dort aus selbstständig oder mit einen Führer die Anlage erkunden. Neben dem Parkplatz, im früheren Gebäude der Leibwache Hitlers, befindet sich ein Hotel. Auch für das leibliche Wohl der Touristen wird gesorgt.
Rote Pfeile weisen einem den Weg, der auf geebneten Pfaden von statten geht. Alle Gebäude, die noch halbwegs zu erkenn sind tragen Nummern. Die genaue frühere Funktionkann man nicht mehr erkennen. Die meisten Bunker sind gesprengt und liegen teilweise ziemlich schräg in der Landschaft. Die Türen zu den Innenräumen sind oft zugemauert. Das Betreten ist eigentlich verboten, aber ausgetretene Wege deuten darauf hin, dass sich niemand daran hält. Eine reine Vorsichtsmaßnahme.
Der Sperrkreis 1 ist wie früher umzäunt, um Besucher die sich den Eintritt sparen wollen, abzuhalten.
Die Gebäude im Sperrkreis 2, südlich der Straße sind frei zugänglich und somit einfach zu besichtigen.

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Lageplan der Wolfsschanze:
1 - Büro- und Wohngebäude der Leibwache Hitlers
2 - Gebäude der Leibwache und des Sicherheitsdienstes
3 - Beratungsbaracke, Ort des nicht geglückten Attentats auf Hitler vom 20. Juli 1944
4 - Reichssicherheitsdienst
5 - SS-Begleitkommando, persönlicher Dienst
6 – Gästebunker
7 – Stenographendienst
8 – Reichssicherheitsdienst
9 – Regierung, Friseure, Ärzte 
10 – Vorratsraum
11 – Luftschutzbunker von Martin Bormann
11a - Haus von Martin Bormann
11b – Arbeitsbunker von Martin Bormann
12 – Flakbunker
13 - Luftschutzbunker von Adolf Hitler
13a – Kasino 1
13b – neues Teehaus
13c – altes Teehaus
14 – Löschwasserbecken
15 – Reichsmarschallhaus von H.Göring
16 – Luftschutzbunker von Hermann Göring
17 – Chef des WFSt (General A. Jodl)
18 – Kasino II
19 – Chef des OKW (Feldmarschall W. Keitel)
20 – Persönliche Adjutantur Hitlers und der Wehrmacht, Heerespersonalamt
20a - Kino
20b - Heizhaus
21 – Nachrichtenbunker
22 – Garagen
22a - Fahrer
24 – Verbindungsstab OKL
25 – Verbindungsstab OKM
26 – Allgemeiner Luftschutzbunker
27 – Führerbegleitbataillon
28 – DR. F. Todt, später Albert Speer
29 – Außenminister Ribbentrop

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Spitzbunker Bauart Winkel

Im Zuge der Bauarbeiten für die großen Wünsdorfer Bunker wurden auch etwa 20 Luftschutzbunker der Bauart Winkel Typ 2 – sogenannte Spitzbunker – errichtet.
Diese konnten mehr als 300 Personen Schutz vor Luftangriffen bieten. Sie waren 23 Meter hoch und hatten 8 Etagen. Wir fanden noch 11 Spitzbunker, teilweise aber nur noch als Ruinen.

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Versuchsstraße und -brücken

Am Rande der Garnisonsstadt wurde Ende der 1930er Jahre eine Versuchsanlage errichtet, die aus Straßen und Brücken bestand.

Wir liefen einen Kilometer  in Richtung der Brücken an der Elbe und bemerkten dann, dass wir uns mitten auf der Versuchsstraße befanden, da sich unterschiedliche Beläge abwechselten.

Die Versuchsstraßen dienten hauptsächlich als Teststrecke für die hier stationierten Pioniere und als Zufahrt zu den Kasernen. Durch die Verwendung verschiedener Pflastergrößen und Materialien, testete man die Auswirkungen bei Belastung durch Panzerketten. Ziel war es einen Belag zu finden, der am besten Stand hielt.
Der Brückenkomplex ist hochwassersicher angelegt und schließt sich der Versuchsstraße an. Er diente den Pionieren der Wehrmacht als Testobjekte. Hier wurden verschiedene Bauweisen aufgezeigt, aber auch die Schwachpunkte um sie gegebenenfalls schnell zerstören zu können.

Der markanteste Teil der Brückenanlage ist eine 35 m lange Stahlbogenbrücke mit einer Spannweite von 30 m und einer Höhe von 5,3 m.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Gelände bis 1990 vom sowjetischen Militär genutzt.

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Kulturhaus der Pionierkaserne

1937 wurde die Kaserne eröffnet und beherbergte verschiedene Pionierbataillone der Wehrmacht.

Nach dem Krieg nutzte die GSSD das Gelände bis 1991. Hier war zuletzt eine Garde-Schützentruppe stationiert.

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