Archiv der Kategorie: Heilstätten

Kindersanatorium

Der Standort geht auf einen wehrhaften Adelssitz aus dem späten 16. Jahrhundert zurück. Um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert erwarb eine Industriellenfamilie das Anwesen und erweiterte es um die repräsentative Jugendstil-Villa. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts diente das Areal einem Mediziner als Wirkungsstätte. Der umliegende Park wurde systematisch für den Anbau und die Erforschung von Heilkräutern genutzt.

Nach dem Eigentumsübergang an den Staat in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts folgte die Konvertierung in eine spezialisierte Kinder-Kur Einrichtung. Schwerpunkte waren die Behandlung chronischer Atemwegserkrankungen, Bronchitis und Rekonvaleszenz. Im Zuge der Verwaltungsumstrukturierungen Ende des 20. Jahrhunderts wurde der Kurbetrieb endgültig eingestellt und das Objekt an die örtliche Kommune übertragen.

Das Anwesen steht seit Jahrzehnten weitgehend ungenutzt im Dornröschenschlaf. Die Substanz weist witterungsbedingte Verfallsschäden auf, während im Inneren teils noch zeitgenössische Einrichtungsgegenstände, Kinderspielzeug und medizinische Fragmente erhalten sind. Das Objekt befindet sich im Schwebezustand zwischen angedachten Revitalisierungskonzepten und fortschreitender Demontage durch die Natur.

Sanatorium

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in einem dichten Waldgebiet ein spezialisierter Komplex zur Behandlung von Lungenerkrankungen und Atemwegsbeschwerden errichtet.

Das Areal diente über viele Jahrzehnte hinweg als Erholungs- und Behandlungsstätte für Arbeiter der umliegenden Schwerindustrie sowie Patienten mit Tuberkulose.
Nach mehreren Modernisierungswellen im mittleren bis späten 20. Jahrhundert verlor der Komplex mit dem Wandel des Gesundheitssystems und dem Rückgang des regionalen Bergbaus an Bedeutung. Um die Jahrtausendwende wurde der Betrieb schrittweise eingestellt, bis die Anlage schließlich vollständig stillgelegt wurde.
Seitdem verfällt das Objekt und ist Witterung sowie Vandalismus ausgesetzt. ‚

Der Komplex wurde in Stahlbeton- und Ziegelbauweise mit mehrstöckigem Haupttrakt und symmetrisch angeordneten Seitenflügeln erbaut. Er hatte mehrere tausend Quadratmeter Nutzfläche verteilt auf Hauptgebäude, Verwaltungsflügel, Wirtschaftsgebäude und Nebentrakte. Es gab eine eigene Kesselanlage zur Wärmeversorgung und ein weitläufiges Leitungssystem im Untergeschoss sowie großzügige Balkon- und Terrassenfronten, die als Sonnendecks für Liegekuren genutzt wurden.

Kindersanatorium

Als wir die einsamen Straßen entlang fuhren, vielen uns diese Holzhütten auf die schon so aussahen, als ob sie lange aufgegeben wurden. Es stellte sich heraus, das hier mal ein sowjetisches Kindersanatorium betrieben wurde. Ein verrostet es Schild über dem Eingangstor zeugt noch davon. Weiter Details konnten wir nicht recherchieren.

Menji Sanatorium

Dies ist ein verlassener Kurort in Georgien. Die Nutzung des therapeutischen Potenzials des Ortes begann in den 1920er und 1930er Jahren. Der Wissenschaftler Robert Kuptsis untersuchte die heilende Wirkung des Mineralwassers. 1938 wurde der Kurort zum Kurort von nationaler Bedeutung erklärt, und der Bau der Infrastruktur begann.
Ein gut ausgestattetes Sanatorium, ein Sanatoriumskrankenhaus an der Eisenbahn und eine Kurklinik wurden errichtet. 1991 wurde der Kurort aufgegeben und verfiel in den folgenden Jahren. Zunächst wurde das Sanatorium von den dort ansässigen beschädigt, und nach dem Georgisch-Abchasischen Krieg wurden einige Gebäude von Siedlern aus Abchasien besetzt. Die zentrale Kuppel hat trotz des Verfalls ihre Form bewahrt. Die Fassade ist mit römischen Säulen verziert, die die historische und kulturelle Bedeutung des Kurorts unterstreichen. Die Fassade des Gebäudes wird von Palmen eingerahmt, wodurch ein Kontrast zwischen Architektur und Natur entsteht. Alte Badewannen säumen die Flure. Das Dach ist teilweise eingestürzt. Auf dem Grundstück befinden sich weitere, ebenfalls verlassene Gebäude, deren Zweck unbekannt ist.

Das Heilimperium

Tief im Kaukasus verbirgt sich eine der monumentalsten Ansammlungen verlassener Sanatorien weltweit. Einst ein exklusives Mekka für die Elite und die Arbeiterklasse eines untergangenen Riesenreiches, erobert heute die Natur die Sanatorien, Hotels und säulenbesetzten Paläste zurück.

Die Geschichte des Ortes begann mit der Entdeckung hochwirksamer, radonhaltiger Thermalquellen. Im vergangenen Jahrhundert wurde das Areal im großen Stil kolonisiert. Jedes Ministerium und jede Berufsgruppe – von Bergleuten bis hin zu Metallurgen – erhielt ihren eigenen, prunkvollen Palast im Stil des sozialistischen Klassizismus. Selbst der berüchtigtste Diktator des Regimes besaß hier ein privates Badehaus. Mit dem plötzlichen Zusammenbruch des Staatsgefüges kollabierte auch das Kursystem. Die Luxushotels leerten sich über Nacht. Wenig später dienten die riesigen Komplexe jahrzehntelang als provisorische Zuflucht für Tausende Geflüchtete eines regionalen Krieges, die den sterbenden Prunk mit provisorischen Holzbauten und Wellblech an die Realität des Überlebens anpassten.

Es gab einst 19 gigantische Sanatorien und 9 zentrale Badehäuser, eingebettet in einen riesigen, kreisförmig angelegten Kurpark. Charakteristisch sind monumentale Säulenhallen, monumentale Freitreppen, kassettenverzierte Decken mit schwerem Stuck und riesige Lichtkuppeln. Die größten Einzelkomplexe boten Platz für über 300 Betten pro Gebäude. In der Hochphase wurden hier jährlich über 100.000 Kurgäste durchgeschleust. Jedes Sanatorium funktionierte als autarke Kleinstadt mit eigenem Theatersaal, Kino, Großküche, Bibliotheken und weitläufigen unterirdischen Versorgungstunneln. Die Badehäuser im Zentrum nutzen direkt die natürlichen Quellen, die mit einer konstanten, angenehmen Eigentemperatur von 33°C bis 35°C ohne künstliche Erhitzung in die kreisrunden, futuristisch anmutenden Becken geleitet wurden.

Der Ort befindet sich in einer rasanten Übergangsphase. Während einige der gigantischen Ruinen nach der Umsiedlung der Bewohner an Investoren verkauft wurden und bereits entkernt, renoviert oder streng bewacht werden, stehen andere Komplexe weiterhin komplett offen. Der Verfall ist weit fortgeschritten: Decken brechen ein, der charakteristische blaue und grüne Putz blättert von den Wänden, und meterhohe Sträucher wachsen durch die einstigen Tanzsäle. Ein absolutes Paradies für Urbexer – solange die verbleibenden Ruinen noch stehen.

Sanatorium Metalurgist

Badehaus Nr. 5

Sanatorium Gelati

Sanatorium Imereti

Badehaus Nr. 8

Sanatorium Sakartvelo

Sanatorium Savane Hotel

Spielplatz

Sanatorium Kolkheti

Sanatorium Medea

Hotel Aia

Sanatorium Filiali

 

Sanatorium Libani

Tief in den bewaldeten Tälern Georgiens, wo die Luft dünn und das Klima seit Jahrhunderten als heilend gilt, ragt ein steinernes Zeugnis vergangener Epochen aus dem Grün. Das ehemalige Sanatorium – ein Prachtbau im Stil des Empire-Klassizismus – diente einst als letzte Hoffnung für Lungenkranke und als Erholungsort für die Elite.
Die Wurzeln des Areals reichen bis in die Zarenzeit zurück. Die Region wurde bereits im späten 19. Jahrhundert durch den Adel als Kurort erschlossen. Das heutige Hauptgebäude entstand jedoch erst Jahrzehnte später im Rahmen der massiven Ausweitung des sowjetischen Gesundheitswesens. Unter der Leitung renommierter Architekten wurde hier ein medizinischer Komplex geschaffen, der Funktionalität mit imperialem Glanz vereinte.
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion verfiel das Gebäude zusehends. In den 1990er Jahren diente es zeitweise als Notunterkunft für Geflüchtete aus regionalen Konflikten, bevor es schließlich komplett aufgegeben wurde.

Das Sanatorium besteht aus einem T-förmiges Hauptgebäude mit angeschlossenem Rundflügel, das vermutlich den ehemaliger Speisesaal oder Festsaal darstellte. Die Hauptfassade erstreckt sich über eine Länge von circa 150 Metern. Drei oberirdische Etagen, die mittlere Etage beherbergte allein über 80 Patientenzimmer. Weiterhin markante Rundbogenportale im Eingangsbereich, geschwungene Korridore und eine massive Steinkonstruktion, die für die Ewigkeit gebaut schien.

Das Gebäude wurde in den letzten Jahren vollständig entkernt. Alle dekorativen Details, Stuckarbeiten und Bodenbeläge wurden entfernt, übrig geblieben ist das nackte Steinskelett. Aktuelle Entwicklungen deuten darauf hin, dass die Ruine nicht dem Verfall überlassen bleibt: Der Umbau als Hotel oder Luxusressort steht im Raum, aber davon können wir nichts sehen.

TBC Klinik

Diese Tuberkulose Klinik wurde Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet um hier die Menschen einer Großstadt zu behandeln und ihnen Erholung zu gewähren. Knapp 100 Patienten konnten aufgenommen werden.
Die nötigen Liegehallen, Schlaf- und Aufenthaltsräume, ein gemeinsamen Speiseraum war vorhanden, auch die Küche war hier auch untergebracht. Weiterhin lebten hier auch die Ärzte, Schwestern und die Verwaltungsbeamten.
Bis 1990 wurde die Heilstätte hier betrieben und dann zuletzt als Seniorenpflegeheim genutzt.

Geisterstadt Eleousa

Mitten im Wald taucht der merkwürdige Ort Eleousa auf. Die auf den ersten Blick verlassene Geisterstadt mit seiner Piazza den klotzigen Arkadenbau und den Kolonialhäusern wurden 1935 – 1936 von den Italienern zur Kolonialisierung gebaut. Italienische Forstarbeiter wurden hier angesiedelt um die Wälder des Berges wieder aufzuforsten.
Der Mittelpunkt des Dorfes gruppierte sich um einen rechteckigen Platz mit einer Römisch Katholischen Kirche, das Haus der faschistischen Partei und ein imposantes Arkadengebäude für Geschäfte, Gewerbe, ärztliche Versorgung und sogar ein Kino im ersten Stock dessen aufgemalte Leinwand noch heute auf der Kopfwand zu sehen ist.
1939 verließen die Siedler den Ort, da das deutsche Militär den Ort dann als Stützpunkt nutzte.
Von 1947 bis 1970 wurde in den Gebäuden dann ein Sanatorium für Tuberkulose Kranke betrieben und war eines der größten in der Region. Die Abgeschiedenheit half die Quarantäne aufrecht zu erhalten.
Heute ist der Ort verlassen und verfällt zusehends. Doch nicht ganz, denn unterhalb dieser Anlage liegt das eigentliche Dorf das Heute noch bewohnt ist.

Albrechtshaus

Wir nennen diesen Ort mit Klarnamen, weil hier wirklich nichts mehr zu retten ist.

Lange Zeit hatten wir vor dieses Objekt zu besuchen, nach mehreren Bränden fehlte uns die Lust. Durch einen Urlaub im Harz aber guckten wir auch hier einmal vorbei. Jetzt beim Bearbeiten der Bilder fehlt irgendwie die Stimmung die damals dort herrschte und den Besuch doch zu etwas besonderem machte. Trotz oder wegen der Zerstörung war es eine spannende Erkundung, auch das etwas abgelegene Haus fanden wir  architektonisch sehenswert.

Zur Geschichte:
Wie viele Lungenheilstätten wurde diese auch um 1900 erbaut. Die Landesversicherungsanstalt Braunschweig war der Bauträger und es konnten 40 Männer hier unterkommen. Ein Jahr später wurde daneben das Marienheim für 24 Frauen eingeweiht.
Die kleine Holzkirche ist dann 1905 eingeweiht worden und ist heute abgebaut um an anderer Stelle wieder in neuem Glanz zu erstrahlen.
In den weiteren Jahren erfolgten mehrere Ausbaustufen um mehr Patienten aufnehmen zu können. Das waren dann um 1930, 100 männliche und 80 weibliche Lungenkranke.
Auch in den DDR Zeiten wurde hier zuerst die Tuberkulose behandelt, bis es dann ein Fachkrankenhaus wurde. Gegen Ende ist es dann, bedingt durch den Rückgang der Lungenkrankheiten zum Sanatorium geworden. Eine Umwandlung in eine Rehaklinik nach der Wende brachte keinen wirtschaftlichen Erfolgt und so erfolgte 1993 die Schließung. Es gab dann Pläne für ein Luxus- oder Wellnesshotel, aber seit 2009 ruht hier auch die Planung dafür. In dieser Zeit muss es auch einen Teilabriss gegeben haben, da die SAT Bilder von 2000 bis 2009 eine Veränderung sichtbar machen. Der nördliche Teil der Klinik verschwand. Ein Großbrand 2013 machte das Gebäude dann zu einer Ruine, dieser Zustand dauert bis heute an.

Kindersanatorium

Das zuletzt als Kinderkrankenhaus genutzte Haus hat seine Ursprünge Mitte des 19. Jahrhunderts. Als Sanatorium für Tuberkulose und chronischen Atemwegserkrankungen wurde es hier erbaut und wurde hier in den 1920er Jahren in den jetzigen Zustand erweitert. Ein repräsentativer Bau mit einem großem umliegenden Park, der heute aber verwildert ist. Bänke und Klettergerüste tauchen auf dem Weg in das Haus aus dem Dickicht auf. Geschlossen wurde das Krankenhaus ein paar Jahre nach der Jahrtausendwende. Das Haus hatte Platz für 120 Betten. Heute wird es zwar noch bewacht, aber wir fanden schon viele Anzeichen von Vandalismus und Kabeldieben.