Was heute still über die Bäume wacht, war vor wenigen Jahrzehnten ein neuralgischer Knotenpunkt im Richtfunknetz der DDR.
Wir haben uns die verlassene Anlage und ihr unterirdisches Herzstück genauer angesehen. Der Standort wurde in den späten Jahrzehnten des Kalten Krieges errichtet. Als Teil des strategischen Sonder- und Richtfunknetzes diente der Fernmeldeturm der zivilen und militärischen Kommunikation. Die Relaisstation verband wichtige Führungsstellen und Telekommunikationsknotenpunkte über Richtfunktrassen, um auch bei Störungen des kabelgebundenen Netzes eine abhörsichere Verbindung zu gewährleisten. Mit dem Zerfall des Ostblocks und der Wende verlor das Objekt seine primäre strategische Bedeutung.
Das Areal liegt größtenteils still. Während der Mast selbst stellenweise noch Mobilfunk- oder Antennen trägt, sind die Betriebs- und Versorgungsgebäude am Fuße verwaist. Das eigentliche Highlight verbirgt sich im Tiefgeschoss des Versorgungstraktes, die massive Notstromanlage, ausgelegt für ein Worst-Case-Szenario. Redundante Netzeinspeisung mit automatischer Umschaltelektrik. Der Großdiesel-Motor war gekoppelt mit einem Generator zur unterbrechungsfreien Eigenstromversorgung (USV) bei Netzausfall. Dafür gab es einen unterirdisches Tank und ein eigenes Druckluft-Startsystem zum Anlassen des Schwerölers ohne Batteriespannung. Daneben der Schaltraum mit einenm kleinen Steuerstand.
Das Gelände wurde Mitte der 1930er Jahre als Fliegerhorst für die Deutsche Luftwaffe errichtet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs übernahm das sowjetische Militär das Areal und baute es zu einem der größten Frontflugplätze der Region aus. Über Jahrzehnte diente das Areal als strategischer Stützpunkt für gegenseitige Bedrohungsszenarien. Es beherbergte Jagdbomber- und Aufklärungsgeschwader sowie umfangreiche Bunkeranlagen und Treibstofflager.
Anfang der 1990er Jahre zogen die ausländischen Truppen ab. Das Areal fiel in einen Dornröschenschlaf, bis Ende der 1990er Jahre ein ambitioniertes Industrie-Projekt gestartet wurde. Der Bau einer der größten freitragenden Hallen der Welt für die Fertigung riesiger Frachtluftschiffe.
Nach der Pleite des Luftschiff-Unternehmens entstand in der gigantischen Halle eine überdachte tropische Freizeitwelt. Während das Hauptgebäude zivil genutzt wird, liegen entlegene Teile der ehemaligen Landebahn und der Nebengebäude bis heute im Dickicht brach.
Die Start- und Landebahn bestand aus einem betoniertes Rollfeld mit einer Gesamtlänge von ca. 2.500 m und einer Breite von ca. 40 m, über 20 gehärtete Flugzeugdeckungen, wie den Shelter/AU-11 sowie ausgedehnte unterirdische Befehls- und Munitionsbunker, weiterhin gab es einen eigenen Gleisanschluss zur Versorgung mit Kerosin sowie massive unterirdische Tankanlagen.
An diesem Lost Place sind wir deutlich zu spät. Es hat gebrannt, die Red Star Lok ist nicht mehr da, der verbliebene Rest ist beschmiert. Zudem ist es furchtbar sonnig und zugewachsen, so das fotografieren schwierig ist und keine richtige Stimmung aufkommt.
Der Zugang war nicht so einfach, da das Gelände noch genutzt wird.
Das Chemiewerk wurde in den 20 Jahren des letzten Jahrhunderts gegründet, das Unternehmen konzentrierte sich ursprünglich auf die die Herstellung von Holzkohle.
Nach 1945 wurde die Produktion von Lacken und Farben in der Anlage gestartet, nach und nach die Anlagen erweitert und die Fabrik entwickelte sich zu einem Industriegiganten. Hier wurden viele Chemikalien hergestellt.
In den 60-er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Fabrik umbenannt, in den folgenden Jahrzehnten begannen sie auch, Gummiprodukte herzustellen. Die militärische Produktion war ebenfalls vertreten, die Anlage produzierte die Antriebsröhren zur Detektion von Chemikalien in der Luft und Filter für Gasmasken. Angeblich auch Spezielachemikalien für den Militärsektor, es wurden hier nach der Schließung auch Rückstände von Kampfmitteln entdeckt.
Zum Zeitpunkt des größten Booms des Unternehmens, arbeiteten hier mehr als 2400 Menschen, ein paar Jahre nach der Jahrtausendwende kam der Konkurs.
Wir konnten „nur“ die Labore besichtigen, aber das war dann auch schon kurz vor der Entkernung bzw. Versiegelung. Der Verfall war prächtig und damit eines der Highlights der Tour.
Das in den frühen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts in Ostmitteleuropa gegründete Magnesitwerk galt über Generationen hinweg als technologische Pionieranlage in der Schwerindustrie. Als einer der wenigen Komplexe der Region verfügte der Standort über einen geschlossenen Produktionskreislauf.
Vom Abbau des Rohstoffs über den Transport bis hin zum fertigen feuerfesten Formstein verblieben alle Prozessschritte an einem Ort. Die Erzförderung erfolgte aus nahegelegenen Steinbrüchen und Untertage. Für den direkten Transport in die Aufbereitung diente eine mehrere Kilometer lange Materialseilbahn. Zur Primärbehandlung des Magnesits kamen Schachtöfen für die Sinterung zum Einsatz. Das Sintermaterial wurde auf Hochleistungs-Hydraulikpressen zu Formlingen gepresst und anschließend in massiven Tunnelöfen bei Temperaturen über 1.500 °C gebrannt. Das Werk produzierte hochfeuerfeste Magnesit- und Chrommagnesitsteine für die Stahl-, Glas-, Zement- und Hüttenindustrie. In den Hochzeiten lag die Exportquote bei über 95 % mit einer Belegschaft von mehr als 400 Mitarbeitern.
Nachteile durch massiv gestiegene Energiepreise sowie Währungsschwankungen führten in den 2000er Jahren zum abrupten wirtschaftlichen Aus. Nach Blockade der Geschäftskonten und dem anschließenden Insolvenzverfahren wurde die Produktion vollständig eingestellt. Kurz nach der Stilllegung begann das klassische Schicksal verlassener Industriegiganten. Buntmetalldiebe trennten Leitungen und Stahlträger heraus, die Hydraulikanlagen und Steuerstände wurden weitgehend zerstört oder ausgeschlachtet. In den Folgejahren wurden wesentliche Anlagenteile wie die Materialseilbahn, die Siloanlagen sowie Teile der Tunnelöfen gezielt zurückgebaut. Der Industriekomplex steht heute als stark verfallene Brachfläche. Erhalten sind im Wesentlichen entkernte Stahlbetonskelette, verlassene Verwaltungsgebäude und die massiven Fundamente der einstigen Hochtemperaturöfen.
Gegründet in der Blütezeit der mitteleuropäischen Schwerindustrie, konzentrierte sich das Werk von Beginn an auf die Herstellung hochfeuerfester Spezialbaustoffe. Um den immensen Bedarf der umliegenden Hütten- und Stahlwerke an temperaturbeständigen Auskleidungen zu decken, wurde der Standort in unmittelbarer Nähe zu reichhaltigen Quarzit-Vorkommen errichtet. Über Jahrzehnte hinweg war die Ziegelei ein zentraler Zulieferer für die Metallurgie und Glasindustrie der Region und wurde schrittweise von handwerklichem Abbau auf industrielle Großproduktion umgestellt
Mit dem strukturellen Wandel in der Stahlindustrie und dem Niedergang alter Hüttenstandorte sank die Nachfrage nach Material drastisch. Nach der Stilllegung in den späten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts blieb das Areal jahrzehntelang verwaist. Die Natur holt sich das stark kontaminierte und einsturzgefährdete Areal schrittweise zurück.
Gegründet gegen Ende des 19. Jahrhunderts im Tal einer traditionsreichen Bergbauregion, entstand die Fabrik als Antwort auf fallende Rohstoffpreise am Weltmarkt. Statt Reinsilber nur abzubauen, sollte das Edelmetall direkt vor Ort zu kunstvollem Tafelbesteck und Korpuswaren verarbeitet werden.
Nach anfänglichen Erfolgen und internationalen Auszeichnungen wuchs das Werk in der Mitte des 20. Jahrhunderts zu einem der führenden Großbetriebe für Haushaltswaren in Osteuropa heran. Mit der Verstaatlichung folgten gewaltige Expansionen und Massenproduktion für den gesamten Ostblock. Nach dem politischen Umbruch in den 1990er Jahren brachen die Kernmärkte ein. Umstrukturierungen, Teilschließungen und Eigentümerwechsel führten schließlich zum Brachliegen großer Werksteile.
Der Ursprung der Anlage datiert auf den Anfang des 17. Jahrhunderts, errichtet als befestigter Adelssitz auf älteren Fundamenten.
Über Generationen verblieb das Anwesen in den Händen verschiedener Adelsgeschlechter, wobei es im 19. und frühen 20. Jahrhundert mehrfach klassizistisch und romantisch-historisierend überarbeitet wurde, um den Festungscharakter hervorzuheben. Nach der Entmachtung des Adels ging der Komplex in staatliche Nutzung über. Ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts diente das Gebäude jahrzehntelang als Internats- und Spezialschule. In dieser Phase erfolgten diverse funktionale Umbauten im Innenbereich. In den 1990er Jahren wurde der Schulbetrieb eingestellt und das Objekt geräumt.
Anfang der 2000er Jahre wurde das Objekt an private Investoren veräußert. Rechtliche Unklarheiten bezüglich des geschützten Parks blockierten jedoch sämtliche Entwicklungen. Die Folge ist ein jahrzehntelanger Stillstand, Das Dach weist erhebliche Feuchtigkeitsschäden auf, der Putz blättert flächig ab, und die historische Bausubstanz verfällt zusehends.
Der Standort geht auf einen wehrhaften Adelssitz aus dem späten 16. Jahrhundert zurück. Um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert erwarb eine Industriellenfamilie das Anwesen und erweiterte es um die repräsentative Jugendstil-Villa. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts diente das Areal einem Mediziner als Wirkungsstätte. Der umliegende Park wurde systematisch für den Anbau und die Erforschung von Heilkräutern genutzt.
Nach dem Eigentumsübergang an den Staat in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts folgte die Konvertierung in eine spezialisierte Kinder-Kur Einrichtung. Schwerpunkte waren die Behandlung chronischer Atemwegserkrankungen, Bronchitis und Rekonvaleszenz. Im Zuge der Verwaltungsumstrukturierungen Ende des 20. Jahrhunderts wurde der Kurbetrieb endgültig eingestellt und das Objekt an die örtliche Kommune übertragen.
Das Anwesen steht seit Jahrzehnten weitgehend ungenutzt im Dornröschenschlaf. Die Substanz weist witterungsbedingte Verfallsschäden auf, während im Inneren teils noch zeitgenössische Einrichtungsgegenstände, Kinderspielzeug und medizinische Fragmente erhalten sind. Das Objekt befindet sich im Schwebezustand zwischen angedachten Revitalisierungskonzepten und fortschreitender Demontage durch die Natur.