Dieses Forsthaus fällt uns immer wieder beim vorbei fahren auf. Die Rollläden sind herunter gelassen und das Grundstück macht einen ungepflegten Eindruck. War es die neu gebaute Fernverkehrsstraße die die Bewohner hier vertrieben hat, der Verkehr rauschte Tag und Nacht vorbei. Aber genaues wissen wir nicht, jetzt im Rahmen einer Fahrradtour konnten wir auch den kleinen Waldweg entdecken, welcher dort hin führt. Das Haus ist ausgeräumt und erzählt nicht mehr viel über seine letzten Bewohner.
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Funksendestelle
Im Zuge des massiven Ausbaus der nationalen Kommunikations- und Infrastrukturnetze der DDR, wurde der Ende der 1960er Jahre das Areal als hochmoderne Funksendestelle konzeptioniert und errichtet.
Hauptaufgabe war als abgesetzte Sendestelle des Hauptführungsbauwerks des Minesteriums für Nationale Verteidigung in der Nähe, das Objekt 16/017. Die räumliche Trennung vom Hauptbauwerk diente der Tarnung und durch das Anpeilen konnte der Hauptbunker nicht ermittelt werden.
Die Anlage umfasste 5 Garagenbunker, ein Technikbunker sowie 5 Mannschaftsbunker. 2 Netzersatzanlagen sicherten die Stromversorgung. Inmitten des Waldstücks standen dann die Antennenmasten, das gesamte Gelände war mit einem Hochspannungszaun umschlossen.
Heute sind die meisten Anlagen demontiert, die Bunker sind aber noch vorhanden, viele sind zugeschüttet worden. Aber alle wurden entkernt und sind heute nur noch als Betongerippe vorhanden.
NVA Führungsbunker
Dieser Bunker wurde als Prototyp weiterer Anlagen erbaut und ging aber nie in Betrieb. Der Bau begann 1987 und endete 1990 mit dem Ende der DDR, bis dahin kostete das Unterfangen 17,1 Mio. DDR Mark. Es war ein 2-etagiger, monolithischer Bunker mit Schutzklasse D und er hatte eine Nutzfläche von 1124 m².
Er sollte als Wechselgefechtsstand der Landstreitkräfte der NVA dienen. Dazu gab es eine Anbindung an ein dichtes Netz aus Sonderkommunikationskabeln zur Aufrechterhaltung abhörsicherer Führungslinien. Die Bundeswehr hat dann die Nutzung aufgegeben und demontierte die Nachrichtentechnik. Ein Feuer zerstörte dann 1995 Teile der Anlage, darunter die NEA. 2005 wurde er verschlossen und übererdet, warum dann 2025 plötzlich der Eingang wieder frei gelegt wurde erschließt sich uns nicht. Es war kein Bunker „aufbuddeln“ sonder die gesamte Erde vor dem Eingang war dann auch verschwunden. Vor ein paar Jahren guckten wir hier schon einmal vorbei, da war ein riesiger Sandhügel zu sehen.
Herz des Fernmeldeturms
Was heute still über die Bäume wacht, war vor wenigen Jahrzehnten ein neuralgischer Knotenpunkt im Richtfunknetz der DDR.
Wir haben uns die verlassene Anlage und ihr unterirdisches Herzstück genauer angesehen. Der Standort wurde in den späten Jahrzehnten des Kalten Krieges errichtet. Als Teil des strategischen Sonder- und Richtfunknetzes diente der Fernmeldeturm der zivilen und militärischen Kommunikation. Die Relaisstation verband wichtige Führungsstellen und Telekommunikationsknotenpunkte über Richtfunktrassen, um auch bei Störungen des kabelgebundenen Netzes eine abhörsichere Verbindung zu gewährleisten. Mit dem Zerfall des Ostblocks und der Wende verlor das Objekt seine primäre strategische Bedeutung.
Das Areal liegt größtenteils still. Während der Mast selbst stellenweise noch Mobilfunk- oder Antennen trägt, sind die Betriebs- und Versorgungsgebäude am Fuße verwaist. Das eigentliche Highlight verbirgt sich im Tiefgeschoss des Versorgungstraktes, die massive Notstromanlage, ausgelegt für ein Worst-Case-Szenario. Redundante Netzeinspeisung mit automatischer Umschaltelektrik. Der Großdiesel-Motor war gekoppelt mit einem Generator zur unterbrechungsfreien Eigenstromversorgung (USV) bei Netzausfall. Dafür gab es einen unterirdisches Tank und ein eigenes Druckluft-Startsystem zum Anlassen des Schwerölers ohne Batteriespannung. Daneben der Schaltraum mit einenm kleinen Steuerstand.
Flugplatz Brand
Das Gelände wurde Mitte der 1930er Jahre als Fliegerhorst für die Deutsche Luftwaffe errichtet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs übernahm das sowjetische Militär das Areal und baute es zu einem der größten Frontflugplätze der Region aus. Über Jahrzehnte diente das Areal als strategischer Stützpunkt für gegenseitige Bedrohungsszenarien. Es beherbergte Jagdbomber- und Aufklärungsgeschwader sowie umfangreiche Bunkeranlagen und Treibstofflager.
Anfang der 1990er Jahre zogen die ausländischen Truppen ab. Das Areal fiel in einen Dornröschenschlaf, bis Ende der 1990er Jahre ein ambitioniertes Industrie-Projekt gestartet wurde. Der Bau einer der größten freitragenden Hallen der Welt für die Fertigung riesiger Frachtluftschiffe.
Nach der Pleite des Luftschiff-Unternehmens entstand in der gigantischen Halle eine überdachte tropische Freizeitwelt. Während das Hauptgebäude zivil genutzt wird, liegen entlegene Teile der ehemaligen Landebahn und der Nebengebäude bis heute im Dickicht brach.
Die Start- und Landebahn bestand aus einem betoniertes Rollfeld mit einer Gesamtlänge von ca. 2.500 m und einer Breite von ca. 40 m, über 20 gehärtete Flugzeugdeckungen, wie den Shelter/AU-11 sowie ausgedehnte unterirdische Befehls- und Munitionsbunker, weiterhin gab es einen eigenen Gleisanschluss zur Versorgung mit Kerosin sowie massive unterirdische Tankanlagen.
Hier der Beitrag zur benachbarten Kaserne.
Sowjetisches Ehrenmal
Zugdepot
An diesem Lost Place sind wir deutlich zu spät. Es hat gebrannt, die Red Star Lok ist nicht mehr da, der verbliebene Rest ist beschmiert. Zudem ist es furchtbar sonnig und zugewachsen, so das fotografieren schwierig ist und keine richtige Stimmung aufkommt.
Der Zugang war nicht so einfach, da das Gelände noch genutzt wird.
Chemiewerk
Das Chemiewerk wurde in den 20 Jahren des letzten Jahrhunderts gegründet, das Unternehmen konzentrierte sich ursprünglich auf die die Herstellung von Holzkohle.
Nach 1945 wurde die Produktion von Lacken und Farben in der Anlage gestartet, nach und nach die Anlagen erweitert und die Fabrik entwickelte sich zu einem Industriegiganten. Hier wurden viele Chemikalien hergestellt.
In den 60-er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Fabrik umbenannt, in den folgenden Jahrzehnten begannen sie auch, Gummiprodukte herzustellen. Die militärische Produktion war ebenfalls vertreten, die Anlage produzierte die Antriebsröhren zur Detektion von Chemikalien in der Luft und Filter für Gasmasken. Angeblich auch Spezielachemikalien für den Militärsektor, es wurden hier nach der Schließung auch Rückstände von Kampfmitteln entdeckt.
Zum Zeitpunkt des größten Booms des Unternehmens, arbeiteten hier mehr als 2400 Menschen, ein paar Jahre nach der Jahrtausendwende kam der Konkurs.
Wir konnten „nur“ die Labore besichtigen, aber das war dann auch schon kurz vor der Entkernung bzw. Versiegelung. Der Verfall war prächtig und damit eines der Highlights der Tour.
Magnesitwerk
Das in den frühen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts in Ostmitteleuropa gegründete Magnesitwerk galt über Generationen hinweg als technologische Pionieranlage in der Schwerindustrie. Als einer der wenigen Komplexe der Region verfügte der Standort über einen geschlossenen Produktionskreislauf.
Vom Abbau des Rohstoffs über den Transport bis hin zum fertigen feuerfesten Formstein verblieben alle Prozessschritte an einem Ort. Die Erzförderung erfolgte aus nahegelegenen Steinbrüchen und Untertage. Für den direkten Transport in die Aufbereitung diente eine mehrere Kilometer lange Materialseilbahn. Zur Primärbehandlung des Magnesits kamen Schachtöfen für die Sinterung zum Einsatz. Das Sintermaterial wurde auf Hochleistungs-Hydraulikpressen zu Formlingen gepresst und anschließend in massiven Tunnelöfen bei Temperaturen über 1.500 °C gebrannt. Das Werk produzierte hochfeuerfeste Magnesit- und Chrommagnesitsteine für die Stahl-, Glas-, Zement- und Hüttenindustrie. In den Hochzeiten lag die Exportquote bei über 95 % mit einer Belegschaft von mehr als 400 Mitarbeitern.
Nachteile durch massiv gestiegene Energiepreise sowie Währungsschwankungen führten in den 2000er Jahren zum abrupten wirtschaftlichen Aus. Nach Blockade der Geschäftskonten und dem anschließenden Insolvenzverfahren wurde die Produktion vollständig eingestellt. Kurz nach der Stilllegung begann das klassische Schicksal verlassener Industriegiganten. Buntmetalldiebe trennten Leitungen und Stahlträger heraus, die Hydraulikanlagen und Steuerstände wurden weitgehend zerstört oder ausgeschlachtet. In den Folgejahren wurden wesentliche Anlagenteile wie die Materialseilbahn, die Siloanlagen sowie Teile der Tunnelöfen gezielt zurückgebaut. Der Industriekomplex steht heute als stark verfallene Brachfläche. Erhalten sind im Wesentlichen entkernte Stahlbetonskelette, verlassene Verwaltungsgebäude und die massiven Fundamente der einstigen Hochtemperaturöfen.
Ziegelei
Gegründet in der Blütezeit der mitteleuropäischen Schwerindustrie, konzentrierte sich das Werk von Beginn an auf die Herstellung hochfeuerfester Spezialbaustoffe. Um den immensen Bedarf der umliegenden Hütten- und Stahlwerke an temperaturbeständigen Auskleidungen zu decken, wurde der Standort in unmittelbarer Nähe zu reichhaltigen Quarzit-Vorkommen errichtet. Über Jahrzehnte hinweg war die Ziegelei ein zentraler Zulieferer für die Metallurgie und Glasindustrie der Region und wurde schrittweise von handwerklichem Abbau auf industrielle Großproduktion umgestellt
Mit dem strukturellen Wandel in der Stahlindustrie und dem Niedergang alter Hüttenstandorte sank die Nachfrage nach Material drastisch. Nach der Stilllegung in den späten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts blieb das Areal jahrzehntelang verwaist. Die Natur holt sich das stark kontaminierte und einsturzgefährdete Areal schrittweise zurück.

























































































































































































































