Gegründet gegen Ende des 19. Jahrhunderts im Tal einer traditionsreichen Bergbauregion, entstand die Fabrik als Antwort auf fallende Rohstoffpreise am Weltmarkt. Statt Reinsilber nur abzubauen, sollte das Edelmetall direkt vor Ort zu kunstvollem Tafelbesteck und Korpuswaren verarbeitet werden.
Nach anfänglichen Erfolgen und internationalen Auszeichnungen wuchs das Werk in der Mitte des 20. Jahrhunderts zu einem der führenden Großbetriebe für Haushaltswaren in Osteuropa heran. Mit der Verstaatlichung folgten gewaltige Expansionen und Massenproduktion für den gesamten Ostblock. Nach dem politischen Umbruch in den 1990er Jahren brachen die Kernmärkte ein. Umstrukturierungen, Teilschließungen und Eigentümerwechsel führten schließlich zum Brachliegen großer Werksteile.
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Schloss Rapunzel
Der Ursprung der Anlage datiert auf den Anfang des 17. Jahrhunderts, errichtet als befestigter Adelssitz auf älteren Fundamenten.
Über Generationen verblieb das Anwesen in den Händen verschiedener Adelsgeschlechter, wobei es im 19. und frühen 20. Jahrhundert mehrfach klassizistisch und romantisch-historisierend überarbeitet wurde, um den Festungscharakter hervorzuheben. Nach der Entmachtung des Adels ging der Komplex in staatliche Nutzung über. Ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts diente das Gebäude jahrzehntelang als Internats- und Spezialschule. In dieser Phase erfolgten diverse funktionale Umbauten im Innenbereich. In den 1990er Jahren wurde der Schulbetrieb eingestellt und das Objekt geräumt.
Anfang der 2000er Jahre wurde das Objekt an private Investoren veräußert. Rechtliche Unklarheiten bezüglich des geschützten Parks blockierten jedoch sämtliche Entwicklungen. Die Folge ist ein jahrzehntelanger Stillstand, Das Dach weist erhebliche Feuchtigkeitsschäden auf, der Putz blättert flächig ab, und die historische Bausubstanz verfällt zusehends.
Kindersanatorium
Der Standort geht auf einen wehrhaften Adelssitz aus dem späten 16. Jahrhundert zurück. Um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert erwarb eine Industriellenfamilie das Anwesen und erweiterte es um die repräsentative Jugendstil-Villa. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts diente das Areal einem Mediziner als Wirkungsstätte. Der umliegende Park wurde systematisch für den Anbau und die Erforschung von Heilkräutern genutzt.
Nach dem Eigentumsübergang an den Staat in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts folgte die Konvertierung in eine spezialisierte Kinder-Kur Einrichtung. Schwerpunkte waren die Behandlung chronischer Atemwegserkrankungen, Bronchitis und Rekonvaleszenz. Im Zuge der Verwaltungsumstrukturierungen Ende des 20. Jahrhunderts wurde der Kurbetrieb endgültig eingestellt und das Objekt an die örtliche Kommune übertragen.
Das Anwesen steht seit Jahrzehnten weitgehend ungenutzt im Dornröschenschlaf. Die Substanz weist witterungsbedingte Verfallsschäden auf, während im Inneren teils noch zeitgenössische Einrichtungsgegenstände, Kinderspielzeug und medizinische Fragmente erhalten sind. Das Objekt befindet sich im Schwebezustand zwischen angedachten Revitalisierungskonzepten und fortschreitender Demontage durch die Natur.
Schimmelressort
Das vergessene Krankenhaus
Sanatorium
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in einem dichten Waldgebiet ein spezialisierter Komplex zur Behandlung von Lungenerkrankungen und Atemwegsbeschwerden errichtet.
Das Areal diente über viele Jahrzehnte hinweg als Erholungs- und Behandlungsstätte für Arbeiter der umliegenden Schwerindustrie sowie Patienten mit Tuberkulose.
Nach mehreren Modernisierungswellen im mittleren bis späten 20. Jahrhundert verlor der Komplex mit dem Wandel des Gesundheitssystems und dem Rückgang des regionalen Bergbaus an Bedeutung. Um die Jahrtausendwende wurde der Betrieb schrittweise eingestellt, bis die Anlage schließlich vollständig stillgelegt wurde.
Seitdem verfällt das Objekt und ist Witterung sowie Vandalismus ausgesetzt. ‚
Der Komplex wurde in Stahlbeton- und Ziegelbauweise mit mehrstöckigem Haupttrakt und symmetrisch angeordneten Seitenflügeln erbaut. Er hatte mehrere tausend Quadratmeter Nutzfläche verteilt auf Hauptgebäude, Verwaltungsflügel, Wirtschaftsgebäude und Nebentrakte. Es gab eine eigene Kesselanlage zur Wärmeversorgung und ein weitläufiges Leitungssystem im Untergeschoss sowie großzügige Balkon- und Terrassenfronten, die als Sonnendecks für Liegekuren genutzt wurden.
Schaltwarte
Mitten in einer europäischen Großstadt befindet sich eines der beeindruckendsten Relikte der frühen Moderne, eine imposante Art-Déco-Schaltwarte.
1927–1929 entworfen, mit einen ausgeklügelten Tageslichtkonzeption, mit elliptisches, doppelwandiges Glas-Dachfenstern, um den Ingenieuren blendfreies Arbeiten ohne Kunstlicht zu ermöglichen. Der Bunkerraum wurde bewusst im Kern des Komplexes integriert, um im Ernstfall vor Luftangriffen geschützt zu sein.
1914 wurde der erste Kraftwerksabschnitt in Betrieb genommen, dieser diente der Versorgung des städtischen Stromnetzes und des Schienenverkehrs. Dann folgte die Errichtung der ovalen Zentralschaltwarte als technisches und optisches Herzstück der Anlage. In den 1970er–1990er Jahren, gab es technologische Modernisierungen im laufenden Betrieb, die alte Schaltwarte verlor schrittweise ihre primäre Steuerungsfunktion, blieb jedoch erhalten. Aber in den 2000er Jahren dann die endgültige Stilllegung des historischen Traktes und Außerdienststellung der analogen Leitstände.
Wir konnten eines der Top Urbexziele ungestört genießen. Alles verlief nach Plan und man stand endlich in diesem Raum, den man schon so oft bei anderen gesehen hatte.
Wasserwerk
Dieses Wasserwerk wurde in den 1960er Jahren in Betrieb genommen und versorgte den Kreis mit dem kühlen Nass. Wegen des sinkenden Wasserverbrauchs wurde es vor rund 15 Jahren außer Betrieb genommen, blieb aber noch in stiller Reserve. Zwischenzeitlich gab es auch Ideen es wieder in Betrieb zu nehmen. Das Werk besteht aus mehreren Teilen, wir konnten den Filterhallen Trakt besichtigen. Nebenan ist noch die Verwaltung und die Pumpenhalle.
Verwaltung eines Chemiewerkes
Hier wurden einst die Geschicke eines der bedeutendsten Kunststoff- und Chemieproduzenten der Region gelenkt.
Entstanden im späten 19. Jahrhundert ging nach dem Ersten Weltkrieg das Werk in den Besitz eines der berüchtigtsten deutschen Chemie-Kartelle über und wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt.
Nach Enteignung und zwischenzeitlicher Verwaltung durch eine sowjetische Aktiengesellschaft entstand der bekannte Großbetrieb. Als Volkseigener Betrieb war das Werk ein gigantischer Produzent von PVC-Produkten. Mit dem Ende der Planwirtschaft kam der wirtschaftliche Einbruch. Trotz Privatisierungsversuchen musste das Hauptwerk Mitte der 1990er-Seiten schließen. Das riesige Areal wurde weitgehend abgerissen, zurück blieb unter anderem das imposante Verwaltungsgebäude, welches heute unter Denkmalschutz steht.
Wasserwerk
Hier wurde das Kühl- und Brauchwasser für ein Kohlekraftwerk aufbereitet und zur Verfügung gestellt. Uns ist der Name „REAKTOR“ aufgefallen, bisher kam uns dieser Begriff noch nicht unter in einem Wasserwerk. Aber hier wurde das Wasser von Kalk- und Schwebestoffen befreit um Schäden an den hochempfindlichen Wasserkreislauf des Kraftwerkes zu vermeiden.












































































































































































































































































































