Archiv der Kategorie: Energie

Herz des Fernmeldeturms

Was heute still über die Bäume wacht, war vor wenigen Jahrzehnten ein neuralgischer Knotenpunkt im Richtfunknetz der DDR.

Wir haben uns die verlassene Anlage und ihr unterirdisches Herzstück genauer angesehen. Der Standort wurde in den späten Jahrzehnten des Kalten Krieges errichtet. Als Teil des strategischen Sonder- und Richtfunknetzes diente der Fernmeldeturm der zivilen und militärischen Kommunikation. Die Relaisstation verband wichtige Führungsstellen und Telekommunikationsknotenpunkte über Richtfunktrassen, um auch bei Störungen des kabelgebundenen Netzes eine abhörsichere Verbindung zu gewährleisten. Mit dem Zerfall des Ostblocks und der Wende verlor das Objekt seine primäre strategische Bedeutung.

Das Areal liegt größtenteils still. Während der Mast selbst stellenweise noch Mobilfunk- oder Antennen trägt, sind die Betriebs- und Versorgungsgebäude am Fuße verwaist. Das eigentliche Highlight verbirgt sich im Tiefgeschoss des Versorgungstraktes, die massive Notstromanlage, ausgelegt für ein Worst-Case-Szenario. Redundante Netzeinspeisung mit automatischer Umschaltelektrik. Der Großdiesel-Motor war gekoppelt mit einem Generator zur unterbrechungsfreien Eigenstromversorgung (USV) bei Netzausfall. Dafür gab es einen unterirdisches Tank und ein eigenes Druckluft-Startsystem zum Anlassen des Schwerölers ohne Batteriespannung. Daneben der Schaltraum mit einenm kleinen Steuerstand.

Magnesitwerk

Das in den frühen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts in Ostmitteleuropa gegründete Magnesitwerk galt über Generationen hinweg als technologische Pionieranlage in der Schwerindustrie. Als einer der wenigen Komplexe der Region verfügte der Standort über einen geschlossenen Produktionskreislauf.
Vom Abbau des Rohstoffs über den Transport bis hin zum fertigen feuerfesten Formstein verblieben alle Prozessschritte an einem Ort. Die Erzförderung erfolgte aus nahegelegenen Steinbrüchen und Untertage. Für den direkten Transport in die Aufbereitung diente eine mehrere Kilometer lange Materialseilbahn. Zur Primärbehandlung des Magnesits kamen Schachtöfen für die Sinterung zum Einsatz. Das Sintermaterial wurde auf Hochleistungs-Hydraulikpressen zu Formlingen gepresst und anschließend in massiven Tunnelöfen bei Temperaturen über 1.500 °C gebrannt. Das Werk produzierte hochfeuerfeste Magnesit- und Chrommagnesitsteine für die Stahl-, Glas-, Zement- und Hüttenindustrie. In den Hochzeiten lag die Exportquote bei über 95 % mit einer Belegschaft von mehr als 400 Mitarbeitern.

Nachteile durch massiv gestiegene Energiepreise sowie Währungsschwankungen führten in den 2000er Jahren zum abrupten wirtschaftlichen Aus. Nach Blockade der Geschäftskonten und dem anschließenden Insolvenzverfahren wurde die Produktion vollständig eingestellt. Kurz nach der Stilllegung begann das klassische Schicksal verlassener Industriegiganten. Buntmetalldiebe trennten Leitungen und Stahlträger heraus, die Hydraulikanlagen und Steuerstände wurden weitgehend zerstört oder ausgeschlachtet. In den Folgejahren wurden wesentliche Anlagenteile wie die Materialseilbahn, die Siloanlagen sowie Teile der Tunnelöfen gezielt zurückgebaut. Der Industriekomplex steht heute als stark verfallene Brachfläche. Erhalten sind im Wesentlichen entkernte Stahlbetonskelette, verlassene Verwaltungsgebäude und die massiven Fundamente der einstigen Hochtemperaturöfen.

Schaltwarte

Mitten in einer europäischen Großstadt befindet sich eines der beeindruckendsten Relikte der frühen Moderne, eine imposante Art-Déco-Schaltwarte.

1927–1929 entworfen, mit einen ausgeklügelten Tageslichtkonzeption, mit elliptisches, doppelwandiges Glas-Dachfenstern, um den Ingenieuren blendfreies Arbeiten ohne Kunstlicht zu ermöglichen. Der Bunkerraum wurde bewusst im Kern des Komplexes integriert, um im Ernstfall vor Luftangriffen geschützt zu sein.

1914 wurde der erste Kraftwerksabschnitt in Betrieb genommen, dieser diente der Versorgung des städtischen Stromnetzes und des Schienenverkehrs. Dann folgte die Errichtung der ovalen Zentralschaltwarte als technisches und optisches Herzstück der Anlage. In den 1970er–1990er Jahren, gab es technologische Modernisierungen im laufenden Betrieb, die alte Schaltwarte verlor schrittweise ihre primäre Steuerungsfunktion, blieb jedoch erhalten. Aber in den 2000er Jahren dann die endgültige Stilllegung des historischen Traktes und Außerdienststellung der analogen Leitstände.

Wir konnten eines der Top Urbexziele ungestört genießen. Alles verlief nach Plan und man stand endlich in diesem Raum, den man schon so oft bei anderen gesehen hatte.

Wasserwerk

Hier wurde das Kühl- und Brauchwasser für ein Kohlekraftwerk aufbereitet und zur Verfügung gestellt. Uns ist der Name „REAKTOR“ aufgefallen, bisher kam uns dieser Begriff noch nicht unter in einem Wasserwerk. Aber hier wurde das Wasser von Kalk- und Schwebestoffen befreit um Schäden an den hochempfindlichen Wasserkreislauf des Kraftwerkes zu vermeiden.

Verteilerstation

Diese Trafo- und Verteilerstation war einmal das Herzstück eines großen Chemiewerks.
Dieses ist heute weitestgehend verschwunden. Nur einige der alten Gebäude sind nachgenutzt. Erbaut wurde es hier Ende der 1930er Jahre.
Hier wurden Treib- und Schmierstoffe hergestellt.
Die Privatisierung erfolgte 1994 und die Stilllegung dann 4 Jahre später, als dann auch gleich der Rückbau erfolgte. Das Betriebsgelände war hochgradig mit Schadstoffen kontaminiert. Warum dieses Gebäude hier einsam in der Brache stehen gelassen wurde, kann man nur ahnen. Die Kabel hier sind alle verschwunden und vom Inventar geht scheinbar keine Gefährdung mehr aus.

Alien Works

Dieses Relikt der Schwerindustrie steht wie kaum ein anderes für den Aufstieg und den harten Fall der europäischen Stahlproduktion. Wo einst tausende Arbeiter dem flüssigen Eisen trotzten, herrscht heute eine fast gespenstische Stille.

Die Anlage wurde Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Boden gestampft, als der Hunger nach Eisenbahnschienen und Kanonen unersättlich war. In der Blütezeit war das Werk das Herzstück der Region und überlebte zwei Weltkriege sowie mehrere Nationalisierungsphasen.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts setzten jedoch Modernisierungsdruck und globale Konkurrenz dem Standort zu. Trotz massiver Investitionen in die Effizienz der Anlage wurde der letzte Abstich in den frühen 90er Jahren vollzogen. Während viele Schwesterwerke dem Erdboden gleichgemacht wurden, entging dieser Gigant dank seines Status als Industriedenkmal dem Schneidbrenner.

Es gab hier einen klassischer Hochofen mit einer Gesamthöhe von über 70 Metern. Ausgelegt auf einen täglichen Ausstoß von ca. 1.200 bis 1.500 Tonnen Roheisen. Während heute Teile davon als Museum fungieren, konnten wir das Kraftwerk besuchen, wo früher Strom erzeugt wurde. Hier wurde das „Abfallprodukt“ Gichtgas in nutzbare Energie umgewandelt. Der Strom wurde nicht nur für das Werk sondern auch für das öffentliche Netz produziert.

Diesen Klassiker in der Urbexszene konnten wir jetzt endlich fotografieren und die Ästhetik dieser alten Anlagen, mit geschwungenen Treppen oder gefliesten Boden, fällt schon sehr ins Auge und lässt das Fotografenherz höher schlagen.

 

 

 

Flugplatzheizhaus

Dieses Heizhaus diente einst der Flugplatzkaserne zur Wärmeversorgung.

Wir besuchen einen der ältesten Militärstützpunkte, welche schon in Kaiserzeiten errichtet wurde und eine 110-jährige Geschichte hat.
Im 2. Weltkrieg war hier die deutsche Luftwaffe stationiert. Danach übernahm die Rote Armee das Areal und später die polnische Luftwaffe.
Das Heizhaus lieferte Dampf und Wärme für die Wartungshallen. Als sich nach den 1990er Jahren das Militär zurück zog, wurde das Areal zivilisiert. Wie es scheint ruhen aber auch hier die Arbeiten, die Wohngebäude scheinen fast fertig modernisiert worden zu ein, aber die endgültige Fertigstellung steht noch aus.

Trafostation

Diese Trafo- und Verteilerstationen gibt es ja überall. Aber diese ist schon besonders. Wir sind hier schon so oft vorbei gekommen, aber nie haben wir geahnt was sich hier befindet. Denn diese Elektroanlage befindet sich tief unter der Erde. Wir schätzen das es mindestens 5m sind, wie der Schutz der Decke aussieht ist nicht bekannt. Ein lange Leiter führt hinunter. Oberirdisch sieht man nur ein kleines Häuschen, welches den Zugang darstellt.
Die Verteilerstation hat die umliegenden militärischen Anlagen versorgt und scheint zu DDR Zeiten gebaut worden zu sein.

Zuckerkraftwerk

Dieses Kraftwerk diente der Zuckerfabrik als Energiequelle. Die Fabrik hatte für die Stadt eine große Bedeutung und wurde Ende des 19. Jahrhundert erbaut.
120 Jahre lang war sie in Betrieb und dann vor 20 Jahren endgültig geschlossen. Es begann der Rückbau der Fabrik. Heute steht hier nur noch das entkernte Kraftwerk und die Veraltung, welche unter Denkmalschutz steht und gerade zu einem Restaurantkomplex umgebaut wird. Auf der restlichen Fläche werden Wohnungen gebaut.
Der Neonschriftzug der einmal auf dem Dach prangte liegt heute im Keller des alten Kraftwerks.

Turbinenhaus

Ein Kraftwerk mit Turbinenhaus einer ehemaligen Textilfabrik. Diese hatte eine über 100 jähriger Tradition.
Heute wird hier ein Wohnquartier entwickelt.