Alien Works

Dieses Relikt der Schwerindustrie steht wie kaum ein anderes für den Aufstieg und den harten Fall der europäischen Stahlproduktion. Wo einst tausende Arbeiter dem flüssigen Eisen trotzten, herrscht heute eine fast gespenstische Stille.

Die Anlage wurde Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Boden gestampft, als der Hunger nach Eisenbahnschienen und Kanonen unersättlich war. In der Blütezeit war das Werk das Herzstück der Region und überlebte zwei Weltkriege sowie mehrere Nationalisierungsphasen.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts setzten jedoch Modernisierungsdruck und globale Konkurrenz dem Standort zu. Trotz massiver Investitionen in die Effizienz der Anlage wurde der letzte Abstich in den frühen 90er Jahren vollzogen. Während viele Schwesterwerke dem Erdboden gleichgemacht wurden, entging dieser Gigant dank seines Status als Industriedenkmal dem Schneidbrenner.

Es gab hier einen klassischer Hochofen mit einer Gesamthöhe von über 70 Metern. Ausgelegt auf einen täglichen Ausstoß von ca. 1.200 bis 1.500 Tonnen Roheisen. Während heute Teile davon als Museum fungieren, konnten wir das Kraftwerk besuchen, wo früher Strom erzeugt wurde. Hier wurde das „Abfallprodukt“ Gichtgas in nutzbare Energie umgewandelt. Der Strom wurde nicht nur für das Werk sondern auch für das öffentliche Netz produziert.

Diesen Klassiker in der Urbexszene konnten wir jetzt endlich fotografieren und die Ästhetik dieser alten Anlagen, mit geschwungenen Treppen oder gefliesten Boden, fällt schon sehr ins Auge und lässt das Fotografenherz höher schlagen.