Wir betreten den Ort des geplatzten Traums vom eigenen kleinen Baubetrieb!
Hier wurde scheinbar alles zurück gelassen was einmal dazu diente diesen kleinen Betrieb aufzubauen.
Nach der Wende war überall viel zu tun, also dachte man sich mit einer kleinen Baufirma eine eigene Existenz aufzubauen, um einen kleinen Teil vom großen Kuchen abzubekommen.
Man schaffte sich diverse Geräte an, 2 kleine Transporter, einen Anhänger, auch einen Bauwagen gab es.
Das Büro wurde eingerichtet und eine kleine Küche diente der Verköstigung, während die Büroarbeit erledigt wurde. Viele kleine Aufträge gab es und diese wurden abgearbeitet. Aber warum funktionierte es nicht? Vielleicht zahlte ein großer Bauträger nicht? Das konnten wir nicht erfahren … vielleicht war es aber auch ganz anders.
Begonnen hat hier alles 1879 mit der Entwicklung und Herstellung von Drahtheftmaschinen, später Faden-Buchheftmaschinen. Diese Entwicklung revolutionierte die Buchherstellung.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Privatbetrieb enteignet und verstaatlicht, später Teil des VEB Kombinat Polygraph, welcher 1970 gegründet wurde. Er umfasste insgesamt 8 volkseigene Betriebe der Papier verarbeitenden Maschinenbauindustrie. Insgesamt waren in diesen 16.000 Mitarbeiter beschäftigt.
Dieser dokumentierte Betriebsteil war für die Produktion von Buchbindereimaschinen verantwortlich.
Nach der Wende wurde der Zusammenschluss aufgelöst und die einzelnen Betriebe privatisiert.
Ein Betrieb im Dornröschenschlaf! Nebenan wird gebaut, aber das stört hier niemanden. Still liegt dieser ehemalige DDR-Betrieb im Wohngebiet und lässt es zu, dass Efeu alles überwuchert.
Leider gibt er auch seine frühere Bestimmung nicht mehr preis, so dass wir leise wieder davon schlichen und diese Bilder mitnahmen.
Vor der Wende eine GPG (Gärtnerische Produktionsgenossenschaft) mit circa 30 Gewächshäusern, Verkaufsstelle, Lager- und Verwaltungsgebäuden. Irgendwann übernommen und als normale Gärtnerei weiter betrieben.
Geschlossen wurde der Betrieb erst vor circa 4 – 5 Jahren.
Ein großer Chemiekomplex der jetzt größtenteils anderweitig genutzt wird. Inmitten dieses Komplexes, ruht wie auf einer Insel, dieser frühere Betriebsteil des VEB.
Diese Maschinenhalle zur Stromproduktion wurde 2014 endgültig still gelegt. Von den 3 Dieselmotoren zum Antrieb der Generatoren, existiert nur noch einer. Erbaut wurde diese Anlage vor über 100 Jahren!
Mal sehen was mit diesem Stück Geschichte passiert, es wäre sehr schade, wenn das einfach verschrottet würde.
Ein architektonisch interessantes Schloss, welches Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut wurde.
Nach dem 2. Weltkrieg waren hier ein paar Jahre sowjetische Truppen stationiert.
Update 2018:
Wir wollten dem „Palast der Säulen“ noch einmal einen Besuch abstatten. Aber jetzt ist das Haus mit einer Alarmanlage gesichert, Kameras und Bewegungsmelder an allen 4 Seiten, deshalb nur 2 Außenbilder davon am Ende der Galerie.
Am ehemaligen Anwesen des Grafen von Reichenbach befindet sich diese evangelische Kirche. Erbaut wurde sie 1743 bis 1749. Außen ist sie sehr schlicht gehalten, innen geprägt durch den ovalen Grundriss.
Durch die zugemauerten Fenster scheint mit etwas Glück die Sonne ins Innere und taucht diesen verlassenen Ort in ein schönes Licht.
Die Kirchenruine liegt in dem Gebiet, das 1920 durch den Versailler Vertrag an das neu gegründete Polen fiel. In unmittelbarer Nähe verlief die deutsch-polnische Grenze. Die Gemeinde verblieb in Deutschland, die erst 1909 erbaute Kirche lag jetzt in Polen. Als evangelische Kirche verfiel sie im katholischen Polen schnell zur Ruine.