Herz der Finsternis

Die Ursprünge dieses Areals reichen bis in die Blütezeit der Industrialisierung zurück. Ende des 19. Jahrhunderts als strategisch wichtiger Produktionsstandort errichtet, prägte der Komplex über Jahrzehnte das soziale und wirtschaftliche Gefüge der gesamten Region.
Die Schächte erreichten eine Tiefe von über 1.100 Metern und in Spitzenzeiten wurde hier jährlich 1,2 Millionen Tonnen Kohle gefördert. 4.00 Bergleute fanden hier Lohn und Brot.

Mit den gesellschaftlichen Umbrüchen der späten 90er Jahre verlor das Werk seine Relevanz. Was einst ein Motor des Fortschritts war, wurde innerhalb weniger Monate stillgelegt.
Vor etwa vier Jahrzehnten verstummten die Maschinen im Haupttrakt endgültig. Zu Beginn des neuen Jahrtausends wurde auch der letzte Funke in den tiefsten Schächten gelöscht.

Seit der Versiegelung der Tore hat sich die Natur das Gelände Stück für Stück zurückgeholt. Der heutige Zustand ist ein faszinierendes Zusammenspiel aus monumentaler Architektur und schleichendem Verfall. Es gab erste Spuren von Vandalismus und Metalldiebstahl, die Substanz blieb jedoch weitgehend stabil. Aber nach dem Einsturz erster Dachteile folgte eine massive Durchfeuchtung der unteren Etagen.
Heute ist die Anlage ein Ort der Kontraste. Während ein Teil der Gebäude als mahnendes Denkmal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, gibt es jene Sektoren, die das Licht der Scheinwerfer meiden. In den vergessenen Hallen, regiert die Stille.

Scharfe Kanten aus rostigem Stahl, zerbrochene Glasdächer, die den Blick auf einen grauen Himmel freigeben, und die allgegenwärtige Feuchtigkeit machen diesen Ort zu einem gefährlichen, aber faszinierenden Zeugen einer vergangenen Epoche. Wir müssen sehr vorsichtig sein um all diese Etagen zu erforschen. Aber es gelang und dieser Ort war damit einer der eindrucksvollsten dieser Art.