Eine kleine Villa am Rande einer Großstadt, über die Geschichte ist uns nichts bekannt.
Archiv für das Jahr: 2024
Casa Medicus
Fabbrica di Pelli
Die Ursprünge der Lederfabrik gehen bis Anfang des 19. Jahrhunderts zurück, als hier am Fluss eine Mühle entstand. 50 Jahre später bauten die Eigentümer diese in eine Gerberei um. Das wurde zum Erfolg und die Firma konnte expandieren und auch Lager in den Modemetropolen errichten. Im 2. Weltkrieg wurden hier dann kurzzeitig Militärgüter produziert. Die anfänglichen Probleme, danch die alte Produktion wieder aufleben zu lassen gelang am Ende und viele Läden in Italien verkauften das Leder aus dieser Fabrik. Zu den Hochzeiten Mitte der 1960er Jahre waren hier über 200 Mitarbeiter beschäftigt. Aber um die Jahrtausendwende brach der Umsatz ein, man versuchte mit Entlassungen und am Ende noch durch den Verkauf den Standort zu erhalten, aber die Insolvenz war nicht mehr aufzuhalten. Heute gilt das Gelände als stark kontaminiert und wartet auf eine Sanierung.
Villa Sella
Das Sanatorium befindet sich in einer Kleinstadt und ist eine ehemalige, luxuriöse Villa umgeben von einem botanischen Park. Erbaut wurde sie gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Später sollt hier die Tuberkulose bekämpft werden und dabei sollte die Lage mit guter Luft am Fuße der Alpen helfen. Nach dem Krieg fiel das Anwesen an den Statt der dann das Haus in ein Pflegeheim verwandelte. Es gibt Erzählungen das in den letzten Jahren hier seltsame Dinge vor sich gingen. Fremde Stimmen wurden gehört oder schwarze Männer und weiß gekleidete Frauen gesichtet, die hier nachts umher wanderten. Aufzüge hielten plötzlich an. Diese Dinge wurden in der Öffentlichkeit bekannt und untersucht. Aber wie zu erwarten gab es keine Ergebnisse. Seit das Heim vor über 10 Jahren geschlossen wurde, steht es nun leer. Pläne hier psychisch gestörte Straftäter unter zu bringen wurden nicht umgesetzt.
Wir betreten das Gebäude und vor allem fällt die schöne aufwendige Halle inmitten des Gebäudes auf. Die Zimmer sind leer und verwaist. Es gibt kaum andere schöne Motive.
Edle Stoffe
Diese Textilfabrik befand sich in einer Region die eine lange Tradition in der Stoffherstellung hatte. Diese Fabrik hat sich hier vor knapp 200 Jahren gegründet und sich auf die Herstellung von Luxusstoffen spezialisiert. Hier waren zur Blütezeit über 100 Webstühle vorhanden und es gab 300 Arbeiter. Leider nahm die Produktion im Laufe der Jahrzehnte ab, der Wettbewerb aus dem Ausland machte die Produktion irgendwann nicht mehr rentabel und die Textilfabrik musste um das Jahr 2010 schließen. Heute wartet der riesige Industriekomplex auf eine Neuentwicklung, aber dazu sind große Mittel oder Investoren nötig.
Eine Erkundung die in jeder Halle, hinter jeder Tür mit Überraschungen aufwartete. Es gab so viel zu sehen und die Auswahl viel schwer, aber die folgenden Bilder zeigen das Erlebte.
Villa del Drago
Das ist eine sehr stilvoll eingerichtete Villa. Viele Möbel sind hier noch vorhanden, ob diese sehr wertvoll sind können wir nicht beurteilen, sie sehen aber so aus. Genau wie die großen Kronleuchter im Eingangsbereich sowie in den angrenzenden Räumen. Das Untergeschoss, wie das Obergeschoss ist eher modern und einfach gehalten, in der Mitteletage dagegen herrscht der Prunk. Auch eine kleine Bar finden wir unten. Eine Dusche im Erker eingebaut ist sehr außergewöhnlich, haben wir so noch nie gesehen. Da macht das duschen besonders große Freude.
Heute wird versucht die Villa zu veräußern, was aber Aufgrund der Lage und wahrscheinlich auch des hohen Preises nicht so einfach erscheint.
Villa dello Stilista
Diese alte Villa die einem Schloss nachempfunden ist wurde aus Steinen gebaut und liegt in einem kleinen Dorf in den Bergen. Die Fahrt dorthin war etwas komisch, da sich pausenlos große LKW die Bergstraße hinauf schlängelten. Der Grund dafür fand sich bald, hier oben ist ein bekannter Betrieb ansässig und die Infrastruktur konnte auf Grund der Lage nicht mitwachsen. Aber war diese Villa daneben der Sitz des Fabrikanten? Wahrscheinlich nicht, wir finden auch kaum historisches darüber. Aber am Ende sollen hier französische Modedesigner gelebt haben, die auch viel gereist sind.
Wir finden eine Zeitung aus dem Jahr 1993, ist das der Zeitraum als hier niemand mehr wieder kam? Jedenfalls hat auch hier der Vandalismus und auch Diebstahl Einzug gehalten, wie alte Bilder zeigen.
Villa Magnificat
Diese Villa war ein Geschenk an einen Gouverneur der bei einer Belagerung große Dienste erbracht hatte. Heute ist diese Villa fast 300 Jahre alt. Zuerst war das Gebäude nicht so pompös wie es heute da steht, denn zu Beginn des 19. Jahrhunderts ließ der neue Besitzer das Anwesen in einen großen und grandiosen Palast umbauen. Auch der Park wurde dabei gestaltet. Die Nachfahren residierten dann hier weiter.
Zuletzt gab es hier ein Kloster, das ist aber jetzt auch schon wieder 20 Jahre her, als diese Periode endete.
Villa Pallavicino
Die Villa wurde Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet. Sie diente einem Grafen als Sommersitz. Sie hat in der Mitte einen prächtigen Eingang, wenn man dort eintritt folgt eine elegante Treppe. Als de letzte Nachfahrin in den 1990er Jahren verstarb, wurde die Villa einige male verkauft aber die notwendigen Renovierungsarbeiten fanden nie statt.
Heute kann niemand den herrlichen Blick auf die Umgebung genießen, jedenfalls keiner der hier wohnt, wir konnten es ja. Leider sind fast alle Wände heute mit sinnlosen Schmierereien verunstaltet. Diese wurden bei der Bildbearbeitung weitestgehend entfernt.
Biomedizinisches Institut
Das sind die Überreste eines biomedizinischen Instituts. Erbaut Mitte des 20. Jahrhunderts zählte der Baustil es zur Epoche des Brutalismus. Hier wurde 20 Jahre lang in den Laboratorien geforscht und entwickelt. Ab 1990 wurde es dann aber nach und nach aufgegeben. Heute sehen wir noch die Reste der Anlage, komplexe Geflechte aus Metalltreppen und scharfen Geometrien, sowie die runden Oberlichten prägen die Gebäude. Vor 25 Jahren war im Gespräch hier die Stadtverwaltung unterzubringen, aber daraus wurde nichts, auch ein großer Rave fand hier statt.
Heute ist alles zerstört und beschmiert. Und nur die eindrucksvolle Architektur lässt hier etwas Stimmung aufkommen.



































































































































































































































































