Einsam, inmitten eines Industriegebietes, steht diese Villa. Sie war einmal Bestandteil eines Wälzlagerwerkes, das hier von Ende der 1950er Jahre bis 1991 Lager produzierte. Wahrscheinlich war hier die Leitung untergebracht, ein paar Kommunikationsgeräte und das vorhandene Geschirr zeugen davon.
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Nuklearwaffenlager
Das sind die Reste eines Waffenlagers der GSSD. Hier lagerten kurzzeitig Nuklearwaffen des Kalten Krieges, die zum Glück nie zum Einsatz kamen. Ein Großteil der Garnison ist schon beseitigt worden. Übrig geblieben sind die Wohnunterkünfte. Ein Highlight: das alte russische Klavier ist in erstaunlich gutem Zustand.
05-2021
Wir kamen wieder um nach einer Sauna zu suchen, aber die Bilder davon waren schon etwas älter und wir fanden nichts. Wahrscheinlich ist diese schon abgerissen. Also besuchten wir das alte Klavier noch einmal. Auch einige schöne Räume im Neubau, mit viel Schimmel. Sonst gibt es hier wenig neues zu entdecken.
Lenin am See
Ursprünglich wurde diese Siedlung als Erholungsheim des deutschen Privatbeamtenvereins um 1900 erbaut und bestand aus über 100 Villen.
Nach 1945 war dann hier der Stab der 2. Garde-Panzerarmee der Sowjetstreitkräfte untergebracht. Wie üblich begrüßte Genosse Lenin die Gäste. Jetzt ist er nur noch ein langsam verwitternder Zeitgenosse in einer Siedlung am See, in der sich das zivile Leben die Gebäude wieder zurück erobert. Den Rest nimmt sich die Natur.
An diesem Standort waren einmal 30.000 Soldaten stationiert.
Am Ortseingang findet man noch dieses gut erhaltene Relief.
Ein weiterer Beitrag aus dem Jahr 2020 davon.
03-2020
Auch hier kamen wir mal wieder vorbei, Ziel waren die Reste der Kaserne zu besichtigen, die hier auch einmal neben dem Stab existierte. Mitten im Wald und öffentlich zugänglich ist deren Zustand nicht der Beste. Auch wurde das Kino schon teil abgerissen. Wir fanden eine Sauna mit deutscher Inschrift aus Natursteinen, also wurde das Gebäude schon weit vor der Besetzung durch die GSSD errichtet. Eine Inschrift an der Fassade lautet „Hier möchte ich ewig träumen“ zeugt von früherem Glanz.
Das Mosaik an einer Fassade entschädigte dann doch etwas, auch der Trabant 601 im Wald ist durchaus komisch, keine Ahnung wie er dort hin gekommen ist.
Bahnbetriebswerk
Die meisten Gebäude dieses Bahnbetriebswerks in einem Chemiestandort wurden um 1937 errichtet. Die Bahn-typischen Anlagen sind abgebaut, übrig geblieben die Reste dieses Werkes, wie der Lokschuppen und Werkstatt- und Verwaltungsgebäude.
Beim Besuch spielte die Sonne mit und zauberte sehr schöne Strahlen in die verlassenen Gemäuer.
Gefängnis des Amtsgerichts
Dieses wurde 1901 für 52 Häftlinge erbaut. In den Zeiten des Nationalsozialismus beschlagnahmte die SA die Haftanstalt und missbrauchte sie als Haft- und Folterzentrale.
Nach dem Krieg wurde es bis 1954 als Anstalt für männliche Jugendliche genutzt, bis es danach für 5 Jahre als Militäruntersuchungsgefängnis der GSSD diente.
Die letzte Nutzung war dann ziviler Art, hier befand sich der Kostümfundus des Fernsehens der DDR mit einer Schneiderei. Ab 1980 entstand hier eine Gedenkstätte.
Gaswerk
Das Gaswerk wurde Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet. Aber jetzt ist hier schon viele Jahre Schluss und viele Gebäude wurden schon abgerissen. Der Rest ist jetzt hier zu sehen. Wir wurden am frühen Vormittag von schönen Sonnenstrahlen überrascht, welche wie Laserstrahlen die alten Anlagen durchleuchteten.
Leider ist mittlerweile auch dieses wunderschöne Gebäude abgerissen.
Zuckerfabrik Oldisleben
In der im 19. Jahrhundert gegründeten Zuckerfabrik drehten sich früher Räder und Riemen, die mit Dampfkraft angetrieben wurden. Weltweit einmalig, wurde hier Zucker mit Dampfmaschinen hergestellt. Bis zur letzten Ernte-Kampagne 1990 trotzte die Fabrik mit der alten Dampftechnik der Modernität. Die älteste Dampfmaschine dort ist 108 Jahre gelaufen.
Die denkmalgeschützte Zuckerfabrik Oldisleben ist ein Industrie-Denkmal des Südzucker Konzerns. Das Land steuerte einen nicht unerheblichen Teil zur Restaurierung hinzu. Geöffnet ist die Fabrik am Tag des Denkmals oder nach Anmeldung.
Bahnheizkraftwerk
Die Bahnanlagen sind verschwunden, dieses Heizkraftwerk blieb aber stehen und bescherte uns tolle marode Eindrücke.
Stahlgießerei
Eine über 100-jährige Tradition der Stahlgießerei nimmt jetzt Abschied. Die Gebäude werden abgerissen. Bekannt für die hohe Qualität der Gussstähle wurden sie sogar im Fahrzeugbau benutzt. Auch einige Innovationen dieser Gießerei wurden später zu etablierten Technologien.
Nach der Wende wurden noch in geringen Ausmaß Metallgussteile produziert, nach der Jahrtausendwende kam dann aber die Schließung.
Wanderer Werke
Kaum zu glauben, das hier einmal deutsche Automobilgeschichte geschrieben wurde. Die Wurzeln der Werke entstanden um 1885 mit dem Bau von Fahrrädern. Über den Bau von Werkzeugmaschinen und Motorrädern wurden hier Anfang des 20. Jahrhunderts auch Schreibmaschinen gefertigt. Schließlich kamen sogar noch Kleinkraftwagen dazu.
Im 2. Weltkrieg wurde für den Heeresbedarf produziert, man lieferte Fahrräder, Schreibmaschinen und Fräsmaschinen zum Panzermotorenbau.
Nach dem Krieg wurden große Teile des Werkes demontiert und in die Sowjetunion geschafft.
Der Neuanfang mit etwa nur 500 Mitarbeitern war schwierig, man fertigte Kleinartikel und versuchte sich in den alten Geschäftszweigen, mit der Reparatur von Fahrrädern, Fräs- und Schreibmaschinen.
1953 wurde aus den alten Wanderer Werken der ausgegliederte VEB Büromaschinenwerk Karl-Marx-Stadt und man stellte Schreibmaschinen und Buchungsautomaten her. Auch an der kurzen Ära des DDR Flugzeugbaus, war der VEB mit dem Bau von Luftfahrtgeräten beteiligt, bis das Projekt 1961, nach einem Unfall jäh eingestellt wurde.
Nach dem Ende der DDR wurde der Betrieb abgewickelt, aber Teilbereiche des Werkes existieren noch heute.






















































































































































































































































































