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Ferienheim Hubertushöhe

Da man vor Ort und im Netz keine verwertbaren Unterlagen mehr findet, lässt sich nur spekulieren was es mal war. Der Bautyp kam uns aber schon öfter mal vor die Linse und dabei handelte es sich meist um eine Ferienheim. Dieser Typ wurde scheinbar gerne gebaut in der DDR. In der Mitte Speiseraum, Verwaltung und Küche, links und rechts davon zweigeschossige Bettenhäuser. Dazu die schöne Lage am See und fertig war ein beliebtes Urlaubsdomizil.

Heute ist das Anwesen schon arg runter gekommen, das meiste wurde hier schon entwendet. Einen Teil scheint jemand als Lager für Möbel und als Garagen zu nutzen, der andere Teil bietet schönen Verfall.

HO Gaststätte

In Zeiten der DDR war diese Gaststätte ein beliebtes Ausflugsziel der Bürger.
Der nahe See lud außerdem zu einem Badetag ein, was braucht man mehr? Heute aber ist die idyllisch gelegene Anlage nur noch ein Schatten von früher. Birken und Kiefern wuchern auf der damals aufwendig gestalteten Terrasse. Das Interieur ist zerschlagen, die meisten der Deckenplatten sind herunter gefallen und bilden ein Meer aus Gips.
Im Keller wurde nach der Wende noch eine Disco eingerichtet. Die Daten der Eröffnung und Schließung sind uns nicht bekannt. Das Strandbad schloss zu Beginn des 20. Jahrhunderts, vermutlich dann auch die Gaststätte.

Wasseraufbereitung

Die Wasseraufbereitungsanlage wurde vor über 100 Jahren hier von einem Unternehmer erbaut. Er brauchte sauberes Wasser für seine Textilindustrie. Der Fluss in der Nähe bot dieses nicht, so war diese Anlage notwendig. Es gibt hier 6 Filterbecken, nach dem Filtervorgang konnte das Wasser über das natürliche Gefälle wieder in die Produktionsanlagen geleitet. Bis 1990 war die Anlage in Betrieb und seit dem haben sich hier scheinbar schon einige ausgetobt, fast jeder Winkel ist besprüht.
Vor 2 Jahren tauchten Pläne auf, die Anlage zur Fischzucht zu nutzen, bis jetzt ist aber nichts passiert.

VEB GREIKA

Dieser Betriebsteil war einer von vielen eines großen DDR Textilbetriebes. Dem VEB gehörten über 30 Betriebe an die alle in dieser Region angesiedelt waren. Was genau hier produziert wurde ist schwer zu sagen, eine Quelle spricht von einer Weberei. Die Hallen sind heute alle leer und Teile der Fabrik sind einem Brand zum Opfer gefallen.
Merkwürdig ist die moderne Energiezentrale, die nicht zum anderen Bild passt. Scheinbar ist hier nach der Wende noch modernisiert worden. Der große VEB wurde 1990 zerschlagen, ob hier noch weiter produziert wurde ist nicht bekannt.

Status: abgerissen

Bahnbetriebswerk Grüne Wiese

Hier ist nicht mehr viel übrig vom alten Bahnbetriebswerk, teilweise sind die Gebäude noch genutzt oder nicht zugänglich, einzig dieser gezeigte Ringlokschuppen konnte erkundet. Ein zweiter war fest verschlossen.
Ursprünglich gab es hier mal 3 davon, jeweils mit vorgelagerter Drehscheibe, für die Wartung und Reparatur von Lokomotiven. Erbaut gegen Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts mit den Drehscheiben erweitert.

VEB Eisenwerk

Die Ursprünge dieses riesigen Werkes reichen über 100 Jahre zurück, begonnen wurde hier mit Herstellung von Gussstücken. Die Weltwirtschaftskrise führte zur Insolvenz in den 1930er Jahren. Nach dem Krieg baute die Sowjetische Aktiengesellschaft den Betrieb wieder auf, weil sie Teile für die Wismut brauchte, die das Uranvorkommen in der Region ausbeuten sollte.
Als der Betrieb dann in einen VEB umgewandelt wurde, änderte sich auch die Produktpalette. Teile für den Fahrzeugbau wurden jetzt gegossen, unter anderem für den LKW W50 oder den Traktor ZT300.
Durch Erweiterungen und vielen sozialen Einrichtungen avancierte das Eisenwerk zum Vorzeigeunternehmen.
Ein Elektroschmelzofen wurde Mitte der 1980er Jahren als letzte große Investition installiert.
Die Wende überlebte der Betrieb nicht, da wichtige Abnehmer weg brachen und 1996 wurde die Produktion eingestellt.

Überall auf dem Gelände kann man Street Art entdecken.
Hier waren über 150 herausragende Künstler aus Europa, Weißrussland, Mexiko, Argentinien, China und den USA am Werk. Sie alle pilgerten im Sommer 2013 zum Eisenwerk, das im Volksmund auch die „Fackel“ genannt wird, um dort zum achten Mal die IBUg (Industriebrachenumgestaltung) zu zelebrieren.

Molkerei Farn

Hier wurde mal eine kleine Molkerei betrieben.
Wie lange dieser Standort schon geschlossen ist und wann die Produktion begann, konnten wir nicht mehr heraus finden. Vor Ort sind die meisten Einbauten entfernt und die leere Hülle wartet auf eine Nutzung. Erste Abrisspläne sind vom Tisch, ein Einkaufsmarkt hat sein Interesse bekundet aber dann wieder zurück gezogen.
Der Verfall deutet auf einen Jahrzehnte langen Leerstand hin.

VEB Folie

Vor rund 100 Jahren gründete sich dieser Chemiebetrieb und begann mit der Produktion von Fasern für die Textilindustrie, die Enteignung und Umwandlung in einen VEB erfolgte nach dem Krieg. Es wurden neben den Chemiefasern auch Folien produziert. Nach der Wende erfolgte dann die Umwandlung und Umbenennung, aber vor über 10 Jahren musste Insolvenz angemeldet werden und der Betrieb schloss.

 

Kammgarnspinnerei

Diese Spinnerei hatten wir einmal durch Zufall entdeckt, aber keinen Weg hinein gefunden.
Als wir immer wieder Bilder von dort sahen, konnte bei einem nächsten Versuch ein Zugang gefunden werden, Eine atemberaubende Location die wir in der Abendsonne betrachten konnten. Der Verfall in vielen Ecken der Fabrik ließ auch die Stadtväter hellhörig werden und nun ist in diesem Jahr der Abriss geplant.
Die Kammgarnspinnerei wurde Ende des 19. Jahrhunderts hier errichtet und die Besitzer nach dem Krieg enteignet. Wie bei vielen alten Fabriken, wurde der Betrieb dann in einen VEB eingegliedert.
Kurz nach der Wende wurde die Produktion eingestellt.

VEB Rechenzentrum

Dieses unscheinbare Gebäude sahen wir uns aus Mangel an Alternativen mal genauer an.
Als wir die Räume betraten, schlug uns schon der Geruch von Moder entgegen. Das machte Lust auf mehr. Der Büroteil war schon extremem Verfall ausgesetzt. Die Schreibtische blühten und die Fensterbretter waren bemoost.

Aber warum gab es hier auch einen gestelzten Boden? So etwas wurde doch nur gebaut um viele Kabel ungestört zu verlegen. Die weitere Erkundung brachte dann die Erkenntnis, das es sich hier um ein Rechenzentrum handelte. Im Archivraum wurden die Bänder gelagert. Der eigentliche Rechenraum ist leider leer.
Außerdem fanden wir in den Nebenräumen die nötige Versorgungsapparatur aus Lüftung, Heizungs- und Kältetechnik.