Das Gründungsjahr der Malzfabrik ist 1889. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Firma in einen VEB umgewandelt. In den 1960er Jahren gehörte dieser zur Altenburger Brauerei und war dem VEB Getränkekombinat Leipzig zugeordnet.
Die Wende brachte leider nichts Gutes, die Malzfabrik musste geschlossen werden. Als die Stadt 2013 das Areal kaufen wollte, um es abzureißen, scheiterte das aus unbekannten Gründen, der Komplex steht noch heute und ist bereits stark einsturzgefährdet.
Diese Brennerei hatte eine 100-jährige Tradition. Hier wurde aus Getreide Alkohol hergestellt. Die schwierige Wendezeit wurde durch kleinere Modernisierungsmaßnahmen überlebt.
Erst als vom Staat die Abgabemengen reduziert wurden, lohnte sich der ganze Aufwand nicht mehr.
Der Betrieb wurde vor ca. 10 Jahren geschlossen und jetzt für uns ein paar Stunden aufgeschlossen. Ein tolles Objekt an dem allmählich der Zahn der Zeit nagt. Selbst die Zollplombe des Lagers ist noch vorhanden und ungebrochen.
Der Ursprung dieses Industriestandorts geht bis auf das Ende des 18. Jahrhunderts zurück. Es begann mit der Ziegelproduktion zum Aufbau einer expandierenden Stadt.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde dann schon eine Dampf-Mälzerei-Brennerei errichtet. Dieses florierende Unternehmen war an vielen neuen Entwicklungen und Erfindungen beteiligt. Bis zum Ende des 2. Weltkrieges folgten noch Namens- und Eigentümerwechsel. Die Hauptprodukte waren aber immer Alkohol und Spiritus.
Bis 1955 wurde die Hefefabrik dann treuhänderisch verwaltet, bis die Enteignung erfolgte. Es wurde ein VEB gegründet und in den VEB Bramsch Dresden eingegliedert, der hier vornehmlich Hefe und ein Abprodukt davon – Lebensmittelalkohol – produzierte. Der Standort wurde zum führenden in der Hefeproduktion der DDR und des gesamten Ostblocks.
1991 verkaufte die Treuhand den VEB an einen Brennereibesitzer, der hier bis 2001 Rohalkohol herstellte.
Die Bierbrauerei wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut und ab 1948 zu einem VEB Brauhaus. Nach der Wende wurde der Betrieb ein paar Jahre weiter geführt, dann aber eingestellt. Pläne aus dem Gebäuden Wohnungen zu machen scheiterten schließlich an einem Großbrand.
Auf dem Hof stand noch ein Traktor, ein Teil der Brauerei ist abgebrannt und wegen Zeitmangel konnten wir den Rest nicht vollständig angucken.
Viel mehr Informationen haben wir nicht zu dem Objekt.
Update 2016: Jetzt waren wir noch einmal in der Gegend und haben uns noch einmal umgeguckt.
Das einzige was man erkennen konnte, dass die letzten Nutzer wohl Russen waren. Was hier in den Häusern lagerte konnten wir nicht mehr ermitteln. Aber die großen Lagerhäuser schließen auf Lebensmittel, sie waren aber leider verschlossen.
Speicher der GSSD
Speicher der GSSD
Speicher der GSSD
Speicher der GSSD
Speicher der GSSD
Speicher der GSSD
Speicher der GSSD
Speicher der GSSD
Speicher der GSSD
Speicher der GSSD
Speicher der GSSD
Speicher der GSSD
Speicher der GSSD
03-2021
Da wir hier auch einmal wieder waren, schauten wir wieder vorbei und heute waren die großen Speichergebäude offen. Einer war dann doch recht interessant, mit einigen Hinterlassenschaften. Der andere unter vermüllt und die Etagen leer. Deshalb hier nur Bilder aus einem der Speicher.
Hier endete kurz nach der Jahrtausendwende eine langjährige Backtradition. Knapp 100 Mitarbeiten standen von einem Tag auf den anderen auf der Straße, da der letzte Eigentümer den Backbetrieb ruinierte, der aus einem DDR Backwarenkombinat hervor gegangen war.
Ein kleines Wasserwerk, das seit ein paar Jahren nicht mehr gebraucht wird.
Update 2025:
Das kleine Wasserwerk wird wieder genutzt und bewacht. Am Eingang steht eine Infotafel mit historischem:
1970 baute man an diesem Ort eine zentrale Trinkwasserversorgung, ein Wasserwerk, an das nach und nach die Dörfer Liepe, Wahlsdorf, Buckow, Petkus, Charlottenfelde und Ließen angeschlossen wurden.
Pumpen holten das Wasser aus 60-90 m Tiefe, der tiefste Brunnen maß 92 m. Als wegen fehlenden Wasserdrucks in den 1980er Jahren von Wahlsdorf Beschwerden kamen und die Arbeiter aus den Ställen zu Hause nur noch Luft duschen konnten, wandten sie sich an Bürgermeister und Partei und verlangten sofortige Abhilfe. Horst Schröder, ein findiger und handwerklich begabter Lieper Bürger wurde mit der Schadensbehebung beauftragt. Mit einem Team suchte, tüftelte und schraubte er den ganzen Tag, auf Grund eines Handicaps nur mit einer belastbaren Hand. Am Morgen strömte das Naß wieder munter aus allen Hähnen. Horst Schröder wurde über Nacht vom Mitarbeiter der Pflanzenproduktion zum Angestellten der Wasserwirtschaft Jüterbog.
Er arbeitete bis lange nach seinem Renteneintritt dort. Das Gebäude wird mittlerweile nicht mehr als Wasserwerk genutzt.