Archiv der Kategorie: GSSD

Auf den Spuren der Eisenbahnpioniere

Diese Tour bietet das Museum Kummersdorf an. Sie dauert 4 Stunden und man fährt mit eigenem Fahrzeug über das Gelände. Wir hatten traumhaftes Wetter während dieser geschichtlichen Exkursion. Viel wissenswertes wird hier vermittelt. Die Zeit verging im Flug.
Zuerst gibt es einen ört- und zeitlichen Überblick über den Flugplatz Sperenberg und danach ging es zum Schumkasee wo die Eisenbahnpioniere über Jahrzehnte übten. Durch die lange Trockenheit war ca. 1m weniger Wasser im See und einige Hinterlassenschaften der früheren Hausherren kam zum Vorschein. Die Brückenbauwerke kann man hier heute noch sehen.

Danach ein Halt in der Kaserne und wir liefen zum Heegesee. Reste des Freibades der Russen sind auch heute noch zu sehen.

Weiter ging es zur Pyramide, eine Gedenkstätte im Wald für die Opfer im 1. Weltkrieg, auf dem Weg dorthin sehen wir Brückenreste im Wald und zugewachsenen Eisenbahngleise.

Nächster Punkt, die Landebahn, ein großer Moment dort lang zu fahren. Wir fuhren die kompletten 2,6 km ab, dann weiter vorbei an Häusern entlang der Zufahrten und zuletzt hielten wir am Hangar.

Eine Führung die man nur empfehlen kann, hier noch der Link zur Webseite. Führungen Flugplatz Sperenberg

Halbinsel Wustrow

Im Rahmen einer Führung besucht, Handybilder von Lady C.

Zur Geschichte:

Die militärische Nutzung begann hier 1933 mit Errichtung einer Flakschule. Es entstand eine Siedlung für die Offiziere und die zivilen Beschäftigten genannt „Rerik West“. Hier wurden Einheiten geschult die später auch an der Verteidigung Berlins teilnahmen.
Im Mai 1945 übernahmen die sowjetischen Streitkräfte das Gelände und bestimmten es zu einer Garnison. Wenig ist über diese Zeit bekannt, man schätzt das hier rund 3.000 Soldaten stationiert waren. Es gab auch einen Schieß- und Ausbildungsplatz und Marine- und Nachrichtentruppen waren hier stationiert. Die Russen erweiterten den Standort mit den üblichen Gebäuden und übten hier unter anderem das Schießen auf See- und Luftziele.
Nach Abzug 1992 übernahm die Bundesrepublik die Halinsel mit allen ihren Altlasten. Die Bundeswehr benötigte die alte Militäranlage nicht und so blieb sie ungenutzt. 1998 wurde die Halbinsel an einen Investor verkauft, der hier ein Hotel mit Golfplatz und Reiterhof sowie Ferienwohnungen bauen wollte. Die Statd Rerik sprach sich aber dagegen aus und die Fronten verhärteten sich, seit 2018 sind wieder Führungen zu Land erlaubt.

Der alte Fliegerhorst

Dieser Fliegerhorst wurde in dieser Funktion nur bis 1945 eingesetzt, gut 10 Jahre vorher begann der Bau mit allem was so dazu gehört, da er auch als Werksflugplatz genutzt wurde.

Es wurden Flugzeug- und Werfthallen, Kommandantur, Tower, Feuerwache, Kaserne, Offizierswohnhäuser, Casino usw. errichtet.
Die Rote Armee übernahm den Fliegerhorst, hatte aber kein Interesse an der ursprünglichen Nutzung. Das Flugfeld wurde noch ein paar Jahre von GST und zu Manövern genutzt.

Die Sowjetarmee baute dann hier einen Fla-Raketenkomplex auf und stationierte eine mot. Schützendivision. Seit Übergabe an die deutsche Verwaltung, Anfang der 1990er Jahre steht der Komplex größtenteils leer.

Die Gebäude vergammeln und einige die nicht unter Denkmalschutz stehen sind auch 2018 abgerissen worden. Viele frische Sandflächen weisen darauf hin.

Beeindruckt haben uns die großen Hangars, wo der Verfall schon arg voran geschritten ist, Rost und abfallender Putz breiten sich aus. Viele Details lassen sich hier finden, wie im abgelegenen Munitionsteil. Dort liegen noch Unmengen an Geschosshülsen und deren Verpackungen im märkischen Sand.

Artilleriebrigade

Hier hatte die GSSD eine Artilleriebrigade „Рогатка“ installiert, auch eine taktisches Ausbildungszentrum war hier vorhanden.
Dem Anschein nach wurde diese Kaserne auch erst nach dem 2. Weltkrieg gebaut, viele Häuser russischer Bauart und auch DDR Plattenbauten warten auf die Erkundung.
Aber es wurde kaum etwas zurück gelassen oder ist mittlerweile weg.

Nach Abzug der Russen nutze die Bundeswehr noch einige Jahre Teile des Geländes. Zum Teil wurden die Häuser als Übungsobjekte genutzt.

Man fand neben den einfachen Unterkunftsbaracken, die typischen russischen „am Kopf kratz“ Objekte, dessen Funktion Rätsel aufgaben, aber auch Sauna, Magazin, Gärtnerei und kleine Rückzugsorte der Soldaten. Nach über 7 Stunden Erkundung machten wir uns auf den Heimweg.

Holzstapelbunker

Ein heißer Sommertag 2018, was liegt da näher als mal unter die Erde zu gehen? Aber vor dem Lohn der Abkühlung hat der „Urbexgott“ den Schweiß gesetzt, die beiden Bunker liegen inmitten des Brandenburger Waldes. Ohne genaue Kenntnis sind sie wohl nicht zu finden, das war sicher auch das Ziel der früheren Betreiber, die sowjetischen Streitkräfte in der DDR.
Die Eingänge der beiden Bunker sind jeweils als Holzstapel oder Holzhaus getarnt. Verblüffend wie echt das auch heute noch aussieht. Innen sind sie noch gut erhalten aber leer geräumt. Übrig geblieben sind noch ein paar Anlagen der Fernmeldetechnik und Zuluftanlagen. Angenehme Kühle begleitete uns, als wir wieder nach draußen kamen war es wie ein Schlag, da ca. 20°  Unterschied zu drinnen herrschten.

Aber was war die Funktion? Einer von beiden, der etwas größere ist zweietagig ausgebaut und diente als Rückwärtige Gefechtsführungsstelle.
Der andere, ist einetagig ca. 35 Meter lang und diente als Gefechtsstand eines Stellvertreters Oberkommandierender der GSSD.

Freibad am Flugplatz

Hier war zuletzt einmal ein großer Standort der GSSD in der DDR. Der Flugplatz wurde bis 1993 genutzt, erbaut aber schon viel früher und Nutzung im 2. Weltkrieg durch die Wehrmacht.
Es gab alles was man für solch einen Betrieb brauchte unter anderem auch was für die Freizeitbeschäftigung.

Das Schwimmbad und ein kleiner Sportplatz fristen jetzt im brandenburgischen Wald ihr Dasein, vergessen von allen.

Ein großer Sprungturm war früher sicher einmal beliebt bei den Badegästen mit seinen 2 Etagen. Das Becken ist schräg aufgebaut, so dass auf einer Seite auch nicht so gute Schwimmer gefahrlos üben konnten. Seltsamerweise ist die Schräge aber nicht in Längs- sondern in Querrichtung konstruiert worden. Obwohl das ja schon wieder viel mehr Sinn macht, die Seite vom Sprungturm ist tief, die andere auf 50 Metern Länge flach. Das ist auf dem ersten Bild der Galerie gut zu erkennen.

Bunkerrohbau

Diese Bunkeranlage ist im Rohbaustatus stecken geblieben, da sie nach der Wende nicht mehr gebraucht wurde.
Hier wollte die GSSD, tief in den Wäldern Brandenburgs, einen Gefechtsstand für die Luftstsreitkräfte errichten. Die Ausführung sollte halbunterirdisch erfolgen, es gibt 7 Bogendeckungen die teilweise untereinander verbunden waren. Nicht verbaute Betonteile liegen noch herum.

Schon eine imposante Anlage die aber dann am Ende wenig Schutz vor direkten Treffern bot.

Munitionsanstalt

Diese Munitionsanstalt wurde schon in den 1930er Jahren im Wald erbaut. Auf 150 ha Fläche entstanden hier eine Vielzahl an Lagerbunkern und Munitionshäusern. Das Lager hatte einen eigenen Gleisanschluss.
Ab 1945 übernahm die Rote Armee das Gelände und bewahrte hier dann Artilleriemunition auf. Ein Teil wurde dann ab 1957 von der NVA genutzt, der nach der Wende von der Bundeswehr übernommen wurde. Der GSSD-Abschnitt verfiel in der Zeit nach 1993.
Jetzt bietet sich hier ein trostloses Bild. Was an Baumaterialien gebraucht wurde ist gestohlen. Die Dächer in Leichtbauweise sind eingestürzt. Wie im Kino, Speisesaal und Lagern. Man findet nur noch wenig, was auf den Alltag im Munitionslager hinweist. Das Offizierscasino, das liebevoll mit Mosaiken verziert wurde, entdeckten wir am Ende unserer Tour und war damit das Highlight.

Offizierscasino

Schon oft waren wir an diesem Casino um festzustellen das es überall gut gesichert ist. Wir wussten auch nicht was uns drinnen erwarten würde. Die Fenster sind mit Brettern vernagelt, lassen keinen Blick ins Innere zu. Außerdem war es eine lange Zeit dem Vandalismus ausgeliefert.

Dann kam der Tag als uns Einlass gewährt wurde, als wir im dunklen Saal standen, stand erst mal der Mund offen. Dieses schöne Architektur mit den Farben wirkte schon besonders und das ist es was dieses Hobby so besonders macht. Schön wenn man dafür auch mal belohnt wird. Langsam erkundeten wir das Haus, die kleinen Nebenräume sind leer, wie es hier mal aussah als noch Leben im Haus war, kann man auch nur erahnen. Es ist wenig darüber zu erfahren.

Erbaut von den Deutschen, die hier eine Kaserne bauten und nach dem Krieg von den Russen weiter genutzt, steht es seit dem Abzug Anfang der 1990er Jahre leer.

Die Bunker im Wald

In einem Waldgebiet in Brandenburg findet man mehrere Bunker. Urbex-BB ist ja nicht wirklich auf Bunker spezialisiert, deshalb gingen wir auch mit gemischten Gefühlen an das Projekt. Unsere Begleitung kannte sich aber bestens aus, so das die Objekte leicht gefunden wurden. Ohne diese Hilfe wäre es schwer geworden überhaupt einen Eingang zu finden.

Wir besichtigten insgesamt 3 Bunker. Welche Funktion hatten diese einmal?
Der größte hatte über 500m² Nutzfläche und wurde von den sowjetischen Streitkräften Ende der 1970er Jahre errichtet. Es war ein Führungsbunker mit dem Rufnamen Monolit. Scheinbar wurden hier nach der militärischen Nutzung auch noch Partys abgehalten.

Der nächste Bunker war deutlich kleiner, der Eingang ist mittlerweile schwer zu finden, da die Dienstgebäude die einmal darüber standen abgerissen wurden. Hier war auf 260m² Nutzfläche Nachrichtentechnik untergebracht. Entsprechende Hinterlassenschaften lassen darauf schließen. Erbaut zu Beginn der 1980er Jahre. Im weiteren Umfeld befanden sich noch andere Bauten, die bis auf das Wasserwerk nicht mehr existieren. Sein Rufname war Poryw.

Der dritte, vermutlich nur ein kleiner Lagerbunker. Er besteht aus einem Raum, mit Holzregalen. Was wurde hier einmal gelagert, Munition vielleicht? Über einen Notausgang konnte man hinein kommen. Auf der anderen Seite war einmal der normale Zugang, dieser ist aber fast verschüttet.

Nach der politischen Wende, wurden die technischen Anlagen zurück gebaut und die Bauwerke nach dem Abzug der WGT sich selbst überlassen.

Monolit
Poryw
Lagerbunker