Archiv der Kategorie: GSSD

Heeresversuchsanstalt Kummersdorf-Gut

Die Wehrmacht betrieb auf dem Gelände eines von der Artillerieprüfungskommission 1874 im Kummersdorfer Forst eingerichteten Artillerieschießplatzes im heutigen Kummersdorf-Gut bis 1945 ein Entwicklungs- und Erprobungszentrum für neue Waffensysteme und Ausrüstung. Hierzu gehörte auch der Flugplatz Sperenberg. So entwickelte hier unter anderem Wernher von Braun – bis zur Verlegung nach Peenemünde 1936 – die Flüssigkeitsraketentriebwerke A1 und A2. Aus Platzgründen konnten in Kummersdorf selbst jedoch keine größeren Raketen gestartet werden. Ab 1939 wurde in Kummersdorf auch auf dem Gebiet der Atomenergie geforscht.
Neben einem großen Schießplatz (2 Schießbahnen: West ca. 7 km, Ost knapp 13 km) befand sich hier u.a. die Kraftfahrversuchsstelle des Heeres, auf der neben anderen Fahrzeugen alle Prototypen der deutschen Panzerkampfwagen sowie Beute-Panzer getestet wurden.
Die Rote Armee nutzte das Gelände bis zu ihrem Abzug 1994.
Seit Juni 2007 steht das Gelände der Heereswaffenversuchsanstalt unter Denkmalschutz.
(Quelle: Wikipedia)

Nördlicher Kasernenteil

Die Kaserne wurde von italienischen Fremdarbeitern gebaut und besitzt 104 Räume. Die Bauausführung mit roten Klinkersteinen und Ecktürmen entspricht dem damaligen Militärbaustil. Das Kasernengebäude sowie die nachfolgenden Gebäude und Einrichtungen wurden anschließend von der Reichswehr, der Wehrmacht und nach Kriegsende von der Roten Armee genutzt.
Die Kommandantenvilla diente zur Unterbringung des jeweiligen Kommandanten und seiner Familie. Durch die Verwendung von Klinkersteinen ist das Gebäude den übrigen Kasernenbauten angepasst, ohne dass der typische Villenstil verloren ging.
Das Offizierskasino, damals umgeben von einem Tierpark, die Kegelbahn, der Springbrunnen und andere Einrichtungen waren der kulturelle Mittelpunkt des gesamten Kasernengeländes. In seinem repräsentativen Saal fanden nicht nur die Beratungen der Artillerieprüfungskommission statt. Er stand auch für offizielle Empfänge und Feierlichkeiten zur Verfügung sowie auch auf private Veranstaltungen. Auf der Treppe am Eingang ließen sich die jeweiligen Staatsrepräsentanten bei ihren Besuchen fotografieren.
Der Wasserturm wurde im Jahr 1913 errichtet und verbesserte die Wasserversorgung des Kasernengeländes wesentlich. Die Außerbetriebnahme erfolgte nach der Fertigstellung eines neuen Wasserwerks im Jahr 1988. Über eine 200-stufige Wendeltreppe konnte der ca. 120 m³ fassende Wasserkessel besichtigt werden. Der Turm ist mit einer Höhe von 37 m der höchste Aussichtspunkt und ermöglicht einen faszinierenden Rundblick ins Umland.
Entsprechend der wachsenden Bedeutung des Schießplatzes Kummersdorf wurde auch das Kasernengelände dem Bedarf angepasst. Deshalb errichtete man gegen Ende der 20iger Jahre die Kommandantur und weitere Gebäude. Die Bauausführung und der Baustil unterscheiden sich deutlich von den übrigen Gebäuden des Geländes.
(Quelle: museum-kummersdorf.de)

Da dieser Kasernenteil echt riesig ist, haben wir eine weitere Erkundungen (2019) unternommen und die scheinbar uninteressanten Gebäude angesehen.
Was hier zu erkennen war, das es hier hauptsächlich um die Fahrzeuge ging. Es gab viele Garagen oder Werkstätten zur Instandhaltung. Auch eine Wäscherei, Sporthalle und Sauna fanden wir.
Einiges ist auch schon abgerissen oder völlig leer.
Auch gibt es hier noch die typischen Mannschaftsunterkünfte.

Wasserturm

Der knapp 40 Meter hohe Wasserturm diente zu aktiven Zeiten der Versorgung der Kaserne. Er wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaut und war bis Ende der 1980er Jahre in Betrieb. Ein neues Wasserwerk machte ihn überflüssig. Der Turm steht unter Denkmalschutz und der Aufstieg ist schon mit etwas Anstrengung verbunden aber man hat dann einen sensationellen Blick über das Gelände.

Kraftfahrversuchsstelle

Die folgenden Bilder zeigen den südlichen Teil dieses riesigen Areals in Kummersdorf-Gut. Hier war einst die Kraftfahrversuchsstelle (VERSKRAFT) des Heeres beheimatet.
Die Verskraft erprobte u.a. sämtliche Prototypen deutscher Panzer (bis hin zum Panzerkampfwagen VIII Maus) sowie Beute-Panzer des Zweiten Weltkrieges, Kräder, NSU Kettenkräder, LKW, Zugkraftwagen, Halbkettenfahrzeuge, Raupenschlepper Ost, VW Kübel- und VW Schwimmwagen, u.v.m. Neben Verwaltung, Unterkünften, Werkstätten, Prüfständen und Fahrzeughallen gab es zwecks Erproben unter extremen Bedingungen Staubkammern sowie eine Halle für Klima-Simulation.

Nach dem 2. Weltkrieg waren hier Einheiten der 64. mobilen Brigade der GSSD kaserniert.

Wir besuchten die VERSKRAFT erneut (09-2018)

Drohnenbilder

Physikalisch-Chemische Versuchsstelle Gottow

Im Jahr 1926 entstand die „Zentralstelle für Heeresphysik und Heereschemie“, die 1929 zur offiziellen Reichswehrdienststelle wurde. Nach 1933 wurde die militärische Forschung intensiviert und neue Forschungseinrichtungen geschaffen. Dazu gehört auch die Versuchsstelle Gottow, die ca. 1937/38 errichtet wurde und für etwa 1000 Beschäftigte ausgelegt war. Man beabsichtigte möglichst viele wissenschaftliche Einrichtungen in die Lösung der immer umfangreicheren Wehrforschungsaufgaben einzubeziehen oder mit ihnen zu kooperieren.
Die Versuchsstelle Gottow unterhielt intensive Arbeitsbeziehungen u.a. mit folgenden Einrichtungen:
– Wehrtechnische Fakultät der TH Berlin
– II. Physikalische Institut der Berliner Universität
– Chemisch-Technische Reichsanstalt Berlin
– Physikalisch-Technische Reichsanstalt Berlin
– Verschiedene Kaiser-Wilhelm-Institute
– Physikalische und Chemische Institute zahlreicher anderer Universitäten und Hochschulen
– Forschungsstätten der Rüstungsindustrie
In der Versuchsstelle Gottow wurden sämtliche neue wissenschaftliche Erkenntnisse auf die militärische Verwendbarkeit geprüft. U.a. wurde intensiv in den Bereichen Optik, Bildwandler, Ultrarot, Ultraschall, Elektronik, Werkstoffkunde, Messtechnik und auch an Raketentreibstoffen geforscht.
Allein in der Zeit Mitte 1943 bis Anfang 1945 wurden 120 überwiegend geheime und mit Dringlichkeitsstufen versehene Forschungsaufträge vergeben. Die militärische Bedeutung der Versuchsstelle Gottow wurde auch durch die Verbindung zum Sicherheitsdienst der SS belegt.
Durch die Zunahme der Bombenangriffe auf Berlin wurde Mitte 1943 die Berliner Forschungsabteilung des Heereswaffenamtes komplett nach Gottow verlegt. Kurz vor Kriegsende wurden die Forschungsabteilung und eine Vielzahl der Mitarbeiter von der Versuchsstelle Gottow auf den Truppenübungsplatz Hillersleben verlegt und gleichzeitig ein großer Teil der Akten verbrannt. Kurz darauf erfolgte die Rückverlegung, da die amerikanischen Truppen in Richtung Magdeburg vorstießen. Am 20. 04. 1945 erfolgte der Befehl zur Räumung der Heeresversuchsstelle Kummersdorf einschließlich der Versuchsstelle Gottow. Nach der Besetzung der Versuchsstelle Gottow durch die Rote Armee wurden alle vorhandenen Anlagen und Einrichtungen demontiert und noch vorhandene Dokumente beschlagnahmt. Einige Mitarbeiter wurden zur Weiterführung ihrer wissenschaftlichen Arbeiten in der Sowjetunion aufgefordert.
In den Jahren 1955/56 wurde das Gelände zu einem Munitionslager umgebaut und erweitert.
(Quelle: museum-kummersdorf.de)

10-2019 und 12-2021

Wir besuchten den ersten deutschen Reaktor der hier im Rahmen des Uranprojektes von 1942-1944 betrieben wurde und noch weitere Anlagen, wie die Beschusswand. Auch ein paar Gebäude aus der GSSD Zeit sind hier noch zu finden.

Versuchsstelle West

Ende der Zwanziger Jahre versuchten sich viele Techniker und Wissenschaftler, aber auch Abenteurer und Phantasten, auf dem Gebiet der Raketenentwicklung. Die Reichswehr erkannte recht schnell, dass es galt selbst zu handeln und die Spreu vom Weizen zu trennen. So beauftragte das Heereswaffenamt im Sommer 1930 das Referat Ballistik und Munition, die Brauchbarkeit großkalibriger Raketen zu untersuchen.
Gleichzeitig begannen in Kummersdorf die ersten streng geheimen Versuche mit Raketenbrennöfen. Unter der Leitung des späteren Generals Walter Dornberger wurden für diese Zwecke Versuchsstände, Messhäuser und Konstruktionsbaracken errichtet. Um die Jahreswende 1930/31 entstand so zwischen der Schießbahn Ost und der inzwischen hinzugekommenen Schießbahn West die Versuchsstelle West. Am Anfang stand die Erprobung der von der Industrie gelieferten Schwarzpulver-Raketentreibsätze. Gleichzeitig entwickelte man auf dem Raketenflugplatz Berlin-Reinickendorf eine Rakete mit Flüssigkeitstriebwerk. Diese wurde bereits vom Heereswaffenamt bestellt. Im August 1932 kam die 3,60 m lange und 20 kg schwere Rakete zum Versuch nach Kummersdorf. Die Rakete entwickelte einen solchen Schub, dass sie aufstieg.
In der Höhe von 70 m legte sie sich in die Waagerechte und stürzte ab. Das Experiment war misslungen.
Der 22. Juni 1932 war ein bedeutender Tag in der Geschichte der Versuchsstelle West. An diesem Tag sollte auf dem Schießplatz Kummersdorf eine Drei-Liter-Flüssigkeitsrakete (Mirak III) abgeschossen werden. Rudolf Nebel, Wernher von Braun, Beermüller und Ehmayer starteten von Reinickendorf mit zwei vorführungsbereiten Mirak III in Richtung Kummersdorf. Dem damals 20-jährigen Wernher von Braun imponierten die Anlagen in Kummersdorf so sehr, dass er noch 30 Jahre später folgendes schrieb:
„Was wir auf dem einsamen Platz fanden, erregte unseren Neid und unsere Bewunderung zugleich. Wir fanden einen vollendeten Prüfstand für die Brennkammern von Flüssigkeitsraketen vor, mit Betonmauern umgeben und mit einem Schiebedach versehen. Wir staunten über den Beobachtungsraum und zeigten uns beeindruckt von dem Messraum, in dem sich ein Wirrwarr von allen möglichen Prüfleitungen, Registrierapparaten, Messgeräten u.s.w. befanden. Auf der Schießbahn, wo unsere Rakete erprobt werden sollte, standen neuartige Kino-Theodoliten zur Verfügung, die den gesamten Flug der Rakete auf den Film bannen und zugleich ihren Flugweg vermessen konnten. Wenn wir da an unseren Laden in Reinickendorf dachten, hätten wir eigentlich Minderwertigkeitskomplexe haben müssen.“
Beeindruckt von den Einrichtungen und Möglichkeiten in Kummersdorf arbeiten zu können, entschloss sich Wernher von Braun mit dem Heereswaffenamt zusammen zu arbeiten. Er wechselte am 1. Oktober 1932 nach Kummersdorf über und nahm alles bisherige Wissen und die Erfahrungen aus Reinickendorf mit ins andere Lager.
Etwa zum selben Zeitpunkt begann der Bau des ersten aus Beton hergestellten Prüfstandes. Er befand sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Pulverraketenprüfstand. Zum Prüfstand welcher 6 m lang und 4 m hoch war, gehörten noch zwei Baracken mit Arbeitszimmer, Konstruktionsraum, Dunkelkammer und eine Werkstatt. Am 21. Dezember 1932 wurde der erste Brennversuch gestartet. Er misslang, die Einrichtung des Prüfstandes wurden fast völlig zerstört. Nach der Wiederherstellung des Prüfstandes wurden die Versuche fortgeführt. Aufgrund der hohen Auslastung des Prüfstandes wurde 1934 ein weiterer Prüfstand gebaut.
1934 begannen auch die Arbeiten an der ersten kompletten Rakete mit Flüssigkeitsraketentriebwerk, dem Aggregat 1 (A1). Die 150 kg schwere Rakete sollte von einer Abschussrinne gestartet werden. Zum Start kam es allerdings nicht. Ein neues Projekt, die A 2 wurde entwickelt. Parallel dazu begannen die Arbeiten an einem neuen Triebwerk mit 1000 kg Schubleistung.

Als das Gelände für die Versuche zu klein wurde, zog die Versuchsstelle nach Peenemünde.
(Quelle: http://www.museum-kummersdorf.de)

Wir fanden im Wald mehrere Prüfstände, die seit 1945 vor sich hin rotten. Darunter 2 zerstörte, einen kleinen und einen großen Prüfstand. Dazu noch mehrere alte Fundamente und Betonbauten, deren Funktion nicht mehr erkennbar waren.

10-2019

Weitere Bilder dieser Versuchsstelle. Im einzelnen sind sie hier zugeordnet.

Versuchsstelle Ost

Über diese Versuchstelle gibt es im Gegenteil zur VersWest nur wenig Dokumentation. Wohl in den 1930er Jahren wurde sie errichtet, der große Prüfstand ist noch gemauert und wahrscheinlich der älteste auf dem Gelände.
Hier wurden Test an Treibstoffen für die Brennkammern der Raketentriebwerke durchgeführt.

Die Russen konnten mit diesen Anlagen nichts anfangen, da sie auch vor deren Eintreffen zerstört wurden.
Deshalb blieb dieser Bereich, nach 1945 weitestgehend ungenutzt.

Schießbahn West

Der Beitrag über die Schießbahn West ist hier zu finden, hier nur die Bilder.

Schießbahn Ost

Diese Schießbahn wurde ab 1875 erbaut und hatte eine Gesamtlänge von fast 13 km und war 250 Meter breit. Es gab 55 Beobachtungspunkte und auch wie an der Schießbahn West wurden hier Waffen, Munition und Ausrüstung getestet und Beschussversuche an Bauwerken unternommen. Nach dem Krieg wurde hier einiges demontiert und auch der Bau des Flughafens ließ einiges verschwinden. Die ganze Bahn haben wir nicht abgelaufen, wir konnten das vereinigte Panzer- und Gewölbziel ansehen, das schon über 100 Jahre so zerstört ist. Weiterhin ein paar Bunker und Beschussziele. Auch viele GSSD Hinterlassenschaften findet man im Wald.

Sprenggarten und Schießbahn Adlershorst

Dieses ehemalige Versuchsgelände der Wehrmacht liegt tief im Kummersdorfer Wald und gehörte zur damaligen Versuchsstelle-Ost. Hier wurden Probesprengungen von Splittergranaten durchgeführt und auf der Schießbahn panzerbrechende Munition erprobt. Gebaut wurde das hier ab 1937.
Die 165m lange Schießbahn ist mit Beobachtungsbunkern ausgestattet, in der Umgebung gab es noch eine kleinere Schießbahn, 2 runde Wasserbecken unbekannter Funktion, sowie Munitionsbunker.
Vom Sprenggarten ist nichts mehr zu sehen, die umgebenden Bretterwände wurden nach dem Krieg abgetragen. Es sind nur noch die dazugehörigen Beobachtungs- und Muitinsbunker vorhanden.
Die GSSD nutzte scheinbar einige dieser Bunker nach, in einem finden wir einen wohnähnlichen Ausbau. Aus welcher Zeit das aber stammt ist unklar. Sogar eine Hundehütte ist vorhanden.

 

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Fernmeldeverbindungsstelle im Wald

Diese kleinere russische Liegenschaft im Brandenburger Wald wurde scheinbar erst zu DDR Zeiten erbaut, wie die Jahreszahlen an den Häusern belegen. Es war wohl eine Fernmeldeverbindungsstelle.
Vorhanden waren typische Unterkünfte, ein Kinosaal, ein medizinischer Behandlungsraum, Energieversorgung, Sauna, ein kleiner Bunker oder Bodendeckung und Garagen.

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Flugplatzkaserne Brand

Der Flugplatz Brand war ein Fliegerhorst der Luftwaffe. 1938/39 baute man für die Flieger eine Kasernenanlage und zu Versorgungszwecken Anschlussgleise vom Bahnhof Brand. Bereits 1939 erhielt Brand eine 1000 m lange Gras-Start- und Landebahn. Der so zu einem Flugplatz erweiterte Horst diente als Einsatzflugplatz und bis September 1944 als Ausbildungsflugplatz der Flugzeugführerschule. Für die Flugzeugführerschule wurde eigens ein Schulgebäude errichtet.

Die sowjetischen Streitkräfte, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs als Besatzung in Deutschland verblieben, erweiterten den kleinen Flugplatz 1950/1951 durch eine 2.500 m lange betonierte nördliche Haupt-Start- und Landebahn. Im Jahr 1958 kam noch eine weitere, 2000 m lange Piste als Begleitjägerstartbahn hinzu. Die sowjetischen Planer wendeten bei diesem Umbau ein im Ostblock verbreitetes Flugplatzschema an, in dem die Dezentralisierungsräume entfernt angeordnet wurden. Ein typisches Merkmal dieses Schemas ist: Ein 2000 m langer Rollweg, hier die Start- und Landebahn 16/32, führt quer von der Haupt-Start- und Landebahn 09L/27R weg und verlässt das zentrale Flugplatzgelände. Am Ende befindet sich eine Abstellanlage mit Sheltern sowie Lager- und Munitionsbunkern. In Brand wurden lediglich kleine befestigte Abstellflächen geschaffen, deren Größe für Begleitjäger MiG-17 vorgesehen waren. In späteren Jahren wurde im Bereich der Abstellanlage ein Gefechtsstand sowie ein Sonderwaffenlager geschaffen, in dem nukleare Fliegerbomben für die jeweilig auf dem Flugplatz stationierten Flugzeugtypen bevorratet wurden.

Das Unternehmen Cargolifter AG kaufte das Areal im Jahr 1998. Im Jahr 2000 eröffnete das Unternehmen auf dem Gelände die größte freitragende Werfthalle der Welt, um in dieser Lastenluftschiffe zu konstruieren. Nach der Insolvenz von CargoLifter im Jahr 2002 wurde die Luftschiffhalle an einen Investor aus Malaysia verkauft, welcher darin seit dem Jahr 2004 den bekannten tropischen Freizeitpark „Tropical Islands“ betreibt.
(Quelle: Wikipedia)

06-2019
Als wir mal Bilder von einem Leninrelief gesehen hatten das noch recht unbeschädigt da stand, mussten wir auch hier noch einmal vorbei schauen. Beim ersten Besuch war ja bis auf das Kulturhaus mit Sporthalle der Rest recht unspektakulär gewesen. Die meisten der Baracken waren ja ohne Dach und der Vegetation schutzlos ausgeliefert.
Auch die vielen DDR Neubauten luden nicht unbedingt zur stundenlangen Erkundung ein. Aber das Relief versteckte sich inmitten dieses trostlosen Durcheinanders. Mittlerweile ist das Gelände auch besser gesichert. Die vielen Besucher nebenan sollen sicher nicht verleitet werden hier weiter rum zu laufen.

12-2021 „Little Prypjat“

Ja, unter diesem Namen ist diese Kaserne jetzt auch bekannt geworden. Einige Youtuber waren hier und haben den Ort damit auch um einiges „besuchter“ gemacht.

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Alte Garnison

Diese kleine Stadt wurde als Artillerieschule gegründet. Die Häuser wurden um 1900 errichtet. Der Schießplatz und die Schule wurden immer weiter ausgebaut. Es gab hier Mannschaftsgebäude, Pferdeställe, Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäude. Das Casino viel 1920 einem Brand zum Opfer.

Nach 1945 übernahm die sowjetischen Armee das Areal, es wurde zur „verbotenen Stadt“. Nach Abzug der Truppen 1992 lebten dort nur noch 95 deutsche Bürger. Trotz der propagierten Deutsch-Sowjetischen Freundschaft, war hier Kontakte zwischen Einheimischen und Soldaten nicht erwünscht.
Stationiert war hier eine ganze Armee, bestehend aus Hubschraubern und gepanzerten Kampfverbänden.

Teilweise sind die sehr schönen Backsteingebäude jetzt wieder als Wohnhäuser hergerichtet, aber ein großer Teil verfällt auch. Die Bilder stammen aus mehreren Besuchen da das Areal doch sehr groß ist.

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Sowjetischer Stern an einer Straßenkreuzung

Teilweise sind die sehr schönen Backsteingebäude jetzt wieder als Wohnhäuser hergerichtet, aber ein großer Teil verfällt auch. Die Bilder stammen von mehreren Besuchen da das Areal doch sehr groß ist.

Da beim letzten Besuch nicht alle Gebäude geschafft wurden, kamen wir wieder und nahmen uns den Rest vor. Hier noch ein paar Eindrücke aus 09-2016!

Diese Bilder sind ebenfalls in der „Alten Garnison“ entstanden und zeigen einen Theaterbau, mit Kindertheater und großem Saal.

Am Rande einer Winterwanderung (2017) Richtung Truppenübungsplatz mußte auch der Stern dran glauben.

Winterstern

Ein erneuter Besuch (2017) der Alten Garnison erfolgte, einige unbesuchte Gebäude sollten erkundet werden. Aber diese waren fast alle zerstört oder mit Müll der Bevölkerung gefüllt. Am Ende landeten wir im Theater und machten noch ein paar Bilder.

Gegen Ende 2017 und 2020 verschlug es uns wieder mal in die „Alte Garnison“, das schon arg ramponierte Gebäude mit dem Uhrenturm war das Ziel. Auch ein paar Nebengebäude wurden angesehen.

03-2019
Wie sich der Stern immer wieder verändert. Wir hörten das dort einige Renovierungsmaßnahmen erfolgt sind und mußten uns das angucken. Die meisten Gebäude dort, sind jetzt alle gut gesichert und wurden scheinbar  an eine Firma verkauft, die solche Objekte entwickelt.

06-2020
Ein paar Luftaufnahmen aus der Alten Garnision.

05-2022
Wir konnten auch hier in der Alten Garnison wieder einige Gebäudeteile erkunden, die bisher verborgen geblieben sind. Besonders dabei war der Wäschereiteil mit Bügelzimmer und Heizraum.

06-2023
Bisher gut bewachte Teile sind jetzt scheinbar aufgegeben worden und da wir hier immer noch auf der Suche nach einer bestimmten Sauna in diesem Areal sind, schauten wir auch hier wieder vorbei. Die eigentlich Sauna blieb unentdeckt, aber 2 kleinere sind uns unter gekommen. Die Keller sind hier leider sehr unübersichtlich, mit verschiedenen Zugängen und immer wieder zugemauerten Gängen. Die Gebäude sind auch in sehr schlechtem Zustand. Die Feuchtigkeit hat den Balken schon arg zugesetzt, so das einige Etagen runter gekommen sind und vieles nur noch von den Steintreppen aus anzusehen ist. Aber es gab noch genug neue Entdeckungen.

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Kasernenhof Havelaue

Für die neue Luftkriegsschule der Wehrmacht wurden in den Jahren 1935/36 drei Kasernenhöfe errichtet. Nach Kriegsende nutzte die Sowjetarmee das Gelände.
Die noch vorhandenen Gebäude werden saniert und zum Wohnpark umgebaut.

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Heeres Reitschule Krampnitz

Die Kavallerie- und Panzertruppenschule Krampnitz wurde 1935 von Hannover nach Potsdam-Krampnitz verlegt. Grund war u. a. der in der Nähe befindliche Truppenübungsplatz Döberitzer Heide. Das Heeres-Neubauamt begann im Frühjahr 1937 mit den Bauarbeiten.
Seit November 1938 unterstand sie dem „Chef der Schnellen Truppen“, General Heinz Guderian. Im Juni 1941 erfolgte die Umbenennung in „Schule für Schnelle Truppen“, 1943 in „Panzertruppenschule II Krampnitz“. Im Winter 1944 erfolgte die Verlegung der Hauptbestandteile der Panzertruppenschule nach Bergen, nur die berittenen Ausbildungseinheiten verblieben in ihren Kasernen.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Kaserne von der GSSD, bis zum Abzug 1992, genutzt. Danach wurden hier einige Filme gedreht. Politisch entstand Wirbel um das Areal, es ging dabei um Unregelmäßigkeiten beim Verkauf des Geländes.
Auf dem hinteren Teil des riesigen Geländes wird zur Zeit Wohnraum für mehrere tausend Menschen geschaffen.

Bilder aus 2015

01-2020
Seit unserem letzten Besuch ist einiges passiert, eigentlich sollten hier ja jetzt schon welche wohnen, aber so weit ist es noch nicht. Es wurde begonnen Gebäude, die nicht modernisiert werden sollen, abzureißen. Auch wird an einigen Häusern jetzt gebaut. Aber das ganze dauert doch schon einige Jahre und so ein großer Fortschritt ist nicht zu erkennen. In der Presse stand die Tage, das der beabsichtigte Einzug im Jahr 2022 um weitere 2 Jahre verschoben wurde. Hintergründe sind in der Erschließung des Verkehrs genannt worden. Auch soll der vollständige Ausbau dort erst erfolgen, wenn die Straßenbahnanbindung realisiert wurde.

Deshalb nutzten wir noch einmal die Gelegenheit, das Areal weiter zu erkunden. Erstaunlich was man noch so alles findet, so war diesmal auch das Casino offen, leider bot es innen einen trauriger Anblick. Vandalen haben so gut wie alles beschmiert. Wir fanden noch einige Bilder aus der GSSD Zeit, aber alles haben wir immer noch nicht gesehen. Vielleicht gibt es noch eine Erkundung.

Hier noch ein Bild es Deckenmosaiks aus besseren Zeiten, aufgenommen 2010 und zur Verfügung gestellt vom Gastautor Gumpe.

Foto: gumpe 2010

01-2021
Da die Abriss- und Renovierungsarbeiten immer weiter voran schreiten, wollten wir hier im westlichen Teil noch einmal vorbei schauen und auch die Keller und Dachböden besichtigen. Wir beschränkten uns auf 2 Gebäude, da hier jetzt sehr viele Baumaschinen stehen und wir nicht weiter auf das Gelände vordringen wollten. Durch die großflächigen Abrissarbeiten ist in diesem Bereich dann auch keinerlei „Deckung“ mehr vorhanden. Es geht dem Gelände an den Kragen, die Hallen, Garagen und minderwertigen Gebäude sind schon platt gemacht. Wie es scheint bleiben alleine die Wohngebäude stehen um am Ende einer neuen Bestimmung zugeführt zu werden.

06-2021
Noch einmal konnten wir einige Gebäude in offizieller Mission besuchen. Die Bauarbeiten sind sehr weit fort geschritten, fast alle Wege und Straßen sind in irgend einer Form bearbeitet oder gerade in Bau. Gewerkelt wird an allen Ecken und Enden. Der Charakter eines Lost Place ist nicht mehr vorhanden. Wir konnten zum wahrscheinlich letzten Mal das Deckenmosaik ablichten. Das wurde in von jemanden gereinigt, der lilane Tag ist fast verschwunden und einige Teile, die früher übermalt waren sind wieder zum Vorschein gekommen. Ein paar Tage später wurde es abgedeckt.

2025

Die Bauarbeiten und auch die Abrissarbeiten auf dem Gelände gehen weiter voran, scheinbar aber nicht in der Geschwindigkeit wie vorgesehen.
Mittlerweile kann man dort mit dem Auto umher fahren, das einem neue Ansichten ermöglicht. Es ist ein komisches Gefühl sich hier „frei“ zu bewegen, wenn man bedenkt was hier früher für ein Versteckspiel mit dem Sicherheitsdienst statt fand.
Die Vegetation war damals unser Verbündeter, heute ist hier weithin alles überschaubar. Wir besuchten noch offene Gebäude, aber auch bekanntes. In den Kellern oder Dachböden findet sich immer noch einiges der alten Bewohner.

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Fliegertechnische Schule

Als  Schule der deutschen Verkehrsflieger wurde sie 1933 zur Tarnung gegründet, da Deutschland zu diesem Zeitpunkt aufgrund der Versailler Verträge von 1919 keine Luftwaffe besitzen durfte. Schnell waren hier 1.500 Schüler untergebracht. Die Bauten wurden wahrscheinlich bis 1935 errichtet, genaues ist nicht bekannt, da dieses unter strengster Geheimhaltung geschah. Ab 1935 gab sich die Einrichtung als solche zu erkennen. Anfang 1940 wurde die Schule nach Warschau verlegt und an diesen Ort zog eine „Höhere Fliegertechnische Schule“. Die Aufgaben waren die Schulung des technischen Personals mit den Neuerungen der Luftwaffe. Als nach dem 2. Weltkrieg die sowjetische Armee die Anlage übernahm, war sie weitgehend unbeschädigt. Sie richtete hier ein Schulungszentrum für Offiziere der Panzertruppen und Artillerie ein.

Ein erneuter Besuch (2016)  brachte neue Perspektiven und Motive sowie  eine insgesamte ruhigere Begehung. Ein entspannter Sommerabend auf dem großen Gelände. Wie immer bei diesen Liegenschaften entdeckt man wieder was neues.

04-2020
Auch hier schauten wir mal wieder vorbei, 1-2 Häuser waren diesmal offen und konnten besichtigt werden. Auch alt bekanntes wurde wieder begutachtet. Am Ende der Gallerie noch ein paar Drohenbilder vom Juni 2020 und auch aus 2023.

10-2021
Zum Abschluss einer kleinen Tour besuchten wir die Fliegerschule um 2-3 Wandbilder zu suchen. Die Hinweise waren richtig gedeutet und wir fanden das Wandbild mit dem Ritter und ein paar Sportlersymbole an der Außenmauer. Da heute die Sonne schien sind diese Bilder leider nicht so schön geworden, so das wir diese nochmals ablichten werden.

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Lager mit Fahrschule

Hier befand sich einst ein sowjetisches Ersatzteildepot. In einem Gebäude war eine Fahrschule unter gebracht. Diese war nur noch mit äußerster Vorsicht zu betreten. Der Boden teilweise schon durch gefault, ließ Blicke auf die darunter liegenden Räume zu. Das Depot wirkt nicht besonders groß, wenn man es aber gründlich erkundet, findet man immer mehr Gebäude im Wald. Es sind viele viele unterschiedliche Motive zu entdecken.

06-2021
Auf dem Rückweg von einer anderen Location, hielten wir hier auch nochmals an. Mittlerweile ist das Gelände richtig zugewachsen und verfällt immer weiter. Eine Sauna die beim ersten Besuch übersehen wurde, fanden wir ganz gut. Die Wandbilder haben aber auch schon sehr gelitten. Das Fahrschulgebäude ist, abseits der Steintreppen, kaum noch zu betreten.

 

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Munitionslager Wulkow

Auf dem 330 ha großen Areal wurde 1934 bis 1939 die Heeresmunitionsanstalt Neuruppin errichtet. Es gab einen Fertigungsbereich, in dem Munition aller Kaliber hergestellt wurde, einen Wohn-, Verwaltungs- und Sozialbereich sowie einen Lagerbereich. Die GSSD nutze das Areal als Munitionslager. Die Gebäude die als Lager dienten sind bereits alle verschwunden, der Teil der als Unterkunft diente, ist auch im Abriss. Also wird dieser Standort bald nicht mehr existieren. Wir konnten auch nur wenige Motive finden, einige Spuren der früheren Größe, wie Schienen oder Mauern im Wald kann man noch entdecken.

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Standortlazarett

Der Ursprung dieses  Standortlazaretts bildeten 4 Krankenhausbaracken, die 1893 errichtet wurden. 1934 – 1936 erfolgte dann ein größerer Umbau und damit eine Erweiterung der Kapazitäten, da hier auch die Zivilbevölkerung von den Militärärzten behandelt wurde. Beim Neubau wurden die Terrassen und Balkone so ausgerichtet, dass die frische Waldluft und das Sonnenlicht bestens genutzt wurde. Es war das modernste Militärkrankenhaus der damaligen Zeit.

Die russischen Truppen nutzen das Krankenhaus bis zu ihrem Abzug 1992 und errichteten noch weitere Gebäude.

Hier noch eine Auswahl von Wandbildern, denen ich mich bei einem Wiederholungsbesuch widmen konnte.

11-2018
Das Gelände des Standortlazaretts umfasst ja noch einige andere Gebäude. Diese waren das Ziel der Erkundung, aber auch dem Lazarett wurde ein Besuch abgestattet. Das warme Herbstlicht bot uns doch ein schönes warmes Licht im Gebäude. Im hinteren Teil des Geländes fanden wir noch ein weiteres Krankenhaus, erbaut in den letzten Jahren der Besatzerzeit.
Hier wurde 1980 eine Geburtsklinik auf dem Gelände errichtet. Die russsiche Bauart lässt sich auch heute noch gut erkennen. Wie immer wurde der Putz weggelassen. In der Klinik erblickten bis 1993 viele Kinder das Licht der Welt.

Das neuere Heizhaus dort, hatte auch das Baujahr 1980 an der Wand verewigt.

Und Drohnenbilder

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