Tief in einer zerklüfteten Bergschlucht gelegen, entwickelte sich die Siedlung durch immense Vorkommen von Mangan- und Eisenerz rasant zu einem industriellen Epizentrum. Um die Jahrhundertwende stammte ein gewaltiger Teil des weltweiten Manganbedarfs aus dieser Region. Die Topografie stellte die Planer jedoch vor logistische Probleme: Die Arbeiter mussten täglich unter enormem Zeitaufwand die steilen Klippen zu den Minen hinaufklettern.
In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde daher unter sowjetischer Führung ein revolutionäres Infrastrukturprojekt realisiert. Um die Produktivität drastisch zu steigern, wurde ein dichtes, öffentliches Transportnetzwerk aus Personen- und Materialseilbahnen direkt in die Felsen geschlagen – das erste seiner Art im gesamten Staatsgebiet. Es verband das Talbecken direkt mit den Wohngebieten und Mineneingängen auf den Plateaus.
Zu Spitzenzeiten existierten über 20 eigenständige Personenseilbahnen und mehr als 50 Materialseilbahnen in und um die Stadt. Das System beinhaltet einige der steilsten Pendelbahnen der Welt. Eine der bekanntesten Linien überwindet die Klippen mit einer extremen Steigung von bis zu 48 Grad. Die historischen Kabinen – aufgrund ihrer engen, fensterlosen Bauweise aus genietetem Stahlblech oft als „schwebende Metallsärge“ tituliert – boten Platz für lediglich 4 bis 6 Personen. Die Stationen sind architektonische Zeitkapseln und spalten sich stilistisch in monumentalen Sozialistischen Realismus mit Mosaiken und Säulen sowie in späteren, kantigen Brutalismus und Modernismus aus Sichtbeton.
Mit dem Zusammenbruch des sozialistischen Staates Ende des 20. Jahrhunderts kollabierte auch die lokale Industrie. Viele Minen schlossen, die Einwohnerzahl halbierte sich und für die Wartung der Infrastruktur fehlten die Mittel. Dennoch liefen einige der originalen Bahnen aus den 1950er-Jahren fast sechzig Jahre lang ohne nennenswerte Modernisierung weiter – betrieben von lokalen „Gondeldamen“, die die marode Technik händisch steuerten.
Aufgrund massiver Sicherheitsmängel und fortgeschrittener Korrosion wurde der Betrieb der historischen Linien vor wenigen Jahren endgültig eingestellt. Rostige, gelbe und blaue Blechkisten hingen leblos über dem Abgrund; verlassene Betonstationen verwitterten im dichten Grün der Hänge.
Die Ära des Verfalls wandelt sich. Vor kurzem ging ein komplett neues, modernes Seilbahnnetz mit französischer Technologie in Betrieb, das die alten Routen ersetzt. Die geschichtsträchtigsten Ruinen der Ur-Bahnen wurden mittlerweile unter Denkmalschutz gestellt. Während einige Stationen für immer verloren sind, werden ausgewählte historische Linien aktuell aufwendig saniert, um sie als lebendige Technikdenkmäler für die Nachwelt zu erhalten.





































