Archiv der Kategorie: Hotels

Ferien im Europagarten

Dieses Urlauberdorf wurde in den 1970er Jahren errichtet. Es gab einen Bürotrakt mit Kantine und einige kleine Lauben, sowie ein Bettenhaus im DDR Leichtbaustil.
Nach der Wende wurde hier modernisiert aber der Komfort entsprach ja immer noch dem DDR Standard. Deshalb wurde hier scheinbar versucht andere Übernachtungsgäste zu finden. Ziel waren Monteure die hier in der Gegend oder in der Hauptstadt zu tun hatten und eine kostengünstige Bleibe suchten.
Natürlich waren auch andere willkommen, aber wie es scheint ging dieser Plan nicht auf, oder ein anderer Umstand sorgte hier für die Aufgabe. Da in der Küche fast alles stehen und liegen gelassen wurde, lässt das auf überstürztes Verlassen schließen. Auch viele alte Unterlagen sind noch zu finden.
Hier hat Vandalismus auch schon dafür gesorgt, das im Haupthaus fast alles zerstört wurde. Aber in den Lauben und im Bettenhaus fanden wir wunderbaren Verfall.

Haus Völkerfreundschaft

Viele Feriendomizile oder -lager hatten in der DDR den Namen Völkerfreundschaft, ein immer wieder arg strapazierter Begriff in den Zeiten des Sozialismus. Dieses hier lag an einem See in einer landschaftlich schönen Region. Auch heute ist hier die Naherholung ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Rund um den See gibt es viele private Wochenendgrundstücke. Das Ferienhaus liegt inmitten dieser Anlagen und seit langem im Dornröschenschlaf. Wie meistens hatten die Zimmer eine einfache Ausstattung ohne Bad, Gemeinschaftsräume zum Essen und für Veranstaltungen waren vorhanden. Etwas abseits der eigene Trakt für die Warmwasserversorgung und Heizung. Die Beschickung des Heizkessel erfolgte hier, sehr modern, mit einem Förderband.

Bowling im Waldhotel

Wir betreten eine Gaststätte mit langer Tradition, hier wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts die erste Gastwirtschaft eröffnet. Diese blieb dann auch über mehrere Generationen in Familienbesitz, bis in den 1960er Jahren eine Enteignung erfolgte. Nach der Wende erfolgte der Neuanfang mit großen Umbaumaßnahmen. Bis vor einigen Jahren das Aus dieser Traditionsgaststätte kam, warum wissen wir nicht. Scheinbar wurde es verkauft und seit dem nicht mehr geöffnet, vielleicht ein Spekulationsgrundstück? Aber das ist Spekulation.
Es war alles vorhanden und es ist eigentlich unverständlich das es hier nicht laufen sollte. Es gab neben der Gaststätte, ein Hotel, die Bowlingbahn und auch ein Biergarten am Wasser mit herrlichem Blick auf die Landschaft lockte Tagestouristen an. Hier wurden traditionelle Gerichte der Region serviert.

Der Waldhof

Viele Informationen findet man nicht über diesen Gasthof. Aber Tradition scheint ja vorhanden zu sein, wir finden Postkarten des Saals, die diesen vor über 100 Jahren zeigen. Es gab einmal ein Hotel, Gaststätte und den schönen Saal mit aufwendigen Pfeilern und Verzierungen.
Heute ist der Hotel- und Wohnbereich zerwühlt, um nicht zu sagen zerstört. Der Kalender blieb im Jahr 1998 stehen, ein untrügliches Zeichen dafür wann hier die Lichter aus gingen. Der letzte Besitzer spricht davon, das Forderungen des Alteigentümers und mangelnde Unterstützung der Verwaltung das Aus besiegelten.
Die Gäste von früher schwärmten von der tollen Atmosphäre hier, egal ob beim Karneval, Betriebsfeiern, Disko oder privaten Anlässen. Auch über Essen und Getränke wurde nicht gemeckert.

Pension zur Mühle

Dieses Haus hat eine lange Tradition, schon im 14. Jahrhundert wurde dieser Ort das erste Mal erwähnt. Zwar war es eine Mühle die viele Jahre hier mit Wasserkraft betrieben. Wann genau daraus eine Pension wurde wissen wir nicht, aber der Mühlbetrieb wurde gegen Ende der 1950er Jahre eingestellt.
Sie war jahrelang beliebt bei Ausflüglern die hier am See Erholung suchten und in der nahen Gaststätte konnte man verweilen und sich stärken. Aber die Pension hat vor ein paar Jahren geschlossen als die damaligen Pächter in Rente gingen, die Suche nach Nachfolgern blieb bis heute erfolglos und die angekündigte Wiedereröffnung fand bis heute nicht statt.
An den Möbeln fanden wir noch Aufkleber eine Berliner Hochschule, ob diese hier früher einmal ihre Gäste unterbrachte oder die nur die DDR Möbel hier verwendet wurden lässt sich nicht heraus bekommen.

Ferienheim Moos und Schimmel

In einem kleinen Ort im Erzgebirge finden wir dieses Ferienheim vor. Informationen dazu sind leider spärlich gesät.

Der Trägerbetrieb war einmal ein Kraftwerk das in den 1970er Jahren errichtet wurde.

Das Ferienheim wurde scheinbar später einmal durch einen neues Bettenhaus oberhalb erweitert. In diesem Gebäude befindet sich auch das Schwimmbad. Das Haupthaus ist mittlerweile durch die Witterung stark in Mitleidenschaft gezogen worden.

Daraus resultiert dann auch der Name des Beitrages.

Das Bettenhaus ist noch gut in Schuss aber leer geräumt, scheinbar wurde hier nach der Wende noch versucht ein Tagungshotel zu etablieren. Wann genau hier der Betrieb eingestellt wurde, wissen wir nicht aber wie bei so vielen anderen Objekten dieser Art, vor rund 20 Jahren.

Der Erbgerichtshof

Dieses Gasthaus wurde schon im 16. Jahrhundert zum ersten Mal erwähnt. In den folgenden Jahren folgten viele Besitzerwechsel und Umbauten. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Haus aus dem Besitz des Erbgerichts ausgelöst und verkauft.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts vernichtete ein Brand das Gasthaus, welches aber postwendend wieder aufgebaut wurde. Der große Tanzsaal war beliebt und die dort statt findenden Tanzabende waren immer gut besucht.

Bis in die 1970er Jahre wurde die Gaststätte privat betrieben, bis ein großer DDR Betrieb diese kaufte und in ein Betriebsferienheim umbaute.
Die Gaststätte war weiterhin ein kultureller Mittelpunkt der Gemeinde und viele DDR Künstler traten hier auf. Auch für die typischen Feierlichkeiten, wie Hochzeiten, Jugendweihen und Feiern von Vereinen und Familien wurde das Haus genutzt

Nach der Wende dann noch ein paar Jahre Betrieb durch einen privaten Betreiber. Aber Ende der 1990er Jahre wurde das alte Erbgericht verkauft, der neue Besitzer lässt es bis heute verfallen.

Ferienheim zum Leder

Dieses kleine gemütliche Ferienheim war früher sicher einmal sehr beliebt unter den Werktätigen des Trägerbetriebes. Dieser VEB hatte sich früher einmal der Lederverarbeitung verschrieben.

Das Heim liegt inmitten des Erzgebirges und war ein hervorragender Ausgangspunkt für Ausflüge in der Gegend. Wanderwege gehen direkt von der Haustür aus los. So biegen wir auch von einem dieser Wege ab um das Haus zu erkunden. Wie es aus sieht ist hier nach der Wende der letzte Urlauber gegangen. Die rustikale Holzausstattung traf bald nicht mehr den Geschmack der in die Ferne ziehenden DDR Bürger. Toilette und Bad auf dem Gang hat man früher hin genommen, heute ist das ein k.o. Kriterium.

Obwohl es an diesem morgen nicht unbedingt dunkel draußen war, war im Inneren doch eine düstere Stimmung. Das dunkle Ambiente und die hohen Bäume verschluckten das Licht. Heute nagt der Zahn der Zeit am Haus, obwohl es sich in den oberen Etagen noch tapfer hält und kaum Feuchtigkeit zu sehen ist. Da diese Region nicht gerade boomt, scheint auch hier keine Wiederbelebung in Sicht zu sein.

 

Santorium Teddy

Dieses Haus wurde als Sanatorium errichtet und später in DDR Zeiten als FDGB Heim umgebaut.
Es gab hier mal einen schönen Kinosaal mit Logen, wie wir in alten Postkarten sehen konnten, der zuletzt aber als Sporthalle umgebaut wurde. (Bild 1)
Viel mehr konnten wir über das Haus nicht erfahren, innen ist es heute ziemlich leer oder randaliert.
Was uns gewundert hat war dann die im Keller gefundene überdimensionale Heiz- und Wasseranlage. Für ähnliche Häuser wurde nicht solch große Anlagen gebaut, aber vielleicht wurden noch Gebäude daneben mit versorgt. Ein schönes Haus wartet jetzt auf eine neue Verwendung.

 

Hotel am Bahnhof

Als zum Ende des 19. Jahrhunderts der Ort einen Aufschwung erlebte, wurde zu dieser Zeit auch dieses Hotel errichtet.
Es entwickelte sich zu einem Hotel für die Reichen und Schönen. Es galt als vornehm, hier in einem der über 100 Zimmer, zu übernachten. Im großen Ballsaal konnte man auch gut feiern.

Wie viele solcher Häuser nutzte man es im 1. Weltkrieg als Lazarett. In den Zeiten der DDR war das Hotel zu groß und die Stadt zog hier ein und betrieb hier einige städtische Einrichtungen.

Als nach der Wende die Investoren vor fuhren, Sanierungspläne vor legten und Luxushotel Luftschlösser bauten, hatte die Stadt noch große Hoffnung hier wieder Leben einziehen zu lassen. Aber die hohen Kosten schreckten am Ende doch ab und bis heute steht das riesige Hotel leer.

Bis auf wenige Motive war der Rundgang hier dann doch ernüchternd, leere Gänge und Zimmer wohin man blickt. Als wir dann dann den Ballsaal betraten waren wir dann doch beeindruckt und der Prunk vergangenen Tage war zu spüren.