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Zentrales Pionierlager

Auf dem gesamter Gebiet der DDR gab es zentrale Pionierlager, dieses hier liegt in einem der Mittelgebirge, recht malerisch am Stadtrand. Es gab immer einen Trägerbetrieb für dies Lager, hier war ein Chemiegigant dafür verantwortlich. Knapp 1.000 Pioniere und FDJler konnten hier ihre sozialistisch geprägten Ferien verbringen. Auch aus den Bruderländern kamen die Gäste.
Heute schwärmen die Kinder und Betreuer immer noch von den vielfältigen Unternehmungen in diesem Lager.
Die Versorgung fand etwas abgelegen von den Unterkünften statt. Heute ist das alles fast gar nicht mehr erkennbar und man denkt das es 2 verschiedene Orte sind weil alles mittlerweile in einem dichten Wald steht.
Es gab ca. 30 kleine Häuser, auf alten Postkarten ist auch ein Zeltlager erkennbar. Auch existierte ein Freibad mit Sprungturm, welches mittlerweile abgerissen ist. Das Wasserwerk dafür steht noch. Ein Baracke für die Versorgung und wir denken auch für den „Propaganda“ Unterricht, denn hier finden wir noch einige Schautafeln aus sozialistischen Zeiten. Heute prangt noch ein Schild „Freizeitcenter“ am Eingang, das sicher noch aus den Nachwendezeiten stammt. Dazu dann noch die obligatorischen Waschräume, die nach Berichten nicht immer warmes Wasser „anboten“.
Oben auf dem Berg befand sich der große Speisesaal mit Heizwerk und noch ein paar Baracken, unter anderem für die medizinische Versorgung und ein größerer Bau der wohl später noch eine Zeitlang für Ferien genutzt wurde.

Über die Nutzung nach der Wende konnten wir nichts mehr in Erfahrung bringen, aber scheinbar hat das Lager nicht lange überlebt. Die einfachen Unterkünfte sind so marode und lassen auf rund 30-jährigen Leerstand schließen.
Oben im Lager scheint es so, das noch etwas länger versucht wurde hier ein Feriendomizil zu betrieben, aber die Bürger wollten die weite Welt sehen und nicht in miefigen alten Pionierlagern den Urlaub verbringen.
Im Keller der Kantine, fanden wir überdimensionierte Nachrichtentechnik nebst Büro, bei der wir vermuten das auch hier ordentlich gelauscht wurde.

Die explosive Kantine

Den Namen des Beitrags  habe ich mal aus einem Forum übernommen. Passt super zur Lage und Bestimmung. Die Kantine stammt noch aus Zeiten der DDR, gehörte zur daneben liegenden Fabrik. Heute wird sie scheinbar nicht mehr benötigt, die heutigen Angestellten sollen sich gefälligst selber verpflegen. Der Verfall ist genial hier. Aber seht selbst.

Ferienlager halbierter Ast

Ein großes DDR Kombinat betrieb hier ein Kinderferienlager. Für die Eltern war dieser Aufenthalt fast kostenlos und für die Kinder meist ein großes Vergnügen.
Mit heutigem Standards kann man das sicher nicht mehr vergleichen, aber in den einfachen Hütten hatte die meisten Kinder ihren Spaß. Im Haupthaus wurde gekocht, und gegessen und auch die Waschräume waren hier untergebracht. Nebenan auf einem kleinen Grundstück gab es die laubenähnlichen Unterkünfte. Sie waren, DDR unüblich, mit halbierten Ästen verziert. Das gab den Lauben dann doch noch einen anderes Aussehen.

Heute macht das Grundstück einen verwahrlosten Eindruck mitten in dem kleinen Dorf und ist dort als Schandfleck bekannt. Ich wurde gefragt ob ich das kaufen möchte und erfuhr von einer älteren Dame, die nebenan wohnt, das diese dort einmal in der Küche gearbeitet hatte. Vor ein paar Jahren dann die letzte Nutzung, als hier eine Mutter mit ihren Kindern Quartier bezog. Ob legal oder nicht wusste die Dame nicht und war letztendlich froh das die Familie hier nicht länger unter diesen Umständen leben musste.

Sporthalle an der Fliegerschule

Tausendmal berührt – Tausendmal ist nichts passiert. Wie oft habe ich hier vorbei geguckt und nie wurde mir Einlass gewährt. Am Ende öffnet sich doch ein Türchen und man kann hinein gucken, nun sonderlich spektakulär ist es hier nicht, aber da es dich gibt „Sporthalle“ wolltest du „erobert“ werden. Die Malereien der letzten Betreiber sind verblasst oder übermalt. Es gab auch die obligatorische Sauna.
Am Ende mal 2 Collagen die Bilder aus den 1940er Jahren mit heute vermischen.

Bowling im Waldhotel

Wir betreten eine Gaststätte mit langer Tradition, hier wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts die erste Gastwirtschaft eröffnet. Diese blieb dann auch über mehrere Generationen in Familienbesitz, bis in den 1960er Jahren eine Enteignung erfolgte. Nach der Wende erfolgte der Neuanfang mit großen Umbaumaßnahmen. Bis vor einigen Jahren das Aus dieser Traditionsgaststätte kam, warum wissen wir nicht. Scheinbar wurde es verkauft und seit dem nicht mehr geöffnet, vielleicht ein Spekulationsgrundstück? Aber das ist Spekulation. 😉  🙂
Es war alles vorhanden und es ist eigentlich unverständlich das es hier nicht laufen sollte. Es gab neben der Gaststätte, ein Hotel, die Bowlingbahn und auch ein Biergarten am Wasser mit herrlichem Blick auf die Landschaft lockte Tagestouristen an. Hier wurden traditionelle Gerichte der Region serviert.

Der Waldhof

Viele Informationen findet man nicht über diesen Gasthof. Aber Tradition scheint ja vorhanden zu sein, wir finden Postkarten des Saals, die diesen vor über 100 Jahren zeigen. Es gab einmal ein Hotel, Gaststätte und den schönen Saal mit aufwendigen Pfeilern und Verzierungen.
Heute ist der Hotel- und Wohnbereich zerwühlt, um nicht zu sagen zerstört. Der Kalender blieb im Jahr 1998 stehen, ein untrügliches Zeichen dafür wann hier die Lichter aus gingen. Der letzte Besitzer spricht davon, das Forderungen des Alteigentümers und mangelnde Unterstützung der Verwaltung das Aus besiegelten.
Die Gäste von früher schwärmten von der tollen Atmosphäre hier, egal ob beim Karneval, Betriebsfeiern, Disko oder privaten Anlässen. Auch über Essen und Getränke wurde nicht gemeckert.

Gasthof zur Linde

Dieser Gasthof wurde gegen Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet. Der große Saal wurde dann rund 50 Jahre später angebaut. Hier trafen sich oft die Bürger des Ortes um Sitzungen oder Feierlichkeiten abzuhalten. Viele mehr lässt sich über diesen Gasthof nicht heraus finden.
Im Inneren erwartete uns ein ordentliches Chaos, die gesamten Räume sind durchwühlt. Die Einrichtung der Wohnung, lässt darauf schließen das hier zu letzt ältere Leute gewohnt haben. Wahrscheinlich ist die Gaststätte auch schon über 20 Jahre geschlossen, am Ende verfällt diese jetzt immer mehr, da hier keiner mehr wohnt und sich um das Gebäude kümmert.

 

Freibad zum Pfeil

Diese Badeanstalt musste um die Jahrtausendwende schließen.

Die Stadt konnte sich den Unterhalt nicht mehr leisten, seit dem liegt das Freibad verlassen da. Einweiht wurde es in den 1960er Jahren und wurde mit viel Einsatz der Bevölkerung und auch mit Hilfe von Soldaten erschaffen. Es gab ein wettkampftaugliches 50 Meter Becken, das Kinderbecken kam später hinzu.

Der alte Bademeister erzählt von seiner Arbeit, er war hier von Beginn an tätig und er ist besonders stolz darauf, das es in seiner Zeit keine nennenswerten Unfälle gab. Auch wurden hier viele Veranstaltungen organisiert.
Heute hat ein Verein aus einer anderen Branche das Gelände übernommen und will es schrittweise umgestalten. Die Becken werden also sehr wahrscheinlich kein Wasser mehr sehen.

Das GSSD Schwimmbad

Mitten im Wald finden wir dieses kleine Schwimmbad. In der Nähe gab es einmal eine GSSD Kaserne. Erbaut wurde es 1974 und war fortan sehr beliebt bei den Militärangehörigen. Heute sind keinerlei Zufahrten mehr zu erkennen. Das Becken hat die Abmaße von 25m x 10m und es ist noch komplett mit Wasser gefüllt. Der Sprungturm ist auch noch recht gut erhalten.  Sogar ein kleiner Kescher, nach russischer Bauart, liegt am Beckenrand.

Ferienlager Peugeot

Inmitten eines aufstrebenden Ortes, an einem kleinen See, blieb diese Zeitkapsel erhalten.
Im Sommer sicher total zugewachsen wird man das alte Ferienlager kaum mehr erkennen. Der Winter ließ es zu das man es fast gefahrlos erkunden konnte. Die Bungalows waren massiv gebaut, was so nicht immer üblich war. Die Bauweise ähnelte sich, es gab in jeder Abteilung ein Wohnzimmer, 2 kleine Schlafzimmer, sowie Küche und Bad.
Ein Gemeinschaftssanitärbau, der schon eingestürzt ist, rundet die Anlage ab. Sicher einmal ein idyllischer Ort, jetzt ist es aber trostlos hier. Vandalismus hat dem Lager zugesetzt und auch der Zahn der Zeit nagt an der Substanz, wie es schien ist hier seit über 20 Jahren nichts mehr passiert.