Tief im Osten des Landes liegt ein Gigant der Schwerindustrie. Das Areal HFX ist nicht nur ein Lost Place, es ist ein Monument der Industriegeschichte, das über ein Jahrhundert lang das Rückgrat der europäischen Stahlproduktion bildete.
Die Wurzeln dieses Standorts reichen bis in das späte 19. Jahrhundert zurück. Gegründet von einer der einflussreichsten Industriellenfamilien der Region, entwickelte sich das Werk schnell zu einem technologischen Vorreiter.
In den 1970er Jahren erreichte das Werk seine maximale Ausbaustufe. Es war Teil eines gewaltigen Verbundsystems, das Eisenerz direkt aus den umliegenden Minen verarbeitete. Mit der Krise der europäischen Stahlindustrie und dem Wandel hin zu Elektrolichtbogenöfen verlor der Standort an Bedeutung. Die letzten aktiven Feuer in den Hochöfen erloschen im frühen 21. Jahrhundert.
Seitdem befindet sich der Komplex in einem Zustand des kontrollierten Verfalls, teilweise von Abriss bedroht, teilweise als strategische Reserve konserviert. Ursprünglich verfügte der Standort über eine Batterie von sechs Hochöfen. Im heute stillgelegten Teil befinden sich die Überreste der letzten zwei Einheiten, die auf eine enorme Tageskapazität optimiert waren.
Weiterhin konnten wir das Kraftwerk besuchen, die Centrale P diente als elektrische Zentrale des Hüttenwerks. Sie wandelte das bei der Roheisenerzeugung in den Hochöfen anfallende Gichtgas in elektrische Energie um.
Der Bereich der Hochöfen und das Kraftwerk war Ziel für diese Erkundung Die Natur holt sich das Gelände mit beeindruckender Geschwindigkeit zurück – Birken wachsen zwischen Gleisbetten, und der rote Staub der Eisenerze liegt wie eine Patina über den Schalttafeln. Weiter wagten wir uns nicht vor. Aber auch so ging diese spannenden Erkundung mit vielen Eindrücken zu Ende.
Die Firmengeschichte geht auf das neunzehnte Jahrhundert zurück, als hier eine Maschinenfabrik, Kesselschmiede und Eisengießerei gegründet wurde. Die Fabrik spezialisierte sich auf die Produktion von landwirtschaftlichen Maschinen, Brauereiausrüstung und Kältetechnik. Nach 1945 wurde die Firma verstaatlicht.
In den 1990er Jahren wurde die Gießerei modernisiert geriet aber bald in Schwierigkeiten und wurde zur Abwicklung bestimmt. Die Arbeiter kämpften für den Erhalt des Standortes und wurden dabei auch durch die Gewerkschaft unterstützt. Ende des 20. Jahrhunderts gründete sich dann eine neue Gesellschaft, die auch einen strategischen Investor fand und vor 25 Jahren dann wieder mit der Produktion begann. Diese besuchte Halle wurde scheinbar vor rund 5 Jahren aufgegeben, da hier die Kalender dieses Datum zeigen. Aber es scheint so, als ob hier sogar die Produktion wieder aufgenommen werden könnte. Alles ist noch da und zeigt den Zustand des letzten Arbeitstages.
Dieses Stahl- und Walzwerk wurde vor über 110 Jahren hier gegründet. Zuerst wurden hier Eisenwerkzeuge für die Arbeiter in der Region hergestellt. Später kam eine Gießerei und ein Walzwerk hinzu. Die Fabrik wuchs immer weiter auch ein Kraftwerk wurde gebaut.
Nach dem Krieg wurde das Werk verstaatlicht und moderne Elektrostahlöfen gebaut. Kurz nach der Jahrtausendwende kam aber das Aus hier und die Produktion wurde stillgelegt.
Wir konnten nur einen kleinen Teil exploren, da hier noch vieles nachgenutzt wird. Die alten Anlagen sind auch größtenteils verschwunden und übrig geblieben sind noch die gigantischen Hallen.
Leider konnten wir kaum etwas über diese alte Fabrik heraus finden. Selbst in der Chronik des kleinen alten Ortes wird nichts erwähnt. Nur das hier wohl einmal Metallpulver hergestellt wurde. Viele der alten Hallen sind sehr verfallen, die Werkstatt wurde scheinbar noch nach genutzt und ein paar Maschinen stehen noch in den als Lager genutzten Hallen.
Als wir die leeren Hallen betreten können wir nicht heraus finden was hier einmal produziert wurde. Auch sind einige Hallen nachgenutzt. Es gibt wenig was hier geblieben ist, ein paar Schränke, Werkbänke und sonstige Dinge die einmal den Werktätigen gehört haben.
Aber der Verfall und die Natur die sich hier wieder ausbreitet zaubern schöne Bilder vor die Linse.
Historisches lässt sich auch später kaum finden, wir wissen nur das hier einmal Kessel aus einem besonderen Material hergestellt wurden. Einzig ein Bericht hier Solarenergie zu installieren finden wir, das Projekt wurde scheinbar bis heute nicht verwirklicht.
Am Ende wurden scheinbar viele kleinere Bahnutensilien produziert, auch Blechfässer, Kannen u.ä. fanden wir noch. Die Produktionsmittel sind allesamt in die Jahre gekommen, wann der Betrieb hier aber geschlossen wurde ist uns nicht bekannt.
In diesem Jahr wurde bekannt, das jetzt der vollständige Abriss des HFB erfolgt. Eine Erkundung ist deshalb nur am WE möglich. Es wurde wahrscheinlich der Abschiedsbesuch hier bei diesem gigantischen Spielplatz des Industrie-Urbex. Es gab bisher nichts gewaltigeres für uns, als dieses Stahlwerk. Viele der Außenanlagen, Förderbänder und leichteren Bauten sind schon nicht mehr vorhanden, aber die größeren Hallen sind noch alle da.
Wir verbrachten beim 3. Besuch insgesamt 6 Stunden hier und man wird es kaum glauben, konnten auch neue Teile erkunden in denen wir während der 2 Besuche vorher noch nicht waren. Diesmal ging es auch beim Hochofen bis ganz nach oben. Etwas wackelig in den Beinen, aber ein unfassbarer Ausblick über das Gelände entlohnt die Anstrengung.
Am Ende war dann doch noch der Eindruck vorhanden, noch nicht alles genau erkundet bzw. gesehen zu haben, zu riesig ist dieses Stahlwerk auch heute noch, während des Abriss.
Die Erkundung startet in einer riesige Halle, diese ist 370 Meter lang und „einigermaßen“ beeindruckend. Hier waren wir 2016 schon einmal, aber da fanden gerade die letzten Abrissarbeiten statt und wir wagten nur einen kurzen Blick hinein. Die letzten 4 Bilder der Galerie zeigen den Stand von damals. Aber da war auch sämtliches Inventar schon ausgebaut, wir denken diese Halle gehörte früher auch einmal zur Stahlindustrie in dieser Gegend, aber was hier genau gemacht wurde ist nicht bekannt.
Wir kannten später nur die Bilder von der Stirnseite mit den tollen Spiegelungen. Aber da der Monolith der letzte Tagespunkt war, gingen wir noch einigen Treppenaufgänge nach und staunten nicht schlecht was hier noch für Ausblicke geboten wurden. Der Urbexname trifft hier ja mal den Nagel auf den Kopf. Die Halle besteht scheinbar nur aus einem Material, Stahlbeton!
Das sind die Reste des Stahlwerks HF2, das Gelände ist abgerissen, nur der Hochofen und der Wasserturm wurden stehen gelassen. Mittlerweile werden hier auf dem Areal Wohnhäuser errichtet.
Dieser Hochofen gehörte zu den ältesten seiner Art und ist über 100 Jahre alt, die Stahlherstellung endete hier vor rund 25 Jahren.
In dieser Region wurde vor 200 Jahren mit der Förderung von Kohle begonnen, Mitte des 19. Jahrhunderts wurde dann diese Gießerei gegründet. Gearbeitet wurde hier dann bis kurz nach der Wende. Das Grundstück ist in Investorenhand, die aber hier nichts weiter tun. Deshalb verfällt das Gelände bis heute immer weiter.
Die großen Hallen sind heute weitestgehend leer, aber es finden sich unzählige Motive am Rande in der Werkstatt, im Lager, im Sozialtrakt…hier nun unsere Auswahl.