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Vom Rittergut zum Volksgut

Die letzte öffentliche Erwähnung dieses ehemaligen Rittergutes ist eine Versteigerung vor ein paar Jahren, in der es für nicht mal 40.000 Euro weg ging. Seit dem scheint aber hier nichts passiert zu sein. Wahrscheinlich dient es eher der Spekulation, als einem Neuanfang. Der Kaufpreis liegt bei rund einem Euro pro m².
Was lässt sich zur Geschichte sagen? Die Entwicklung der Liegenschaft beginnt kurz vor der Wende zum 20. Jahrhundert, als es verkauft wurde und der neue Eigentümer begann es Auszubauen. Das Gutshaus wurde neu errichtet und Nebengebäude wie Ställe und Scheunen gebaut.
Die Rote Armee übernahm das Anwesen nach 1945 und nutzte es kurzzeitig als Versorgungsstation, bis es wieder an den Kreis zurück gegeben wurde. Mit Gründung der DDR entstand hier ein landwirtschaftliches Volksgut mit allem was so dazu gehört. Nach der Wende erfolgte dann die Abwicklung durch die Treuhand, aber wie es scheint konnte die Firma, welche den Zuschlag bekam, damit nichts anfangen.
Heute sind große Teile durch Brände zerstört oder zugemauert, wie die alte Brennerei.

Rittergut am Bach

Dieses ehemalige Rittergut wurde dann später zu einem Schloss. Erbaut im 18. Jahrhundert hatte es verschiedene Besitzer unter anderem ein hoher Beamter des Landes.
Auch ein großer Dichter war hier oft zu Gast und Freund der Familie. Nach 1945 erfolgte die Enteignung und Umnutzung als Volks Eigenes Gut (VEG) auch wurden hier dann auch eine Landwirtschaftsschule betrieben.
Zuletzt waren hier hauptsächlich Wohnungen, eine Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie auch der Ortsvorstand untergebracht.

Jetzt beginnt der traurige Teil, es gab einige Versteigerungen, aber das alte Rittergut dient wohl nur als Spekulationsobjekt. Sanierungsmaßnahmen oder Eigennutzung erfolgte nicht. Der Gemeinde sind die Hände gebunden und man hofft mit jedem fremden Auto das der Erlöser vorbei kommt, so wurden wir auch angesprochen ob wir das gute Stück kaufen wollen. Aber wir hatten andere Pläne.

 

Schloss an der Aue

Dieses Barockschloss wurde im 18. Jahrhundert erbaut. Erste Eintragungen von Bauten an diesem Ort stammen schon aus dem 12. Jahrhundert als hier eine Burg erwähnt wurde.
Es gab bis in das 20 Jahrhundert wechselnde Schlossherren, die durch Heirat, Verkauf oder Schenkungen in den Besitz kamen.
Nach 1945 erfolgte die Enteignung der Eigentümer und die Gemeinde übernahm das Haus und brachte unter anderem dort einen Kindergarten unter und richtete Wohnungen ein. Heute sind nur die Nebengebäude genutzt, das Schloss hat Sicherungsmaßnahmen und ein neues Dach erhalten, aber im Inneren ist es leer und wartet auf eine neue Bestimmung.

Rittergut Dornenhof

Dieses Rittergut ist heute verfallen. Die Gebäude sind in ruinösem Zustand und der Park ist verwildert. Aber es besteht Hoffnung, da ein Investor hier sanieren will und Wohnungen schaffen möchte. Im Moment ist das alles noch in der Planungsphase.
Wir konnten uns hauptsächlich nur im Haupthaus aufhalten, die Nebengebäude sind so stark verfallen, das sich das Betreten für uns als zu gefährlich dar stellte. Zu den Wirtschaftsgebäuden gab es kein Hinkommen, der ganze Hof ist voll mit Dornen und nur mit körperlichen Schäden wäre ein Besuch machbar gewesen.

Wann wurde das Rittergut erbaut? Wir finden Berichte die vom 18. Jahrhundert ausgehen, zu Beginn des 19. erfolgte dann ein Umbau des Haupthauses. Ein Haus hier soll sogar noch älter sein.
Die Besitzer wechselten hier einige Male und waren bis 1945 immer Adlige, in der DDR enteignet zog hier ein Volkseigenes Gut ein. Nach der Wende stellte dieses VEG seinen Betrieb ein und das Anwesen wurde wieder privatisiert. Eine Nutzung erfolgte seit dem nicht mehr.

Die Hütte

Mitten im Wald an einem kleinen See liegt „Die Hütte“. Ein Anwesen in das man sich verlieben könnte, wenn man Abgeschiedenheit sucht. Ein kleiner 3 Seitenhof, an der Stirnseite eine Scheune in der einige skurrile Sachen gelagert werden. Wir finden eine Kirchenorgel, einen alten Schlitten, Fischernetze und ein paar Möbel.
Im Haupthaus sieht es so aus, als ob eine begonnene Renovierung nie zu Ende geführt wurde. Die Spinnweben hier sind schon sehr alt…wann das hier aufgegeben wurde wissen wir aber nicht.

 

Blue Sand Room

An der Weberei des letzten Beitrags gibt es auch noch eine aufgegebene Wohnsiedlung. Bekannt war der blaue Raum, ein mal schönes Motiv. Aber jetzt ist hier alles beschmiert und die Möbel teilweise zerstört. Die Räume hier sind alle in schönen Farben gestrichen, aber leider hat der Vandalismus hier kaum noch was sehenswertes hinterlassen.

Haus des Hundezüchters II

Selten habe ich mich so unwohl gefühlt in einem Lost Place.
Dieses Haus liegt inmitten eines Waldes, nur ein schmaler Pfad führt dort hin. Hier lebte bis zu seinem Tod ein Mann, zurückgezogen mit seinen Hunden.
Die Einrichtung ist schon sehr skurril. Im Untergeschoss lebten die Hunde und oben, nur über eine schmale Treppe zu erreichen der Wohnbereich des Mannes.
Er hatte eine große Menge an elektronischen Geräten, wie Videorecorder, HiFi Komponenten oder Keyboards. Dazu eine umfangreiche Videosammlung und viele Bücher. Alles in Regalen an den Wänden archiviert, geblieben sind dann nur noch schmale Durchgänge. Mittlerweile ist das Haus schon durchgewühlt worden und bestimmt wurden auch schon einige Sachen entwendet. Früher gab es hier wohl auch Tierpräparate die der Mann anfertigte.

Die Internistenvilla

Diese große Villa steht nun seit über 10 Jahren leer. Sie beherbergte einmal eine kleine Privatpraxis eines Internisten. Es gab ein kleines Schwimmbad und der Wohnbereich war durchaus luxuriös gestaltet und eingerichtet. Aber warum wurde hier scheinbar alles stehen und liegen gelassen? Man kann den Arzt noch googeln, er praktiziert jetzt in einer anderen Stadt weit weg von hier.
Man nimmt doch seine Einrichtung und Unterlagen mit? Selbst vertrauliche Patientenakten stehen oder liegen hier noch. Denn mittlerweile sind schon einige Vandalen hier tätig geworden und haben fast alles schon mal in irgend einer Form bewegt.

Auf einem Tisch finden wir noch einen Darlehensantrag von 11 Mio. DM!!! Inklusive einer Ausweiskopie. Damit sollte ein medizinisches Zentrum finanziert werden, war das der Auslöser des Umzugs? Im Untergeschoss findet man noch Lebensmittel die nicht so alt sind, hat hier doch noch jemand nach Auszug des Arztes gelebt?

Das Haus Debüt

Wir fahren über einsame Landstriche und entdecken dieses Haus. Heute bereits völlig zugewachsen scheint es seit vielen Jahren verlassen.
Wer lebte hier zuletzt? Vermutlich ein älterer Mann, eine kleine Werkstatt und weitere Gegenstände lassen darauf schließen.
Der Fernseher ist noch ein s/w Modell aus der DDR, Typ „Debüt“, die Möbel und Einrichtungsgegenstände sind auch aus dieser Zeit.
Im hinteren Bereich des Grundstückes ist eine große Scheune zu finden, die aber schon halb eingestürzt ist, genau so wie ein Teil des Hauses. Ohne weitere Informationen zu finden verlassen wir leise das Anwesen und haben jetzt dieses Bilder im Gepäck.

Villa Buhse

Außer diesem Namen, den andere der Villa gegeben haben, wissen wir nichts zu berichten über dieses Anwesen.
Zu Beginn denken wir nicht das sich hier im Wald solch ein Haus findet. Es ist fast komplett von der Natur eingenommen, nicht mal eine Zufahrt ist zu erkennen. Dann folgen wir dem Trampelpfad und stehen vor dieser Villa. Aber was ist hier passiert? Warum wurde fast alles zurück gelassen, sogar Kleidung und persönliche Gegenstände? All das wissen wir nicht, Zeitungen aus den späten 1980er Jahren und Ablaufdaten von Lebensmittel lassen vermuten das hier um 1990 alles stehen und liegen gelassen wurde.

Der Baustil deutet darauf hin, das hier einmal einflussreiche Bürger gelebt haben. Das war kein DDR Einheitsbau und die Einrichtung spricht eher für ältere Leute. Das war es aber schon. Viele scheinen sich hier auch schon ausgetobt zu haben und auch einiges ist hier auch schon verschwunden.