Tief im Kaukasus verbirgt sich eine der monumentalsten Ansammlungen verlassener Sanatorien weltweit. Einst ein exklusives Mekka für die Elite und die Arbeiterklasse eines untergangenen Riesenreiches, erobert heute die Natur die Sanatorien, Hotels und säulenbesetzten Paläste zurück.
Die Geschichte des Ortes begann mit der Entdeckung hochwirksamer, radonhaltiger Thermalquellen. Im vergangenen Jahrhundert wurde das Areal im großen Stil kolonisiert. Jedes Ministerium und jede Berufsgruppe – von Bergleuten bis hin zu Metallurgen – erhielt ihren eigenen, prunkvollen Palast im Stil des sozialistischen Klassizismus. Selbst der berüchtigtste Diktator des Regimes besaß hier ein privates Badehaus. Mit dem plötzlichen Zusammenbruch des Staatsgefüges kollabierte auch das Kursystem. Die Luxushotels leerten sich über Nacht. Wenig später dienten die riesigen Komplexe jahrzehntelang als provisorische Zuflucht für Tausende Geflüchtete eines regionalen Krieges, die den sterbenden Prunk mit provisorischen Holzbauten und Wellblech an die Realität des Überlebens anpassten.
Es gab einst 19 gigantische Sanatorien und 9 zentrale Badehäuser, eingebettet in einen riesigen, kreisförmig angelegten Kurpark. Charakteristisch sind monumentale Säulenhallen, monumentale Freitreppen, kassettenverzierte Decken mit schwerem Stuck und riesige Lichtkuppeln. Die größten Einzelkomplexe boten Platz für über 300 Betten pro Gebäude. In der Hochphase wurden hier jährlich über 100.000 Kurgäste durchgeschleust. Jedes Sanatorium funktionierte als autarke Kleinstadt mit eigenem Theatersaal, Kino, Großküche, Bibliotheken und weitläufigen unterirdischen Versorgungstunneln. Die Badehäuser im Zentrum nutzen direkt die natürlichen Quellen, die mit einer konstanten, angenehmen Eigentemperatur von 33°C bis 35°C ohne künstliche Erhitzung in die kreisrunden, futuristisch anmutenden Becken geleitet wurden.
Der Ort befindet sich in einer rasanten Übergangsphase. Während einige der gigantischen Ruinen nach der Umsiedlung der Bewohner an Investoren verkauft wurden und bereits entkernt, renoviert oder streng bewacht werden, stehen andere Komplexe weiterhin komplett offen. Der Verfall ist weit fortgeschritten: Decken brechen ein, der charakteristische blaue und grüne Putz blättert von den Wänden, und meterhohe Sträucher wachsen durch die einstigen Tanzsäle. Ein absolutes Paradies für Urbexer – solange die verbleibenden Ruinen noch stehen.
Sanatorium Metalurgist
Badehaus Nr. 5
Sanatorium Gelati
Sanatorium Imereti
Badehaus Nr. 8
Sanatorium Sakartvelo
Sanatorium Savane Hotel
Spielplatz
Sanatorium Kolkheti
Sanatorium Medea
Hotel Aia
Sanatorium Filiali












































































































































































