Was heute still über die Bäume wacht, war vor wenigen Jahrzehnten ein neuralgischer Knotenpunkt im Richtfunknetz der DDR.
Wir haben uns die verlassene Anlage und ihr unterirdisches Herzstück genauer angesehen. Der Standort wurde in den späten Jahrzehnten des Kalten Krieges errichtet. Als Teil des strategischen Sonder- und Richtfunknetzes diente der Fernmeldeturm der zivilen und militärischen Kommunikation. Die Relaisstation verband wichtige Führungsstellen und Telekommunikationsknotenpunkte über Richtfunktrassen, um auch bei Störungen des kabelgebundenen Netzes eine abhörsichere Verbindung zu gewährleisten. Mit dem Zerfall des Ostblocks und der Wende verlor das Objekt seine primäre strategische Bedeutung.
Das Areal liegt größtenteils still. Während der Mast selbst stellenweise noch Mobilfunk- oder Antennen trägt, sind die Betriebs- und Versorgungsgebäude am Fuße verwaist. Das eigentliche Highlight verbirgt sich im Tiefgeschoss des Versorgungstraktes, die massive Notstromanlage, ausgelegt für ein Worst-Case-Szenario. Redundante Netzeinspeisung mit automatischer Umschaltelektrik. Der Großdiesel-Motor war gekoppelt mit einem Generator zur unterbrechungsfreien Eigenstromversorgung (USV) bei Netzausfall. Dafür gab es einen unterirdisches Tank und ein eigenes Druckluft-Startsystem zum Anlassen des Schwerölers ohne Batteriespannung. Daneben der Schaltraum mit einenm kleinen Steuerstand.





















