Inmitten einer zerklüfteten Industrielandschaft im Kaukasus, dort wo Seilbahnen wie rostige Käfer über tiefe Schluchten gleiten, liegt ein Relikt sowjetischer Sportarchitektur. Das Stadion ist ein stiller Zeuge einer Ära, in der Sport als Ausdruck staatlicher Stärke und kollektiver Identität zelebriert wurde.
Errichtet in den 1960er Jahren, diente die Anlage als stolzes Heimstadion für den örtlichen Bergbau-Fußballclub und hatte ein Fassungsvermögen von 11.700 Zuschauern. In den Jahrzehnten nach seiner Eröffnung war es das pulsierende Herz der Stadt, ein Ort für Massenveranstaltungen und sportliche Höchstleistungen unter dem Banner der Mangan-Industrie.
Der Wendepunkt kam mit einer schweren Naturkatastrophe im Frühjahr 1991. Ein massives Erdbeben erschütterte die Region und fügte der Bausubstanz irreparable Schäden zu. Während andere Teile der Stadt mühsam wiederaufgebaut wurden, geriet das Stadion in eine Spirale aus Vernachlässigung und fehlenden Mitteln. Heute hat die Natur begonnen, sich die Ränge zurückzuholen. Zwischen den Betonstufen wächst Gras, und die einst prächtigen Mosaike – typisch für die sowjetische Moderne – bröckeln langsam von den Wänden. Trotz der sichtbaren Baufälligkeit wird der Platz gelegentlich noch für lokale Spiele genutzt, was dem Ort eine surreale Mischung aus „Lost Place“ und gelebtem Alltag verleiht.















