Tief in den bewaldeten Tälern Georgiens, wo die Luft dünn und das Klima seit Jahrhunderten als heilend gilt, ragt ein steinernes Zeugnis vergangener Epochen aus dem Grün. Das ehemalige Sanatorium – ein Prachtbau im Stil des Empire-Klassizismus – diente einst als letzte Hoffnung für Lungenkranke und als Erholungsort für die Elite.
Die Wurzeln des Areals reichen bis in die Zarenzeit zurück. Die Region wurde bereits im späten 19. Jahrhundert durch den Adel als Kurort erschlossen. Das heutige Hauptgebäude entstand jedoch erst Jahrzehnte später im Rahmen der massiven Ausweitung des sowjetischen Gesundheitswesens. Unter der Leitung renommierter Architekten wurde hier ein medizinischer Komplex geschaffen, der Funktionalität mit imperialem Glanz vereinte.
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion verfiel das Gebäude zusehends. In den 1990er Jahren diente es zeitweise als Notunterkunft für Geflüchtete aus regionalen Konflikten, bevor es schließlich komplett aufgegeben wurde.
Das Sanatorium besteht aus einem T-förmiges Hauptgebäude mit angeschlossenem Rundflügel, das vermutlich den ehemaliger Speisesaal oder Festsaal darstellte. Die Hauptfassade erstreckt sich über eine Länge von circa 150 Metern. Drei oberirdische Etagen, die mittlere Etage beherbergte allein über 80 Patientenzimmer. Weiterhin markante Rundbogenportale im Eingangsbereich, geschwungene Korridore und eine massive Steinkonstruktion, die für die Ewigkeit gebaut schien.
Das Gebäude wurde in den letzten Jahren vollständig entkernt. Alle dekorativen Details, Stuckarbeiten und Bodenbeläge wurden entfernt, übrig geblieben ist das nackte Steinskelett. Aktuelle Entwicklungen deuten darauf hin, dass die Ruine nicht dem Verfall überlassen bleibt: Der Umbau als Hotel oder Luxusressort steht im Raum, aber davon können wir nichts sehen.




















