Tief im ländlichen Frankreich, versteckt hinter einer Fassade aus wucherndem Efeu und bröckelndem Putz, liegt ein Ort, der wie eine Zeitkapsel wirkt. Die „Bar der Patrioten“ ist kein gewöhnlicher Lost Place – sie ist ein intimes Stillleben vergangener Jahrzehnte. Einst war dieses Etablissement das soziale Herzstück der umliegenden Gemeinde. Gegründet in der Mitte des 20. Jahrhunderts, diente es Generationen von Arbeitern und Anwohnern als Treffpunkt. Der Name rührt von der tiefen Verwurzelung der Besitzer in der lokalen Tradition und der Rolle der Bar als inoffizielles Wohnzimmer während politisch bewegter Zeiten her. Nach dem Tod des letzten Betreibers vor einigen Jahren wurde die Tür einfach verschlossen. Seitdem wurde kaum etwas bewegt; Gläser stehen noch auf dem Tresen, und die Vorräte lagern im Keller, als würde der Wirt jeden Moment zurückkehren, um die Zapfanlage zu reinigen.
Nebenan gab es eine kleinen Laden für das nötigste der Anwohner, hier liegen noch Produkte welche es so Jahrzehnte nicht mehr gibt. Im Obergeschoss die Wohnung des Betreibers mit vielen alten Hinterlassenschaften.
Archiv für das Jahr: 2025
Maison British
Maison Casper
Der vergessene Tanzsaal
Tief im ländlichen Raum steht ein Relikt vergangener Geselligkeit. Wo heute der Hausschwamm die Wände ziert, pulsierte einst das Herz der Gemeinde. Die ehemalige ist ein klassisches Beispiel für die Architektur der dörflichen Vergnügungskultur.
Ursprünglich als einfache Schänke und Brauerei-Ausschank konzipiert, entwickelte sich das Objekt über die Jahrzehnte zum zentralen Anlaufpunkt für Hochzeiten, Bälle und Vereinsfeiern. In der Mitte des letzten Jahrhunderts war das Etablissement weit über die Dorfgrenzen hinaus für seine Akustik und das herrschaftliche Ambiente bekannt.
Mit dem Sterben der Dorfkerne und dem Aufkommen moderner Diskotheken in den Städten verlor der Saal an Bedeutung. Der Betrieb wurde vor geraumer Zeit eingestellt, woraufhin das Gebäude in einen tiefen Dornröschenschlaf fiel. Trotz des fortgeschrittenen Verfalls beeindruckt die bauliche Substanz durch ihre großzügigen Dimensionen, ein freitragender Saal mit einer Grundfläche von ca. 250 m². Besonders markant ist die Deckenhöhe von knapp 6 Metern, die für eine beeindruckende Raumwirkung sorgt. Am Kopfende befindet sich eine leicht erhöhte Theaterbühne inklusive rückwärtigem Garderobenbereich. Angrenzend an den Saal finden sich die ehemalige Schankstube sowie die großflächige Küche, die einst für die Bewirtung von bis zu 300 Gästen ausgelegt war.
Heute regiert die Stille. Die Parkettböden wölben sich unter der Feuchtigkeit, und die Stuckverzierungen an der Decke bröckeln langsam auf den staubigen Boden. Während die Gaststube im Erdgeschoss bereits stark vandalisiert ist, versprüht der große Saal noch immer den melancholischen Charme des Dorflebens.

Militärflugplatz
Inmitten der ländlichen Weite verbirgt sich ein Relikt des Kalten Krieges, das einst die Speerspitze der NATO-Verteidigung in Europa bildete. Der Stützpunkt wurde in den frühen 1950er Jahren aus dem Boden gestampft, als die Spannungen zwischen Ost und West ihren ersten Höhepunkt erreichten.
Hier waren hunderte Soldaten und ihre Familien stationiert, was die Basis zu einer eigenständigen Kleinstadt mit Schulen, Kinos und Krankenhäusern machte. Die strategische Aufgabe war klar: Sicherung des Luftraums gegen potenzielle Übergriffe des Warschauer Paktes.
Mitte der 1960er Jahre wurde die Basis nur noch als Übungsgelände für elektronische Kriegsführung und zeitweise als provisorisches Lager genutzt. Seit den frühen 1990er Jahren ist der Großteil der Infrastruktur dem Vandalismus und der Natur überlassen. Während die Startbahnen teilweise noch für militärische Übungen genutzt werden, verfallen die Wohnblocks und technischen Zonen zusehends. Warum hier diese Kriegsgeräte zurück gelassen wurden können wir nur ahnen, wahrscheinlich stehen die hier noch als Übungsobjekte. Auch für Festivals wird der Flugplatz noch genutzt. Die Zeit wurde am Ende knapp, so dass wir nicht alles erkunden konnten.
HFX
Tief im Osten des Landes liegt ein Gigant der Schwerindustrie. Das Areal HFX ist nicht nur ein Lost Place, es ist ein Monument der Industriegeschichte, das über ein Jahrhundert lang das Rückgrat der europäischen Stahlproduktion bildete.
Die Wurzeln dieses Standorts reichen bis in das späte 19. Jahrhundert zurück. Gegründet von einer der einflussreichsten Industriellenfamilien der Region, entwickelte sich das Werk schnell zu einem technologischen Vorreiter.
In den 1970er Jahren erreichte das Werk seine maximale Ausbaustufe. Es war Teil eines gewaltigen Verbundsystems, das Eisenerz direkt aus den umliegenden Minen verarbeitete. Mit der Krise der europäischen Stahlindustrie und dem Wandel hin zu Elektrolichtbogenöfen verlor der Standort an Bedeutung. Die letzten aktiven Feuer in den Hochöfen erloschen im frühen 21. Jahrhundert.
Seitdem befindet sich der Komplex in einem Zustand des kontrollierten Verfalls, teilweise von Abriss bedroht, teilweise als strategische Reserve konserviert. Ursprünglich verfügte der Standort über eine Batterie von sechs Hochöfen. Im heute stillgelegten Teil befinden sich die Überreste der letzten zwei Einheiten, die auf eine enorme Tageskapazität optimiert waren.
Weiterhin konnten wir das Kraftwerk besuchen, die Centrale P diente als elektrische Zentrale des Hüttenwerks. Sie wandelte das bei der Roheisenerzeugung in den Hochöfen anfallende Gichtgas in elektrische Energie um.
Der Bereich der Hochöfen und das Kraftwerk war Ziel für diese Erkundung Die Natur holt sich das Gelände mit beeindruckender Geschwindigkeit zurück – Birken wachsen zwischen Gleisbetten, und der rote Staub der Eisenerze liegt wie eine Patina über den Schalttafeln. Weiter wagten wir uns nicht vor. Aber auch so ging diese spannenden Erkundung mit vielen Eindrücken zu Ende.
Alien Works
Dieses Relikt der Schwerindustrie steht wie kaum ein anderes für den Aufstieg und den harten Fall der europäischen Stahlproduktion. Wo einst tausende Arbeiter dem flüssigen Eisen trotzten, herrscht heute eine fast gespenstische Stille.
Die Anlage wurde Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Boden gestampft, als der Hunger nach Eisenbahnschienen und Kanonen unersättlich war. In der Blütezeit war das Werk das Herzstück der Region und überlebte zwei Weltkriege sowie mehrere Nationalisierungsphasen.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts setzten jedoch Modernisierungsdruck und globale Konkurrenz dem Standort zu. Trotz massiver Investitionen in die Effizienz der Anlage wurde der letzte Abstich in den frühen 90er Jahren vollzogen. Während viele Schwesterwerke dem Erdboden gleichgemacht wurden, entging dieser Gigant dank seines Status als Industriedenkmal dem Schneidbrenner.
Es gab hier einen klassischer Hochofen mit einer Gesamthöhe von über 70 Metern. Ausgelegt auf einen täglichen Ausstoß von ca. 1.200 bis 1.500 Tonnen Roheisen. Während heute Teile davon als Museum fungieren, konnten wir das Kraftwerk besuchen, wo früher Strom erzeugt wurde. Hier wurde das „Abfallprodukt“ Gichtgas in nutzbare Energie umgewandelt. Der Strom wurde nicht nur für das Werk sondern auch für das öffentliche Netz produziert.
Diesen Klassiker in der Urbexszene konnten wir jetzt endlich fotografieren und die Ästhetik dieser alten Anlagen, mit geschwungenen Treppen oder gefliesten Boden, fällt schon sehr ins Auge und lässt das Fotografenherz höher schlagen.
Herz der Finsternis
Die Ursprünge dieses Areals reichen bis in die Blütezeit der Industrialisierung zurück. Ende des 19. Jahrhunderts als strategisch wichtiger Produktionsstandort errichtet, prägte der Komplex über Jahrzehnte das soziale und wirtschaftliche Gefüge der gesamten Region.
Die Schächte erreichten eine Tiefe von über 1.100 Metern und in Spitzenzeiten wurde hier jährlich 1,2 Millionen Tonnen Kohle gefördert. 4.00 Bergleute fanden hier Lohn und Brot.
Mit den gesellschaftlichen Umbrüchen der späten 90er Jahre verlor das Werk seine Relevanz. Was einst ein Motor des Fortschritts war, wurde innerhalb weniger Monate stillgelegt.
Vor etwa vier Jahrzehnten verstummten die Maschinen im Haupttrakt endgültig. Zu Beginn des neuen Jahrtausends wurde auch der letzte Funke in den tiefsten Schächten gelöscht.
Seit der Versiegelung der Tore hat sich die Natur das Gelände Stück für Stück zurückgeholt. Der heutige Zustand ist ein faszinierendes Zusammenspiel aus monumentaler Architektur und schleichendem Verfall. Es gab erste Spuren von Vandalismus und Metalldiebstahl, die Substanz blieb jedoch weitgehend stabil. Aber nach dem Einsturz erster Dachteile folgte eine massive Durchfeuchtung der unteren Etagen.
Heute ist die Anlage ein Ort der Kontraste. Während ein Teil der Gebäude als mahnendes Denkmal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, gibt es jene Sektoren, die das Licht der Scheinwerfer meiden. In den vergessenen Hallen, regiert die Stille.
Scharfe Kanten aus rostigem Stahl, zerbrochene Glasdächer, die den Blick auf einen grauen Himmel freigeben, und die allgegenwärtige Feuchtigkeit machen diesen Ort zu einem gefährlichen, aber faszinierenden Zeugen einer vergangenen Epoche. Wir müssen sehr vorsichtig sein um all diese Etagen zu erforschen. Aber es gelang und dieser Ort war damit einer der eindrucksvollsten dieser Art.
Zeche
Diese Zeche verkörpert die industrielle Blüte und den Niedergang des Kohlebergbaus in der Region. Von ihrer Gründung ab 1900 bis zur Schließung kurz nach der Jahrtausendwende förderte sie Millionen Tonnen Kohle und prägte die Wirtschaft und das Leben Tausender.
Die Katastrophe in den 1980er Jahren, als hier einen Explosion viele Todesopfer forderte, unterstreicht die Risiken des Bergbaus.
Heute dient das Gelände als Mahnmal für die Bergbaugeschichte, mit Potenzial für museale Nutzung, das jedoch ungenutzt bleibt.
Flugplatzheizhaus
Dieses Heizhaus diente einst der Flugplatzkaserne zur Wärmeversorgung.
Wir besuchen einen der ältesten Militärstützpunkte, welche schon in Kaiserzeiten errichtet wurde und eine 110-jährige Geschichte hat.
Im 2. Weltkrieg war hier die deutsche Luftwaffe stationiert. Danach übernahm die Rote Armee das Areal und später die polnische Luftwaffe.
Das Heizhaus lieferte Dampf und Wärme für die Wartungshallen. Als sich nach den 1990er Jahren das Militär zurück zog, wurde das Areal zivilisiert. Wie es scheint ruhen aber auch hier die Arbeiten, die Wohngebäude scheinen fast fertig modernisiert worden zu ein, aber die endgültige Fertigstellung steht noch aus.










































































































































































































































