Diese große Sporthalle war ein Zufallsfund auf dem Weg zu einer anderen Location. Ein ehemals großer Sportkomplex mit Zuschauerrängen. Scheinbar wurden hier die beliebten Sportarten Basketball und Handball gespielt. Es gab Umkleideräume und einen größeren Eingangsbereich.
Archiv für das Jahr: 2025
Gemeindeamt
Im Westen Georgiens, eingebettet in eine Region, die einst für ihren florierenden Teeanbau bekannt war, steht ein monumentales Relikt vergangener Tage. Das einstige Verwaltungsgebäude der dortigen Kolchose ist ein Paradebeispiel für den sozialistischen Klassizismus und den späteren Verfall nach dem Zusammenbruch des Systems.
Errichtet in der Mitte des 20. Jahrhunderts, fungierte der Prachtbau als administratives und kulturelles Zentrum der Region. Es war das Symbol für den kollektiven Wohlstand, der durch den massiven Tee-Export generiert wurde. Es beherbergte Büros und repräsentative Räume. Mit dem Ende der Sowjetunion Anfang der 1990er Jahre kollabierte die zentralgesteuerte Wirtschaft. Die Teefabriken schlossen, die Kolchose wurde aufgelöst.
Heute ist hier nur noch ein sehr kleiner Teil als Büro geöffnet. Der Rest ist dem Verfall ausgesetzt.
Denkmal des Dorfes
In diesem Dorf, befindet sich ein Denkmal für den Zweiten Weltkrieg. In dessen Mitte steht ein Panzer, ein T-34. Im Jahr 1942 sammelten die Menschen dort eine Million Rubel und baten Stalin, dieses Geld für den Bau einer Panzerkolonne – der sogenannten „Georgischen Panzerbrigade“ – zu verwenden und diese in die Ukraine zu schicken, um gegen die Nazis zu kämpfen. Folgendes schickten die Arbeiter an den Führer: „An den Oberbefehlshaber, Genossen Stalin!
Wir, die Kolchosbauern, haben privat eine Million Rubel gesammelt und bei der Staatsbank hinterlegt. Für den Bau einer Panzerkolonne namens ‚Georgischer Kolchos‘. Wir schlagen vor, die mit unserem Geld gebauten Panzer dorthin zu entsenden, wo das Land, die Gewässer und das brüderliche ukrainische Volk vom faschistischen Joch befreit werden.“
Daneben befindet sich ein altes sowjetisches Mosaik, das leider schon verfällt.
Die Szene zeigt ländliche Szenen und Figuren, die typisch für die Darstellung von Landwirtschaft und Arbeitsleben in der UdSSR sind. In der Mitte prangt ein Panzer der scheinbar auf die Dorfaktion im 2. Weltkrieg hinweisen soll.
Tierpool
Teeinstitut
Das verlassene Institut für Tee und subtropische Kulturen
Tief im dichten Grün versteckt liegt ein monumentaler Komplex, der einst das Herzstück der landwirtschaftlichen Spitzenforschung einer vergangenen Ära war. Wo heute der Verfall regiert, wurden einst die Grenzen der Botanik verschoben. Gegründet in der Mitte des 20. Jahrhunderts, diente diese weitläufige Forschungsanstalt der Kultivierung und Optimierung von Nutzpflanzen, die eigentlich nicht für das lokale Klima bestimmt waren. Im Fokus standen die Selektion frostresistenter Teesträucher sowie die Akklimatisierung von Zitrusfrüchten und anderen subtropischen Gewächsen.
Das Institut war autark konzipiert und vereinte Laboratorien, Gewächshäuser und Wohnquartiere für die Wissenschaftler an einem Ort.Mit dem politischen Umbruch und dem Ende der staatlichen Subventionen vor einigen Jahrzehnten wurde der gesamte Komplex Knall auf Fall aufgegeben. Die Natur holt sich das Areal rasant zurück. Das Hauptgebäude ist stark entkernt, besticht aber durch lange, düstere Flure und die typische, sachliche Architektur der Nachkriegsmoderne.
Menji Sanatorium
Dies ist ein verlassener Kurort in Georgien. Die Nutzung des therapeutischen Potenzials des Ortes begann in den 1920er und 1930er Jahren. Der Wissenschaftler Robert Kuptsis untersuchte die heilende Wirkung des Mineralwassers. 1938 wurde der Kurort zum Kurort von nationaler Bedeutung erklärt, und der Bau der Infrastruktur begann.
Ein gut ausgestattetes Sanatorium, ein Sanatoriumskrankenhaus an der Eisenbahn und eine Kurklinik wurden errichtet. 1991 wurde der Kurort aufgegeben und verfiel in den folgenden Jahren. Zunächst wurde das Sanatorium von den dort ansässigen beschädigt, und nach dem Georgisch-Abchasischen Krieg wurden einige Gebäude von Siedlern aus Abchasien besetzt. Die zentrale Kuppel hat trotz des Verfalls ihre Form bewahrt. Die Fassade ist mit römischen Säulen verziert, die die historische und kulturelle Bedeutung des Kurorts unterstreichen. Die Fassade des Gebäudes wird von Palmen eingerahmt, wodurch ein Kontrast zwischen Architektur und Natur entsteht. Alte Badewannen säumen die Flure. Das Dach ist teilweise eingestürzt. Auf dem Grundstück befinden sich weitere, ebenfalls verlassene Gebäude, deren Zweck unbekannt ist.
Sowjetisches Kulturhaus
Pier Skulptur
Das Lazika-Projekt wurde 2012 vom damaligen georgischen Präsidenten Micheil Saakaschwili initiiert. Lazika sollte eine futuristische Großstadt und ein wirtschaftlich strategischer Tiefseehafen am Schwarzen Meer werden. Nach einem Regierungswechsel im Jahr 2012 wurden die Pläne für die Metropole gestoppt. Das Areal blieb weitgehend unvollendet. Die Skulptur steht heute als ikonisches, aber isoliertes Relikt dieser Ära an der Küste.
Das Bauwerk am Pier besteht komplett aus 8 mm dicken, geschichteten Stahlplatten, die in ovalen Elementen angeordnet sind. Die Skulptur selbst ist exakt 31 Meter hoch und steht auf einer 100 Meter langen Seebrücke aus Beton. Der Turm teilt sich optisch in sieben Ebenen, wobei einige Plattformen wie dynamische Ausläufer weit nach außen ragen. Im Inneren und Äußeren wurden dynamische LED-Lichtbänder integriert, die die Skulptur nachts pulsierend illuminieren sollten.
Sportkomplex
Errichtet in den 1980er-Jahren, tief im westlichen Teil einer ehemaligen Sowjetrepublik gelegen, zeugt dieser gigantische Sportkomplex von den monumentalen Ambitionen einer vergangenen Epoche. Er wurde als zentrales Trainings- und Leistungszentrum konzipiert, um Athleten auf nationale und internationale Wettkämpfe vorzubereiten.
Die Blütezeit währte jedoch nur kurz. Durch den Zusammenbruch des Ostblocks und die schweren bewaffneten Konflikte, die die Region in den frühen 1990er-Jahren erschütterten, wurde die Anlage schlagartig von der Versorgung abgeschnitten. Nach schweren Beschädigungen und der darauffolgenden Wirtschaftskrise wurde der Komplex komplett aufgegeben und der Natur überlassen.
Dieser mehrstöckiger Stahlbeton-Skelettbau mit großflächigen Fensterfronten und markanten geometrischen Dachkonstruktionen fasste eine große, zentrale Sporthalle für Ballsportarten und Leichtathletik mit integrierten Tribünenkonstruktionen aus Beton. Eine separate Schwimmhalle mit einem olympischen 50-Meter-Becken, beide mit Tribünen für mehrere 100 Zuschauer. Angrenzende Trakte für Box-, Ringer- und Gymnastik-Zentren.
Heute präsentiert sich das Areal als Geisterstätte. Die Glasfassaden sind fast vollständig zerstört, das Dach über der Haupthalle ist undicht und lässt Feuchtigkeit in das Gebäude. An der Außenfassade prangt ein riesiges Mosaik von A. Kharebava.
Anaklia
Die Region blickt auf eine jahrhundertelange Geschichte zurück, die von antiken Siedlungen der Kolchis-Kultur über mittelalterliche Befestigungen bis hin zur osmanischen und russischen Fremdherrschaft reicht. Bereits in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erkannten Ingenieure und Ozeanografen des damaligen Staatsapparates das außergewöhnliche Potenzial des Küstenstreifens für die maritime Infrastruktur. Erste konkrete Pläne für ein logistisches Großprojekt wurden geschmiedet und in den 1960er und 1970er Jahren durch Vorstudien untermauert, blieben jedoch aufgrund des späteren Zusammenbruchs des politischen Systems über Jahrzehnte in den Schubladen liegen. Nach der Jahrtausendwende erlebte der Ort eine radikale, aber kurzlebige Transformation. Im Zuge staatlicher Modernisierungsinitiativen sollte hier eine futuristische Planstadt entstehen. Promenaden, Luxushotels und markante architektonische Wahrzeichen wurden in kürzester Zeit aus dem Boden gestampft, um die Region als touristischen Hotspot und wirtschaftliche Sonderzone zu etablieren.
Die Dynamik wechselte in den letzten anderthalb Jahrzehnten drastisch. Nach einem Regierungswechsel in den 2012er-Jahren wurden die ambitionierten Pläne der Vorgängerregierung zunächst gestoppt. Wenige Jahre später wurde das Projekt als strategischer Knotenpunkt der „Neuen Seidenstraße“ wiederbelebt. Ein westlich geführtes Konsortium begann mit schweren Erdarbeiten und der Marinesand-Aufschüttung. Aufgrund heftiger politischer Verwerfungen, gegenseitiger Sabotagevorwürfe und Finanzierungsstreitigkeiten zwischen den Investoren und dem Staat wurde der Vertrag um das Jahr 2020 herum jedoch fristlos gekündigt. Die Baustelle fror schlagartig ein. In jüngerer Zeit wurden die Karten neu gemischt: Die Rechte zur Weiterführung und zum Management der Infrastruktur wurden an ein Konsortium mit fernöstlicher Beteiligung vergeben, während die maritime Umsetzung an einen spezialisierten europäischen Wasserbauer übertragen wurde.
Das gesamte Areal gleicht heute einer bizarren Mischung aus unvollendetem High-Tech-Hafen und einer touristischen Geisterstadt. Neben den riesigen, kargen Sandflächen des Hafengeländes verfallen die in den Boomjahren errichteten Luxushotels, Clubs und Apartments. Markante architektonische Elemente – wie eine zerfallende, ehemals futuristische Holzbrücke über den Fluss – prägen die Kulisse und machen die Location zu einem Hotspot für morbide Fotografie, an dem der abrupte Stopp eines Milliarden-Investments physisch greifbar ist.
Tower
An einer strategisch wichtigen Flussmündung des Schwarzen Meeres steht ein bizarres Monument der Postmoderne. Als Symbol für den rasanten wirtschaftlichen Aufbruch einer ganzen Region geplant, zieht das Bauwerk heute vor allem Lost-Place-Enthusiasten an. Es ist ein Paradebeispiel dafür, wie kühne Zukunftsvisionen von der Realität eingeholt werden.
Das Bauwerk wurde im Zuge eines massiven regionalen Strukturprogramms von einem renommierten deutschen Architekturbüro entworfen. Ziel war es, ein architektonisches Ausrufezeichen an einer zuvor unberührten Küste zu setzen. Das Bauwerk ragt rund 75 Meter in den Himmel. Geplant als multifunktionaler Komplex. Die oberen Etagen sollten ein exklusives Restaurant mit 360-Grad-Panorama-Plattform beherbergen, während die Basis für touristische Infrastruktur vorgesehen war. Eine geschwungene Fußgängerbrücke aus Glas, Holz und Stahl verbindet das Areal direkt mit der angrenzenden Küstenpromenade.
Die feierliche Eröffnung liegt nur wenige Jahre zurück, doch der Glanz hielt nicht lange. Durch politische Umbrüche, den Stopp von Großprojekten in der unmittelbaren Umgebung und ausbleibende Investoren versiegten die Gelder für den laufenden Betrieb im Rekordtempo. Heute steht der Turm komplett leer. Das subtropische, feuchte Meeresklima setzt der Bausubstanz massiv zu. Im Inneren sind die futuristischen Räume komplett entkernt, von Vandalismus gezeichnet und dem Verfall preisgegeben. Die Panoramafenster bieten statt Luxusflair nur noch einen melancholischen Blick auf eine unvollendete Zukunft.
Hotel „Golden Fleece“
Ein weiteres Zeichen dieses Niedergangs ist das Hotel. Das Megaprojekt wurde im Zuge einer großflächigen, politisch motivierten Strukturreform aus dem Boden gestampft. Die Vision war es, ein unbedeutendes Küstendorf innerhalb kürzester Zeit in ein exklusives High-End-Urlaubsressort und ein logistisches Drehkreuz zu verwandeln. Zur Eröffnung wurde das Resort mit internationaler Presse und Pomp als neue Top-Destination gefeiert. Doch der Glanz wog trügerisch. Ein politischer Machtwechsel im Land führte dazu, dass fast alle Folgeprojekte, darunter die geplante Infrastruktur und ein nahegelegener Tiefseehafen, komplett gestoppt wurden. Nach einer Phase des schleichenden Niedergangs und den weltweiten pandemischen Reisebeschränkungen geriet das Hotel endgültig in die wirtschaftliche Schieflage und schloss für immer seine Pforten.
Das Bauwerk bricht radikal mit traditionellen Stilen und setzt voll auf futuristische, fast schon protzige Postmoderne. Ein massiver, stufenförmiger, pyramidenartiger Komplex mit insgesamt 9 Etagen, der direkt an den Strand gebaut wurde. Konzipiert als 5-Sterne-Resort mit über 100 ultramodernen Zimmern und Suiten. Die opulente Architektur bot Platz für weitläufige Restaurantbereiche, Casinos, Diskotheken sowie insgesamt 4 miteinander verbundene Poolanlagen im Innen- und Außenbereich. Die Fassade wird dominiert von markanten, Balkonkonstruktionen aus Glas und Stahl, die jedem Gast einen direkten, unverbauten Meerblick bieten sollten. Das Foyer war einst für seinen riesigen, extravaganten Swarovski-Kronleuchter bekannt. Heute regiert im einstigen Luxustempel die absolute Leere. Während der Strandabschnitt davor langsam verwildert und gelegentlich von frei herumlaufendem Vieh als Weide genutzt wird, nagt das subtropische Meeresklima unbarmherzig an der Substanz. Die riesigen, leeren Poolbecken füllen sich bei Regen mit Brackwasser und bilden eine postapokalyptische Kulisse, die in starkem Kontrast zu den noch erkennbaren Palmenreihen der Promenade steht.
Amphietheater
Auch hier ist schon lange kein Leben mehr. Das Meer knabbert auch schon an den Fundamenten.



















































































































































































































