Kirche Jean Paul

Am Rande einer alten Passstraße, eingebettet in die dichte Vegetation des Mittelgebirges, steht ein Sakralbau, der den Kampf gegen die Zeit längst verloren hat. Wo einst Gebete gesprochen wurden, herrscht heute das Schweigen von Staub und verrottendem Holz.
Die Kapelle wurde im späten 19. Jahrhundert errichtet. Ursprünglich diente sie als spiritueller Anlaufpunkt für eine angrenzende soziale Einrichtung bzw. ein Sanatorium. In einer Ära, in der die reine Gebirgsluft als Heilmittel galt, war dieser Ort ein Zentrum der Hoffnung.
Nach den turbulenten Jahrzehnten der Weltkriege änderte sich die Nutzung des Geländes. Während das Hauptareal noch bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts für medizinische oder pädagogische Zwecke genutzt wurde, geriet die Kapelle zunehmend in den Schatten der Modernisierung. Mit der endgültigen Schließung des Komplexes vor einigen Jahrzehnten wurde auch das Kirchenschiff sich selbst überlassen.

Obwohl der Verfall weit fortgeschritten ist, zeugen die architektonischen Details noch immer von der handwerklichen Präzision vergangener Tage. Reste der hölzernen Empore sind noch vorhanden, die Deckenkonstruktion weist schwere Schäden durch Wassereinbruch auf. Die schönen bemalten Fenster sind noch vollständig erhalten.

Das steinerne Herz

Versteckt in den dichten Wäldern ruht ein monumentales Zeugnis der Industriegeschichte. Dieser ehemalige Steinbruch, einst pulsierendes Zentrum der Rohstoffgewinnung, ist heute eine Kathedrale aus Granit und Rost.

Die Erschließung des Geländes begann in einer Ära, als der Bedarf an hochwertigem Baumaterial für die rasant wachsenden Städte sprunghaft anstieg. Über Jahrzehnte hinweg war der Standort ein entscheidender Wirtschaftsfaktor der Region. Hier wurde nicht nur abgebaut, sondern mit Präzision veredelt. Mit dem Aufkommen günstigerer Importmaterialien und veränderten Umweltauflagen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts begann der langsame Rückzug. Die schweren Maschinen verstummten, und die Natur begann, sich die massiven Einschnitte im Berg zurückzuholen.

Wir finden die Ruinen der Brecher- und Siebanlagen, die für die Fraktionierung des Gesteins zuständig waren. Überreste von Verladestationen und Fundamente ehemaliger Seilbahn- oder Schienensysteme, die das Material ins Tal beförderten. In den Hallen finden sich teils noch massive Elektro-Motoren, alte LKW und Reste von Förderbändern, die dem Zahn der Zeit trotzen. Heute ist das Areal ein Ort der Stille. Während die massiven Steinhallen langsam von Moos und Farnen überwuchert werden, bieten die tiefen Abgründe des Bruchs eine beklemmende, aber faszinierende Kulisse. Die Statik der verbliebenen Gebäude ist kritisch, Korrosion hat die Stahlträger der Förderanlage fest im Griff.

Manoir Deutsch

Hier lebte zuletzt ein Deutscher, Zeitungen und Bücher sind hier alle in dieser Sprache vorhanden. Im kleinen Häuschen hatte er es sich gemütlich eingerichtet und war belesen. Sein Hobby war scheinbar das Restaurieren von alten Autos. Wie lange diese hier aber schon auf eine Rettung warten wissen wir nicht. Im Außenbereich steht ein Opel Record und die silberne Karosse eines Porsche 356.

Bar der Patrioten

Tief im ländlichen Frankreich, versteckt hinter einer Fassade aus wucherndem Efeu und bröckelndem Putz, liegt ein Ort, der wie eine Zeitkapsel wirkt. Die „Bar der Patrioten“ ist kein gewöhnlicher Lost Place – sie ist ein intimes Stillleben vergangener Jahrzehnte. Einst war dieses Etablissement das soziale Herzstück der umliegenden Gemeinde. Gegründet in der Mitte des 20. Jahrhunderts, diente es Generationen von Arbeitern und Anwohnern als Treffpunkt. Der Name rührt von der tiefen Verwurzelung der Besitzer in der lokalen Tradition und der Rolle der Bar als inoffizielles Wohnzimmer während politisch bewegter Zeiten her. Nach dem Tod des letzten Betreibers vor einigen Jahren wurde die Tür einfach verschlossen. Seitdem wurde kaum etwas bewegt; Gläser stehen noch auf dem Tresen, und die Vorräte lagern im Keller, als würde der Wirt jeden Moment zurückkehren, um die Zapfanlage zu reinigen.
Nebenan gab es eine kleinen Laden für das nötigste der Anwohner, hier liegen noch Produkte welche es so Jahrzehnte nicht mehr gibt. Im Obergeschoss die Wohnung des Betreibers mit vielen alten Hinterlassenschaften.

Maison British

Diese Maison auf dem Land konnten wir besuchen, bis auf die Geschichte die uns das Haus erzählt wissen wir aber wenig darüber.
Die Einrichtung ist alt aber geschmackvoll und viele persönliche Dinge wurden zurück gelassen.

Maison Casper

Die Villa Casper ist seit langer Zeit verlassen, viel Nippes und die alten Möbel erinnern an eine vergangene Zeit, deren Erinnerung noch immer lebendig ist.
Ansonsten wissen wir nichts über die letzten Bewohner oder die Geschichte der kleinen Villa.

Der vergessene Tanzsaal

Tief im ländlichen Raum steht ein Relikt vergangener Geselligkeit. Wo heute der Hausschwamm die Wände ziert, pulsierte einst das Herz der Gemeinde. Die ehemalige ist ein klassisches Beispiel für die Architektur der dörflichen Vergnügungskultur.

Ursprünglich als einfache Schänke und Brauerei-Ausschank konzipiert, entwickelte sich das Objekt über die Jahrzehnte zum zentralen Anlaufpunkt für Hochzeiten, Bälle und Vereinsfeiern. In der Mitte des letzten Jahrhunderts war das Etablissement weit über die Dorfgrenzen hinaus für seine Akustik und das herrschaftliche Ambiente bekannt.

Mit dem Sterben der Dorfkerne und dem Aufkommen moderner Diskotheken in den Städten verlor der Saal an Bedeutung. Der Betrieb wurde vor geraumer Zeit eingestellt, woraufhin das Gebäude in einen tiefen Dornröschenschlaf fiel. Trotz des fortgeschrittenen Verfalls beeindruckt die bauliche Substanz durch ihre großzügigen Dimensionen, ein freitragender Saal mit einer Grundfläche von ca. 250 m². Besonders markant ist die Deckenhöhe von knapp 6 Metern, die für eine beeindruckende Raumwirkung sorgt. Am Kopfende befindet sich eine leicht erhöhte Theaterbühne inklusive rückwärtigem Garderobenbereich. Angrenzend an den Saal finden sich die ehemalige Schankstube sowie die großflächige Küche, die einst für die Bewirtung von bis zu 300 Gästen ausgelegt war.

Heute regiert die Stille. Die Parkettböden wölben sich unter der Feuchtigkeit, und die Stuckverzierungen an der Decke bröckeln langsam auf den staubigen Boden. Während die Gaststube im Erdgeschoss bereits stark vandalisiert ist, versprüht der große Saal noch immer den melancholischen Charme des Dorflebens.

So könnte es hier früher ausgesehen haben.

Militärflugplatz

Inmitten der ländlichen Weite verbirgt sich ein Relikt des Kalten Krieges, das einst die Speerspitze der NATO-Verteidigung in Europa bildete. Der Stützpunkt wurde in den frühen 1950er Jahren aus dem Boden gestampft, als die Spannungen zwischen Ost und West ihren ersten Höhepunkt erreichten.

Hier waren hunderte Soldaten und ihre Familien stationiert, was die Basis zu einer eigenständigen Kleinstadt mit Schulen, Kinos und Krankenhäusern machte. Die strategische Aufgabe war klar: Sicherung des Luftraums gegen potenzielle Übergriffe des Warschauer Paktes.

Mitte der 1960er Jahre wurde die Basis nur noch als Übungsgelände für elektronische Kriegsführung und zeitweise als provisorisches Lager genutzt. Seit den frühen 1990er Jahren ist der Großteil der Infrastruktur dem Vandalismus und der Natur überlassen. Während die Startbahnen teilweise noch für militärische Übungen genutzt werden, verfallen die Wohnblocks und technischen Zonen zusehends. Warum hier diese Kriegsgeräte zurück gelassen wurden können wir nur ahnen, wahrscheinlich stehen die hier noch als Übungsobjekte. Auch für Festivals wird der Flugplatz noch genutzt. Die Zeit wurde am Ende knapp, so dass wir nicht alles erkunden konnten.

HFX

Tief im Osten des Landes liegt ein Gigant der Schwerindustrie. Das Areal HFX ist nicht nur ein Lost Place, es ist ein Monument der Industriegeschichte, das über ein Jahrhundert lang das Rückgrat der europäischen Stahlproduktion bildete.

Die Wurzeln dieses Standorts reichen bis in das späte 19. Jahrhundert zurück. Gegründet von einer der einflussreichsten Industriellenfamilien der Region, entwickelte sich das Werk schnell zu einem technologischen Vorreiter.
In den 1970er Jahren erreichte das Werk seine maximale Ausbaustufe. Es war Teil eines gewaltigen Verbundsystems, das Eisenerz direkt aus den umliegenden Minen verarbeitete. Mit der Krise der europäischen Stahlindustrie und dem Wandel hin zu Elektrolichtbogenöfen verlor der Standort an Bedeutung. Die letzten aktiven Feuer in den Hochöfen erloschen im frühen 21. Jahrhundert.
Seitdem befindet sich der Komplex in einem Zustand des kontrollierten Verfalls, teilweise von Abriss bedroht, teilweise als strategische Reserve konserviert. Ursprünglich verfügte der Standort über eine Batterie von sechs Hochöfen. Im heute stillgelegten Teil befinden sich die Überreste der letzten zwei Einheiten, die auf eine enorme Tageskapazität optimiert waren.
Weiterhin konnten wir das Kraftwerk besuchen, die Centrale P diente als elektrische Zentrale des Hüttenwerks. Sie wandelte das bei der Roheisenerzeugung in den Hochöfen anfallende Gichtgas in elektrische Energie um.
Der Bereich der Hochöfen und das Kraftwerk war Ziel für diese Erkundung Die Natur holt sich das Gelände mit beeindruckender Geschwindigkeit zurück – Birken wachsen zwischen Gleisbetten, und der rote Staub der Eisenerze liegt wie eine Patina über den Schalttafeln. Weiter wagten wir uns nicht vor. Aber auch so ging diese spannenden Erkundung mit vielen Eindrücken zu Ende.

Alien Works

Dieses Relikt der Schwerindustrie steht wie kaum ein anderes für den Aufstieg und den harten Fall der europäischen Stahlproduktion. Wo einst tausende Arbeiter dem flüssigen Eisen trotzten, herrscht heute eine fast gespenstische Stille.

Die Anlage wurde Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Boden gestampft, als der Hunger nach Eisenbahnschienen und Kanonen unersättlich war. In der Blütezeit war das Werk das Herzstück der Region und überlebte zwei Weltkriege sowie mehrere Nationalisierungsphasen.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts setzten jedoch Modernisierungsdruck und globale Konkurrenz dem Standort zu. Trotz massiver Investitionen in die Effizienz der Anlage wurde der letzte Abstich in den frühen 90er Jahren vollzogen. Während viele Schwesterwerke dem Erdboden gleichgemacht wurden, entging dieser Gigant dank seines Status als Industriedenkmal dem Schneidbrenner.

Es gab hier einen klassischer Hochofen mit einer Gesamthöhe von über 70 Metern. Ausgelegt auf einen täglichen Ausstoß von ca. 1.200 bis 1.500 Tonnen Roheisen. Während heute Teile davon als Museum fungieren, konnten wir das Kraftwerk besuchen, wo früher Strom erzeugt wurde. Hier wurde das „Abfallprodukt“ Gichtgas in nutzbare Energie umgewandelt. Der Strom wurde nicht nur für das Werk sondern auch für das öffentliche Netz produziert.

Diesen Klassiker in der Urbexszene konnten wir jetzt endlich fotografieren und die Ästhetik dieser alten Anlagen, mit geschwungenen Treppen oder gefliesten Boden, fällt schon sehr ins Auge und lässt das Fotografenherz höher schlagen.