Verwaltung eines Chemiewerkes

Hier wurden einst die Geschicke eines der bedeutendsten Kunststoff- und Chemieproduzenten der Region gelenkt.

Entstanden im späten 19. Jahrhundert ging nach dem Ersten Weltkrieg das Werk in den Besitz eines der berüchtigtsten deutschen Chemie-Kartelle über und wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt.

Nach Enteignung und zwischenzeitlicher Verwaltung durch eine sowjetische Aktiengesellschaft entstand der bekannte Großbetrieb. Als Volkseigener Betrieb war das Werk ein gigantischer Produzent von PVC-Produkten. Mit dem Ende der Planwirtschaft kam der wirtschaftliche Einbruch. Trotz Privatisierungsversuchen musste das Hauptwerk Mitte der 1990er-Seiten schließen. Das riesige Areal wurde weitgehend abgerissen, zurück blieb unter anderem das imposante Verwaltungsgebäude, welches heute unter Denkmalschutz steht.

Wasserwerk

Hier wurde das Kühl- und Brauchwasser für ein Kohlekraftwerk aufbereitet und zur Verfügung gestellt. Uns ist der Name „REAKTOR“ aufgefallen, bisher kam uns dieser Begriff noch nicht unter in einem Wasserwerk. Aber hier wurde das Wasser von Kalk- und Schwebestoffen befreit um Schäden an den hochempfindlichen Wasserkreislauf des Kraftwerkes zu vermeiden.

Vergessene Leuchtkraft

Einst war der VEB das Herzstück der ostdeutschen Lichtkultur aber heute, seit über drei Jahrzehnten sind die Hallen dem Verfall preisgegeben. Während einige Nebengebäude zwischenzeitlich abgerissen oder anderweitig genutzt wurden, bleibt der Kernbereich verlassen, gezeichnet von Vandalismus, Brandstiftung, aber auch faszinierender Vergänglichkeit.

Die Wurzeln des Standorts reichen weit zurück in das 19. Jahrhundert, als die Glasindustrie in der Region durch den Boom neuer Fertigungsmethoden rasant wuchs. Was einst als klassische, privates Unternehmen für Glasveredlung und Formenbau begann, entwickelte sich schnell zu einem unverzichtbaren Zulieferer für Beleuchtungskomponenten.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der darauffolgenden Enteignungswelle in der sowjetischen Besatzungszone wurde der Betrieb in einen VEB umgewandelt. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Werk stetig erweitert. In den 1970er und 1980er Jahren ging der Betrieb im mächtigen Kombinat der Sparte Glas auf. Als spezialisierter Betriebsteil der Vereinigten Beleuchtungsglaswerke versorgte der Standort nicht nur die DDR mit Lampenschirmen und Wohnraumleuchten, sondern produzierte auch hochwertige Waren für den Export.

Zum Einsatz kamen sowohl traditionelle, mundgeblasene Verfahren als auch teil- und vollautomatische moderne Glasmaschinen. Das Werk verfügte über eigene, hochgradig spezialisierte Ofenanlagen sowie eigene Gießerei.

Mit dem politischen Umbruch 1989/1990 kam der abrupte Wendepunkt. Der Übergang zur Marktwirtschaft unter der Treuhandanstalt misslang. Der VEB wird privatisiert und in eine GmbH umgewandelt. Doch die Verträge sind wackelig, und die alten Absatzmärkte im Osten brechen schlagartig weg. 1991 erlischt der erste Ofen und ein Jahr später dann kam das endgültige Aus.

Schloss der Innung

Die Wurzeln des Areals reichen bis zu einem mittelalterlichen Vorwerk und späteren Rittergut zurück. Das heutige Hauptgebäude entstand erst im frühen 20. Jahrhundert nach dem Abriss eines stark sanierungsbedürftigen Vorgängerbaus aus dem 16. Jahrhundert. Entworfen wurde das Anwesen von einem bekannten einheimischen Architektenduo.

In den 1930er Jahren kaufte eine regionale Innung das Schloss auf. Nach umfangreichen baulichen Anpassungen diente die Anlage über Jahrzehnte als Meisterschule und Erholungsheim für das Lebensmittelgewerbe. Zu DDR-Zeiten wurde die Nutzung als Handwerker-Erholungsheim nahtlos fortgesetzt. Nach dem Ende der DDR folgte jedoch eine Phase des Stillstands, in der Teile des Geländes und die Nebengebäude – insbesondere der ehemalige Trakt der Fachschule – ungenutzt blieben. Ein vollständiger Verfall konnte abgewendet werden. Das Hauptschloss wurde als Hotel genutzt, aber befindet sich heute in privater Hand und es wurde schrittweise saniert, warum diese Arbeiten aber jetzt abgebrochen wurden ist nicht bekannt.

Märchenwelt

Diese neu gebaute Märchenwelt musst kurz darauf wegen der Corona Maßnahmen schließen, da die Gäste ausblieben.
Als es hier noch brummte, waren einige zehntausend Besucher zu verzeichnen. Ein Paradies für Jung und Alt, die Kleinen konnten sich vergnügen und für die Älteren gab es was kulinarisches.

Unser Besuch war auch ein echtes Erlebnis, alles war ja noch vorhanden und man konnte sich vorstellen wie die kleinen früher hier ihren Spaß hatten.

Jetzt hat die Anlage einen neuen Besitzer und dieser eröffnete 2025 mit einer Neuausrichung, als Mystery-Park.
Der heutige Fokus liegt auf einer mystischen Erlebnisreise mit Escape-Room-Elementen. Thematisch dreht sich alles um eine Legende aus der Zeit von August dem Starken, bei der Besucher in die Rolle von Forschern schlüpfen.

Trödelladen

Dieser kleine Trödelladen ist direkt am Wohnhaus angeschlossen. Über die Geschichte können wir nichts heraus finden. Es gab hier scheinbar nur diesen einen Raum, der als Laden diente. Heute breitet sich hier der Verfall aus und die Feuchtigkeit treibt hier ihr Farbspiel. Im Wohnhaus finden sich viele alte Sachen die den Schluss zu lassen, das die letzten Bewohner auch schon betagt waren. Auch die vorhandene Technik, wie der Röhrenfernseher sind schon mindestens 30 Jahre alt.

Schloss auf dem Berg

Die Ursprünge der Anlage reichen bis in das tiefe Mittelalter zurück, als hier ein klassischer Herrensitz auf einem Berg entstand. Die Grundmauern der heutigen Struktur wurden um die Jahrhundertwende zur Neuzeit errichtet. Nach einer barocken Umgestaltungsphase im darauffolgenden Jahrhundert prägten spätere Modernisierungen das Erscheinungsbild maßgeblich mit neogotischen Elementen sowie Einflüssen des Jugendstils.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Enteignung der bürgerlichen Besitzer erlebte das Gebäude eine wechselhafte funktionale Transformation. Zunächst als Schulheim genutzt, diente es später als Kurheim für Tuberkulosepatienten und über mehrere Jahrzehnte hinweg bis zur Jahrtausendwende als Altenpflegeheim. Seit dem Auszug der Pflegeeinrichtung Anfang des Jahrhunderts steht das Anwesen vollständig leer und verfällt zunehmend.

Das Schloss ist leider leer, es sind historische Holzparkettböden, bemalte Holzkassettendecken sowie ein markanter Meißner Kachelofen erhalten. Auch das Turmzimmer ist noch in gutem Zustand.

Autoverwertung

Dieses Unternehmen war auf das recyceln von Autos ausgelegt. Der Schwerpunkt lag im Ankauf und der Verwertung von Altfahrzeugen. Aber auch Gebrauchtwagen waren hier im Angebot, wie ein Verkaufsschild in einem der Fahrzeuge zeigt.
Wann der Betrieb hier eingestellt wurde wissen wir nicht, aber scheinbar sind die Autos hier schon eine Weile dem Vandalismus ausgesetzt. Es wurden auch schon einige Teile aus den Fahrzeugen entnommen, ob das in Betriebszeiten passiert ist, lässt sich nicht genau sagen, aber es scheint das sich hier „bedient“ wurde.

Kultur- und Klubhaus

Das markante Gebäude blickt auf eine traditionsreiche Vergangenheit als gesellschaftlicher Dreh- und Angelpunkt zurück. Ursprünglich als Kultur- und Klubhaus für die arbeitende Bevölkerung errichtet, diente der Komplex jahrzehntelang als Stätte für Veranstaltungen, Vereinsleben und Gemeinschaftsspeisungen.

Nach tiefgreifenden politischen und gesellschaftlichen Veränderungen im Land wurde die Anlage teilprivatisiert und als spezialisierte Erlebnisgastronomie mit regionaler kulinarischer Ausrichtung weitergeführt. Trotz anfänglicher Beliebtheit führten mangelnde Investitionen, Sanierungsstau und wirtschaftliche Herausforderungen schließlich zur dauerhaften Schließung. Seit vielen Jahren ist das Objekt dem Verfall und Vandalismus preisgegeben.

Es gab zuletzt hier einen großer Hauptsaal mit angeschlossener Klubgaststätte und Gesellschaftsräumen für den flexiblen Eventbetrieb. Im Kellergeschoss befindet sich das technische Highlight des Ortes, eine vollautomatische 4-Bahn-Kegelanlage. Die Sportstätte war für ihre Entstehungszeit mit einer hochmodernen Aufstellautomatik versehen. Im Gegensatz zu älteren, manuell betriebenen Handaufstellanlagen in der Region bot dieses System einen teilmechanisierten Spielablauf und verfügte über eigene Rücklaufrinnen für die Kugeln.

Verteilerstation

Diese Trafo- und Verteilerstation war einmal das Herzstück eines großen Chemiewerks.
Dieses ist heute weitestgehend verschwunden. Nur einige der alten Gebäude sind nachgenutzt. Erbaut wurde es hier Ende der 1930er Jahre.
Hier wurden Treib- und Schmierstoffe hergestellt.
Die Privatisierung erfolgte 1994 und die Stilllegung dann 4 Jahre später, als dann auch gleich der Rückbau erfolgte. Das Betriebsgelände war hochgradig mit Schadstoffen kontaminiert. Warum dieses Gebäude hier einsam in der Brache stehen gelassen wurde, kann man nur ahnen. Die Kabel hier sind alle verschwunden und vom Inventar geht scheinbar keine Gefährdung mehr aus.