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Sowjetischer Ehrenhain

Diese beiden Monumente sind die Reste einer Militärliegenschaft die hier seit den 1920er Jahren existierte und nach 1945 von der GSSD genutzt wurde. Nach dem Abzug der sowjetischen Streitkräfte wurden diese Flächen rekultiviert, diese beiden Reliefs blieben als Ehrenhain zurück. Sie halten sich tapfer in ihrem Erhaltungszustand, aber da sie nicht unter Denkmalschutz stehen, verfallen sie immer weiter und werden in einigen Jahren kaum noch zu erkennen sein.
Vor 5 Jahren versuchte ein Einheimischer den Verfall zu stoppen, aber bisher ist für die Erhaltung nichts getan worden.

Vergangenheit trifft Gegenwart

Das größere der beiden ist eine militärische Huldigung des Vaterländisches Krieges von 1941 – 1945. Es enthält Abzeichen von Truppen und die namentliche Auflistung von Helden der Sowjetunion.
Das andere eher die zivilen Leistungen der Sowjetrepublik, mit Angabe von Fördermengen von Rohstoffen und Agrarprodukten. Weiterhin ziert ein Leninzitat das Relief.
Übersetzt heißt es dort

„Man kann das Land nicht verteidigen, ohne den heldenhaften Einsatz des Volkes bei der ökonomischen Umgestaltung zu einer gewaltigen Großmacht.“

Auf der Rechten Rückseite ziert ja der Leninkopf das Relief und ein weiteres Zitat. Dort steht:

„Die Partei ist das ehrliche Gewissen unserer Epoche. Wladimir Iljitsch Uljanow genannt Lenin“

Hier mal die einzelnden Tafeln des zivilen Reliefs.

ЭЛЕКТРОЭНЕРГИА – STROM

НЕФТЬ – ÖL

ГАЗ – GAS

УГОЛЬ – KOHLE

ПРОКАТ – STAHLVERARBEITUNG

САХАРНОЙ СВЕКЛЫ – ZUCKERRÜBEN

ЗЕРНО – KORN

МЯСО – FLEISCH

МОЛОКО – Milch

МИНЕРАЛЬНОЕ УДОБРЕНИЕ – MINERALDÜNGER

ХЛОПОК – BAUMWOLLE

Gallerie Rechte Seite

Gallerie Linke Seite, das letzte Bild wurde freundlicher Weise von Robert zur Verfügung gestellt, danke dafür. Da ist noch kein Strauch davor und das Leninzitat besser zu lesen.
Auf der Durchreise haben wir im April 2023 noch ein paar Bilder machen könnnen, ohne Bewuchs.

Ziegelei Nr. 5

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand hier eine der größten Ziegeleingebiete in Europa. Als hier Ende der 1880er Jahre die reichen Tonvorkommen entdeckt wurden, entstanden diese in großer Zahl.  Auch begünstigt durch die Lage an gut ausgebauten Wasserwegen, die den leichten Abtransport ermöglichten.
Die beiden Weltkriege brachten dann Einbußen, mehrere Ziegeleien mussten wieder schließen.
Der Wiederaufbau, der im 2. Weltkrieg zerstörten Gebäude auf dem Gebiet der DDR ermöglichte dann eine rasche Erholung dieser Ziegeleien. Das hielt bis zur Wende an und um 1991 wurden dann aber die meisten hier geschlossen.

Heute bietet die Gegend eine seltsame Erscheinung. Es gibt einen Museumspark, man fährt durch die Straßen rund um die Lehmlöcher, die heute natürlich alle kleine Seen sind.
Überall sieht man altes Gemäuer, aber meistens wohnt dort jemand oder die alten Anlagen sind nur noch Ruinen.

Dieser Betriebsteil besteht auch nur noch in seinen Grundmauern. Die Anlagen sind ausgebaut, der Ringbrandofen dient als Müllkippe.

VEB Alkohol

Die Ursprünge dieses Industriestandortes gehen auf das Ende des 19. Jahhunderts zurück. In den Gründerjahren wurde hier Süßes produziert. Da in den Jahren des 2. Weltkrieges auch kriegswichtiges hergestellt wurde, erfolgte die Zerstörung des Werkes 1945 durch Bombadierung.

In DDR Zeiten erfolgte der Wiederaufbau und später gab es 2 große Produktionszweige.

Einmal wurden Stoffe für die Chemie- und die keramische Industrie produziert. Die Grundlage dafür bildete ein in der DDR abgebauter Rohstoff. Außerdem gewann man hier industriellen Alkohol und damit verwandte Stoffe.
Dieser große Betrieb, der mal einige hundert Arbeitsplätze bot, überstand noch die Wendezeit, dann einge Jahre später kam dann das Aus. Betriebsteile wurden abgerissen und es entstanden hier, auf dem Areal moderne Industriebetriebe. Dieses Gebäude steht noch auf dem Gelände und birgt noch einige alte Produktionsanlagen in sich.

VEB Pekina

Hier wurde Pektin hergestellt, das für die Produktion von Marmeladen und Gelee verwendet wurde.
Nach dem Krieg war dieser Standort dem VEB Orgema (Obst-Gemüse-Marmelade) zugeordnet. Hier wurde bis 1990 produziert. Heute stehen hier nur noch weitestgehend leere Gebäude und eingestürzte Mauern. Die alte Produktionsstätte erzählt kaum noch etwas über seine Vergangenheit. Ein paar Behälter oder Etiketten liegen noch herum. Das alte Verwaltungsgebäude ist auch schon teilweise eingestürzt.
Vor über 10 Jahren versuchte die Stadt die Fläche der Natur zurück zu geben, aber der damalige Verwalter stimmte dagegen. Er war der Meinung das sich hier wieder Industrie ansiedeln konnte, aber wie es sich gezeigt hat ist bis heute nichts passiert. So holt sich die Natur das Gelände alleine zurück, das wird wohl etwas länger dauern ist aber in vollem Gang.

Freibad zum Pfeil

Diese Badeanstalt musste um die Jahrtausendwende schließen.

Die Stadt konnte sich den Unterhalt nicht mehr leisten, seit dem liegt das Freibad verlassen da. Einweiht wurde es in den 1960er Jahren und wurde mit viel Einsatz der Bevölkerung und auch mit Hilfe von Soldaten erschaffen. Es gab ein wettkampftaugliches 50 Meter Becken, das Kinderbecken kam später hinzu.

Der alte Bademeister erzählt von seiner Arbeit, er war hier von Beginn an tätig und er ist besonders stolz darauf, das es in seiner Zeit keine nennenswerten Unfälle gab. Auch wurden hier viele Veranstaltungen organisiert.
Heute hat ein Verein aus einer anderen Branche das Gelände übernommen und will es schrittweise umgestalten. Die Becken werden also sehr wahrscheinlich kein Wasser mehr sehen.

Faszinationen 1993

Auf der Fahrt zur vorherigen Location, fiel uns dieser Bau auf der schon die üblichen Verfallzeichen hatte.
Teilweise eingestürztes Dach, Wildwuchs und ungepflegtes Gesamtbild. Also auch hier vorbei geguckt, die Türen standen offen und die Anlage entpuppte sich als alte Bahnwerkstatt. Einen schönen Verfall fanden wir in diesem kleinen Schmuckstück vor. In der Nähe befand sich noch ein Bahnhofsgebäude, dieses bot dann leider keine Motive.

Biologische Forschung

Diese Forschungseinrichtung wurde kurz nach der Gründung der DDR ins Leben gerufen. Hier wurde geforscht welche Erreger den Pflanzen gefährlich werden können und wie man es am Ende bekämpfen konnte. Da die DDR einen Großteil der Lebensmittel selbst produzierte, war das wichtig um die Versorgung nicht zu gefährden. Dafür waren auf dem Gelände viele Gewächshäuser zu finden, es gab zudem eine große Anzahl an Klimakammern, in denen mit verschiedenen Temperaturen gearbeitet wurde. Das kann man noch an den letzten Werten ablesen, die mit Kreide an den jeweiligen Kammern geschrieben wurden. Nach der Wende wurde das Institut an diesem Standort aufgelöst. Heute sind die Räume weitestgehend entkernt, nur die technischen Anlagen sind zurück geblieben.

Die russische Sauna

In jeder GSSD Kaserne findet sich mindestens eine Sauna.
Meistens ist dort aber schon randaliert worden oder Teile wurden entwendet. Diese hier ist fast noch im Original vorhanden. Eine Deckenlampe fehlt zwar, aber hier sieht man mit wie viel Liebe zum Detail sich ein Kleinod geschaffen wurde. Da die Sauna in einem Keller gebaut wurde, herrscht hier absolute Dunkelheit.
Die beiden Aufenthaltsräume wurden jeweils mit einem Kamin ausgestattet, die Decke und die Wände sind mit kleinen Mosaiksteinchen und Glasscherben gestaltet. Dazu kommen noch aufwendige Wandmalereien. Diese sind auch rund um das Tauchbecken zu finden. Nur der Zahn der Zeit ließ die Bilder altern. Die Türgriffe waren aus Baumwurzeln, sogar ein Tisch stand hier noch.

NVA Nachrichtenbrigade

Hier wurde nach der Gründung der NVA ein Nachrichtenregiment aufgebaut. In den Jahren des 2. Weltkrieges war hier zuvor ein Industriebetrieb ansässig, der Rohprodukte für Sprengstoff herstellte. Nach dem Krieg wurden die Anlagen demontiert.
Die Kaserne wurde später noch erheblich erweitert. Nach der Wende erfolgte noch bis 1994 eine Weiternutzung durch die Bundeswehr, bis sie dann einer zivilen Nutzung zugeführt werden sollte.
Das ist bisher nur teilweise gelungen. Es hat sich eine Schule, ein Kindergarten und diverse Mieter die hauptsächlich die Garagen nutzen, angesiedelt.
Große Teile sind ungenutzt, die Gebäude die begehbar sind , leider aber von starkem Vandalismus gekennzeichnet. Dort haben wir keine Bilder gemacht. Andere wiederum sind zugemauert.

Bei einem 2. Besuch konnten wir andere Teile der Kaserne besuchen, dort waren noch einige Wandbilder zu finden.

Das GSSD Schwimmbad

Mitten im Wald finden wir dieses kleine Schwimmbad. In der Nähe gab es einmal eine GSSD Kaserne. Erbaut wurde es 1974 und war fortan sehr beliebt bei den Militärangehörigen. Heute sind keinerlei Zufahrten mehr zu erkennen. Das Becken hat die Abmaße von 25m x 10m und es ist noch komplett mit Wasser gefüllt. Der Sprungturm ist auch noch recht gut erhalten.  Sogar ein kleiner Kescher, nach russischer Bauart, liegt am Beckenrand.