Kindergarten

Wo einst das strukturierte Chaos eines sowjetischen Kindergartens herrschte, regiert heute die Natur. Unweit der Schwarzmeerküste, steht ein zweigeschossiges Relikt einer vergangenen Epoche. Das Gebäude wurde in der Blütezeit der lokalen Kolchosen-Wirtschaft errichtet, um den Kindern der Plantagenarbeiter eine Zuflucht zu bieten. Architektur und Struktur folgen den typischen Mustern der damaligen Zeit, geprägt von Zweckmäßigkeit, gepaart mit einem Hauch von Gemeinschaftsstolz. Es ist ein massiver Bau mit den typischen, großzügigen Fensterfronten für maximales Tageslicht in den Gruppenräumen. Das Erdgeschoss beherbergte die Wirtschaftsräume, eine Großküche und die sanitären Anlagen. Im Obergeschoss befanden sich die Schlafsäle und Spielzimmer.

Es gibt einen Raum hier, das absolute Kronjuwel des Objekts. Es handelt sich um die hauseigene Planschwelt bzw. das Lehrschwimmbecken des Kindergartens.

In der sowjetischen Epoche – besonders ab den 1970er Jahren – legte man bei Vorzeige-Kindergärten enormen Wert auf die gesundheitliche und sportliche Förderung der Kinder. Solche „Mini-Thermen“ oder kunstvollen Planschbecken waren der Stolz der jeweiligen Kolchose.

Es war ein Lehr- und Planschbecken, in dem die Kinder spielerisch an das Wasser herangeführt wurden und erste Schwimmübungen machten. Die sowjetische Architektur nutzte Mosaike intensiv als „Kunst am Bau“. Das maritime Thema mit dem Schiff, Wellen und Meeresmotiven sollte eine fantasievolle, anregende Atmosphäre für die Kinder schaffen. Dass das Schiff plastisch von der Decke ragt, macht diesen Raum architektonisch zu einer Besonderheit. Es diente als dekoratives Element, das die Illusion einer echten Küsten- oder Unterwasserwelt verstärkte.