Spreepark Plänterwald

Der Vergnügungspark wurde 1969 als Kulturpark Plänterwald auf einer Fläche von 29,5 Hektar eröffnet. Er war der einzige ständige Vergnügungspark der DDR und nach der Wende auch der einzige Gesamt-Berlins. Eine besondere Attraktion war das Riesenrad, das noch 1989 erneuert wurde und mit 36 Gondeln 45 Meter in die Höhe ragt. Viele Jahre war es das Wahrzeichen der umliegenden Gegend und wurde dabei erst 1998 von den Treptowers der Allianz abgelöst. Zu DDR-Zeiten kamen bis zu 1,7 Millionen Besucher jährlich.

Der Volkseigene Betrieb VEB Kulturpark Berlin wurde 1991 vom gemischten Magistrat Berlin abgewickelt. Von insgesamt sieben Bewerbern erhielt die Spreepark Berlin GmbH den Zuschlag. Geschäftsführers der Spreepark GmbH, war Norbert Witte.

Unter der Spreepark GmbH entstanden einige neue Attraktionen und es wurde eine Besucherzahl von 1,5 Millionen Menschen erreicht. Später wurde das Konzept geändert. Der Park wurde schrittweise zu einem Freizeitpark nach westlichem Vorbild umgestaltet.

Seit 1999 hatte der Park mit großen Schulden zu kämpfen. Der gestiegene pauschale Eintrittspreis von knapp 30 DM pro Person und fehlende Parkplätze waren unter anderem Ursachen für den Besuchereinbruch. In der Saison 2001 kamen nur noch 400.000 Besucher. Im selben Jahr meldete die Spreepark GmbH & Co. KG Insolvenz an.

Seit 2002 verwahrlost die Anlage zusehends.

Am 18. Januar 2002 setzte sich Norbert Witte mit seiner Familie und seinen engsten Mitarbeitern nach Lima in Peru ab. Er verschiffte die sechs Attraktionen Fliegender Teppich, Butterfly, Spider, Baby-Flug, Wild River und Jet Star in 20 Schiffscontainern. Mitarbeiter ließen ihn gewähren. Sie glaubten, Witte baue die Fahrgeschäfte zu Reparaturzwecken ab.

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Das quietschen des Riesenrads, das sich im Wind dreht.

Wir haben ein paar Bilder aus Zeiten des Betriebs erhalten.
Danke an Daniel dafür.

Holzverarbeitung Spanplatte

Hier war einmal ein traditionsreiches Unternehmen für Holzverarbeitung angesiedelt. Gegründet wurde der Betrieb 1906. Als der Besitzer 1952 das Land verließ, wurde das Werk in einen VEB umgewandelt. Neben Dachstühlen und Spanplatten wurden hier auch Musterhäuser hergestellt, die als Reparationsleistungen in die Sowjetunion gingen.

Das Aus kam dann nach der Wende, als der Klage auf Rückübertragung statt gegeben wurde und die Miete zu hoch war. Dadurch verloren die 150 Mitarbeiter ihre Arbeitsstätte.

Update 03-2019:
Der Abriss läuft. Deshalb hier die ausführliche Geschichte.

Hier war einmal ein traditionsreiches Unternehmen für Holzverarbeitung angesiedelt. Gegründet wurde der Betrieb 1906. Als der Besitzer 1952 das Land verließ, wurde das Werk in einen VEB umgewandelt. Neben Spanplatten wurden hier auch Wände für Bungalows hergestellt, die als als Reparationsleistungen in die Sowjetunion gingen.
Das Aus kam dann nach der Wende, als der Klage auf Rückübertragung statt gegeben wurde und die Miete zu hoch war. Dadurch verloren die 150 Mitarbeiter ihre Arbeitsstätte.
MAZ 03-2019
Die Ursprünge des von Otto Pflügler gegründeten Unternehmens war ein Sägewerk, das er hier 1898 von seinem Vater übernahm. Er erweiterte es und schuf einen Lagerplatz für Holz. Mittlerweile waren hier 20 Leute beschäftigt und es wurde ein Baugeschäft daraus. Die Firma Otto Pflügler war jetzt ein Baugeschäft für Hoch- und Tiefbau, Holzhandlung und Dampfschneidemühle und eine Holzverarbeitungsfabrik.
Der Firmeninhaber war auch für die Entwicklung von Mellensee verantwortlich, seine eigene Villa „Waldmannsruh“ und andere entstanden hier, auch eine Schule errichtete er. 1933 wurde die Firma eine Zweigstelle des Borsigwalder Holzvertriebes. Hiermit die Geburtsstunde des größten Arbeitgebers hier. Die Arbeiter nannten ihre Firma liebevoll „Borsig“ viele Generationen hatten hier gute Arbeit, aber auch Zwangsarbeiter wurden beschäftigt. Da die Firma an der Militäreisenbahn lag, gab es auch einen eigenen Gleisanschluss. 1950 wurde Borsig dann ein volkseigener Betrieb. Die VEB Holzindustrie Mellensee hatte rund 100 Angestellte in Produktion und Verwaltung und arbeitete hier immer noch mit Maschinen aus der Vorkriegszeit. Kerngeschäft waren Spanplatten, Pritschen für den LKW W50 und Fertighäuser aus Holz die als Reparationsleistungen in die Sowjetunion gingen. Im Werk wurde auch ausgebildet und Schüler hielten hier ihren Werkunterricht ab.

2017 waren wir wieder einmal hier, alles noch beim Alten. Aber leider war die Mückenplage so groß das wir vorzeitig fliehen mussten.

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Das Haus der alten Dame

Nach dem Tod der alten Dame 1989 kümmerte sich niemand mehr um das Haus, es verfällt zusehends.

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Agentenschloss

Dieses ehemalige Schloss wurde zur DDR Zeiten als Ausbildungsstätte für Agenten benutzt. Einige DDR typische Ausbauten sind hier zu erkennen. Zuletzt war hier ein Asylantenheim untergebracht. Die abgeschirmte Lage im Wald war sicher für die Ausbildungsstätte von Vorteil. Der jetzige Zustand ist geprägt vom Vandalismus und Diebstählen. Zum ersten Mal habe ich Reifenspuren in einem Gebäude gesehen! Alles was einmal von Wert war fehlt.

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Alte Garnison

Diese kleine Stadt wurde als Artillerieschule gegründet. Die Häuser wurden um 1900 errichtet. Der Schießplatz und die Schule wurden immer weiter ausgebaut. Es gab hier Mannschaftsgebäude, Pferdeställe, Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäude. Das Casino viel 1920 einem Brand zum Opfer.

Nach 1945 übernahm die sowjetischen Armee das Areal, es wurde zur „verbotenen Stadt“. Nach Abzug der Truppen 1992 lebten dort nur noch 95 deutsche Bürger. Trotz der propagierten Deutsch-Sowjetischen Freundschaft, war hier Kontakte zwischen Einheimischen und Soldaten nicht erwünscht.
Stationiert war hier eine ganze Armee, bestehend aus Hubschraubern und gepanzerten Kampfverbänden.

Teilweise sind die sehr schönen Backsteingebäude jetzt wieder als Wohnhäuser hergerichtet, aber ein großer Teil verfällt auch. Die Bilder stammen aus mehreren Besuchen da das Areal doch sehr groß ist.

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Sowjetischer Stern an einer Straßenkreuzung

Teilweise sind die sehr schönen Backsteingebäude jetzt wieder als Wohnhäuser hergerichtet, aber ein großer Teil verfällt auch. Die Bilder stammen von mehreren Besuchen da das Areal doch sehr groß ist.

Da beim letzten Besuch nicht alle Gebäude geschafft wurden, kamen wir wieder und nahmen uns den Rest vor. Hier noch ein paar Eindrücke aus 09-2016!

Diese Bilder sind ebenfalls in der „Alten Garnison“ entstanden und zeigen einen Theaterbau, mit Kindertheater und großem Saal.

Am Rande einer Winterwanderung (2017) Richtung Truppenübungsplatz mußte auch der Stern dran glauben.

Winterstern

Ein erneuter Besuch (2017) der Alten Garnison erfolgte, einige unbesuchte Gebäude sollten erkundet werden. Aber diese waren fast alle zerstört oder mit Müll der Bevölkerung gefüllt. Am Ende landeten wir im Theater und machten noch ein paar Bilder.

Gegen Ende 2017 und 2020 verschlug es uns wieder mal in die „Alte Garnison“, das schon arg ramponierte Gebäude mit dem Uhrenturm war das Ziel. Auch ein paar Nebengebäude wurden angesehen.

03-2019
Wie sich der Stern immer wieder verändert. Wir hörten das dort einige Renovierungsmaßnahmen erfolgt sind und mußten uns das angucken. Die meisten Gebäude dort, sind jetzt alle gut gesichert und wurden scheinbar  an eine Firma verkauft, die solche Objekte entwickelt.

06-2020
Ein paar Luftaufnahmen aus der Alten Garnision.

05-2022
Wir konnten auch hier in der Alten Garnison wieder einige Gebäudeteile erkunden, die bisher verborgen geblieben sind. Besonders dabei war der Wäschereiteil mit Bügelzimmer und Heizraum.

06-2023
Bisher gut bewachte Teile sind jetzt scheinbar aufgegeben worden und da wir hier immer noch auf der Suche nach einer bestimmten Sauna in diesem Areal sind, schauten wir auch hier wieder vorbei. Die eigentlich Sauna blieb unentdeckt, aber 2 kleinere sind uns unter gekommen. Die Keller sind hier leider sehr unübersichtlich, mit verschiedenen Zugängen und immer wieder zugemauerten Gängen. Die Gebäude sind auch in sehr schlechtem Zustand. Die Feuchtigkeit hat den Balken schon arg zugesetzt, so das einige Etagen runter gekommen sind und vieles nur noch von den Steintreppen aus anzusehen ist. Aber es gab noch genug neue Entdeckungen.

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Heilstätten Hohenlychen

Die Heilanstalten Hohenlychen waren ein Komplex von Heilanstalten der von 1902 bis 1945 bestand.

Nach der Entdeckung des Tuberkulosebazillus und der von Ärzten entwickelten Behandlung zur Bekämpfung der Infektion, welche viel Sonnenlicht, saubere Luft, eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung voraussetzte, erwarb Gotthold Pannwitz im Jahre 1902 über zehn Morgen Land von der Stadt Lychen und ließ dort eine Kinderheilstätte bauen. Diese Heilanstalten wurden zum größten Teil aus Spenden finanziert und vom Deutschen Roten Kreuz unterhalten. Vorläufig wurden 20 – 30 Betten versuchsweise für drei Monate im Sommer verwendet. Innerhalb weniger Jahre stieg die Zahl der Betten auf 500 im Sommer und 300 Betten im Winterbetrieb. Ein Sanatorium für Frauen wurde ebenfalls eröffnet.

Im Laufe der Jahre wurden die Heilanstalten ständig erweitert, 1914 waren alle Bautätigkeiten weitgehend abgeschlossen. Während des Ersten Weltkrieges wurden die Heilanstalten als Lazarett genutzt.

Während der Zeit des Nationalsozialismus

Ab 1935 übernahm Karl Gebhardt die Leitung der Heilanstalten. Da die Zahl der Turberkuloseerkrankungen sank, verlagerte sich der Schwerpunkt der Heilanstalten von den bisherigen Lungenheilstätten zu drei weiteren Abteilungen und wurde umprofiliert. Bei der Übernahme im Jahre 1933 waren 133 Betten belegt. Der Schwerpunkt lag nun auf Sport- und Arbeitsschäden sowie der Wiederherstellungschirurgie. Chirurgische und interne Abteilungen für spezielle Behandlungen für Erwachsene mit Gelenkerkrankungen und Lungenkrankheiten entstanden.

Später wurden die Heilanstalten auch Reichssportsanatorium. Durch die Finanzierung durch die Deutsche Sporthilfe konnten Investitionen zum Ausbau und zur Modernisierung der Anlage verwendet werden. Die klinische Abteilung für Sport- und Arbeitsschäden erfreute sich starken Zuspruchs.

Nicht nur behandelten Patienten, sondern auch für Funktionäre der NSDAP galt Hohenlychen als „Modeaufenthaltsort“ zur Erholung. Dauergäste waren etwa Heinrich Himmler und Rudolf Heß. Die Besucherbücher weisen zahlreiche Nazigrößen auf, die die Heilanstalten besuchten. Neben dem Auskurieren und Erholen von Patienten und Funktionären wurden auch Vorträge vor allem für ärztliche Eliten abgehalten. Die Heilanstalten zählten nun über 500 Betten.

Eine Turnhalle konnte auch für Kinovorführungen und Betriebsfeiern benutzt werden. Zusätzlich zu den Badeanlagen der Seen entstand eine große Schwimm- und Badehalle, die auch als Behandlungsbecken für Wassermassagen diente. Das Glasdach konnte an warmen Sonnentagen ausgezogen werden. Neben weiteren Sportplätzen entstanden eine weitere Apotheke und eine Wetterstation, die zur Erforschung der Zusammenhänge von Wetter und Krankheitsverlauf dienen sollte.

Die Heilanstalten erreichten Weltruf im Bereich der Meniskusschäden und zur Rehabilitation von Unfallverletzten, die zu einem weiteren Spezialgebiet wurde.

Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges erfolgte die Umwandlung in ein Kriegslazarett. Während des gesamten Krieges ging es in den Heilanstalten vergleichsweise friedlich zu. Da die Gebäude mit roten Kreuzen auf dem Dach versehen waren, kam es zu keinen Bombenangriffen.

Am 27. April starben bei einem Luftangriff 32 Soldaten, zwei Tage später wurden die weitestgehend intakten Heilanstalten kampflos den sowjetischen Verbänden übergeben. Die Rote Armee, unter dem Kommandanten Nasarow, plünderte und zerstörte sämtliche Einrichtungen. Operations- und Röntgeneinrichtungen wurden teils zerstört oder abtransportiert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Ende des Krieges nutzten die Russen die Heilanstalten als Lazarett und Geburtsstation. Mit 200 Betten erreichten die Heilanstalten nicht mehr ihre damalige Größe und wurde teilweise zu Wohneinheiten der Soldaten umfunktioniert. Am 31. August 1993 verließ das letzte sowjetische Kommando die Heilanstalten und beendete die sowjetische Besatzungsära.

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VEB Kraftfuttermischwerk

In diesem ehemaligen Kraftfuttermischwerk waren bis zur Schließung Anfang der 1990er Jahre 120 Arbeitskräfte beschäftigt. Markant erheben sich die beiden 36 m hohen Silos von ihrer Umgebung ab. Das ganze Werk versprüht einen Betoncharme. Kein Wunder, denn rund 90% der Fläche sind aus Beton.
Die letzten Bilder sind bei einer Bootstour 2023 entstanden, als wir hier vorbei fuhren.

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Stahl- und Walzwerk Brandenburg

In diesem technischen Denkmal kann man einen Siemens-Martin Ofen besichtigen. Über 100 Jahre Stahlherstellung sind hier dokumentiert. Auf jeden Fall einen Besuch wert, meint Urbex-BB!

http://www.industriemuseum-brandenburg.de

Bahnhof Genshagener Heide

Dieser Bahnhof im Berliner Außenring, hatte zu DDR Zeiten eine hohe Bedeutung für den Personenverkehr. Die Arbeiter für ein großes Automobilwerk in der Nähe, stiegen hier ein und aus. Als 2012 der Bahnhof geschlossen wurde verschwand er auch, bis auf die Abfertigungshalle am Bahnhofsvorplatz, die vor kurzem versteigert wurde. Jetzt in Privatbesitz, sind alle Fenster zugemauert und die Zukunft ungewiss.

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Schloss Vitzenburg

Dieses Renaissanceschloss wurde wohl im 9. Jahrhundert gegründet. Ursprung war eine Burg auf einem Bergsporn über der Unstrut. Zuletzt war dort eine Kinder- und Jugendpsychiatrie untergebracht. Weitere Informationen hier.

Leider scheint es keinen Käufer dafür zu geben und es sind auch kaum Einrichtungsgegenstände vorhanden. Ein Kran zeugt von angefangenen Restaurierungsmaßnahmen und rostet dort vor sich hin. Das Schloss wurde auch schon für Filmaufnahmen genutzt. Ein Verwalter vor Ort kümmert sich um die Anlage.

2022 habe ich ein Bild neu bearbeitet.

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