Kreiskrankenhaus

Das alte Krankenhaus blickt auf eine sehr bewegte Geschichte zurück – von seiner stolzen Gründung im 19. Jahrhundert über die schwierige Nachkriegszeit bis hin zu seinem tragischen Niedergang in der jüngeren Vergangenheit.

Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts verfügte die Region nicht über kein eigenes Krankenhaus, was die medizinische Versorgung der lokalen Bevölkerung oft vor große Herausforderungen stellte. Der Bau des Kreiskrankenhauses ging auf die Initiative des damaligen Landrats zurück. Finanziert wurde das Projekt vollständig aus Kreisgeldern. Es entstand ein schlichter, aber geschmackvoller Bau inspiriert von modernen Vorbildern bot die Einrichtung vielen Kranken eine bis dato nicht dagewesene kostenlose medizinische Hilfe und professionelle Pflege.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann ein gänzlich neues Kapitel für das Krankenhausgebäude.
Das durch die Kriegsereignisse verwüstete Gebäude wurde von der sowjetischen Armee an die polnische Verwaltung übergeben.
Der Wiederaufbau der medizinischen Versorgung in der Stadt wurde maßgeblich von zwei Ärzten vorangetrieben. Sie organisierten unter widrigsten materiellen Bedingungen den neuen Krankenhausbetrieb in den alten Gemäuern.

In den folgenden Jahrzehnten fungierte die Einrichtung als zentrales Kreiskrankenhaus. Es beherbergte verschiedene Fachabteilungen und war besonders für seine Chirurgie überregional geschätzt.

Im 21. Jahrhundert geriet das Kreiskrankenhaus in erhebliche finanzielle und strukturelle Schwierigkeiten. Um das chronisch defizitäre Krankenhaus zu retten, verkaufte der Landkreis vor rund einem Jahrzehnt an eine private medizinische Aktiengesellschaft. Die erhoffte finanzielle Rettung blieb jedoch aus. Vor rund 10 Jahren meldete die Betreibergesellschaft Insolvenz an. Das medizinische Personal sah sich gezwungen, die Einrichtung zu verlassen, da Gehälter nicht mehr gezahlt werden konnten. Kurz darauf wurde das Krankenhaus endgültig und geschlossen. Seit der endgültigen Schließung steht das Gebäude komplett leer und verfällt zunehmend.

Gießerei

Die Firmengeschichte geht auf das neunzehnte Jahrhundert zurück, als hier eine Maschinenfabrik, Kesselschmiede und Eisengießerei gegründet wurde. Die Fabrik spezialisierte sich auf die Produktion von landwirtschaftlichen Maschinen, Brauereiausrüstung und Kältetechnik. Nach 1945 wurde die Firma verstaatlicht.

In den 1990er Jahren wurde die Gießerei modernisiert geriet aber bald in Schwierigkeiten und wurde zur Abwicklung bestimmt. Die Arbeiter kämpften für den Erhalt des Standortes und wurden dabei auch durch die Gewerkschaft unterstützt. Ende des 20. Jahrhunderts gründete sich dann eine neue Gesellschaft, die auch einen strategischen Investor fand und vor 25 Jahren dann wieder mit der Produktion begann. Diese besuchte Halle wurde scheinbar vor rund 5 Jahren aufgegeben, da hier die Kalender dieses Datum zeigen. Aber es scheint so, als ob hier sogar die Produktion wieder aufgenommen werden könnte. Alles ist noch da und zeigt den Zustand des letzten Arbeitstages.

Silbernaal

Silbernaal war im 19. und frühen 20. Jahrhundert ein hochmoderner Industriekomplex. Was heute wie ein verlassenes Waldstück zwischen Wildemann und Bad Grund wirkt, war einst laut von Pochwerken, Dampfmaschinen und rangierenden Zügen – einer der pulsierenden Wirtschaftsmotoren des Oberharzes.

Der Name „Silbernaal“ leitet sich etymologisch wahrscheinlich von „Silberner Nagel“ ab, was auf die Reinheit und den Reichtum der dortigen Erze hindeutet. Eine lokale Sage erzählt jedoch eine bildhaftere Geschichte: Ein Bergmann soll eine mächtige Silberader entdeckt haben, die sich wie ein Aal durch den Berg wand. Auch wurde berichtet, dass das anstehende Erz im Flussbett der Innerste wie ein Fisch silbrig blinkte.
Das Herzstück der Anlage war der Medingschacht, benannt nach dem hannoverschen Berghauptmann Franz August von Meding. Er wurde 1829 abgeteuft, um den „Silbernaaler Gangzug“ in der Tiefe zu erschließen.

Der Schacht erreichte eine Tiefe von über 500 Metern. Hier wurde 1902 eine der ersten elektrischen Fördermaschinen des Harzes installiert – ein Meilenstein der Technikgeschichte.

Unter Tage war die Grube später mit der Grube Hilfe Gottes (Bad Grund) verbunden. 1923 fusionierten diese Gruben zum Erzbergwerk Grund (Preussag).

Die „Industrie-Kathedrale“

Was den Standort Silbernaal optisch prägte, war die massive Erzaufbereitung, die sich am Hang und im Tal erstreckte. Genau hier schließt sich der Kreis zu Ihrer vorherigen Frage nach den „Kläranlagen“. Das aus dem Medingschacht geförderte Roherz wurde hier mechanisch zerkleinert und gewaschen. Es kamen Pochwerke und später Kugelmühlen zum Einsatz. Das Herzstück der Wasserklärung waren riesige Spitzkästen und Setzmaschinen. Das graue, trübe Prozesswasser wurde in großen Teichen und Becken geklärt, bevor es in die Innerste geleitet wurde.

Mit der Zentralisierung der Aufbereitung im Werk Hilfe Gottes verlor die veraltete Anlage in Silbernaal an Bedeutung. Bereits um 1931 wurde der Betrieb der Aufbereitung in Silbernaal weitgehend eingestellt. Die Gebäude standen fortan leer und verfielen oder wurden abgerissen.

Nach dem Ende des aktiven Bergbaus im Oberharz (die letzte Schicht im Erzbergwerk Grund fuhr 1992) ist Silbernaal heute ein Ort der Industrieruinen und der Naturrückgewinnung. Der Schacht wurde 1967/1986 verfüllt und mit einer Betonplatte verschlossen. Man findet im Wald noch Fundamente der Aufbereitung, Reste von Mauern, verrostete Metallteile und die Ruine des alten Trafohauses/Schalthauses.

 

 

Bahnwerk

Das Bahnwerk war das Herzstück der Eisenbahnlinie, die 1900 eröffnet wurde. Da das Werk geografisch in der Mitte der Strecke lag, bot sich der Standort ideal für die Wartung an. Hier wurden Instandhaltungsarbeiten von Dampflokomotiven, später Dieseltriebwagen und Waggons durchgeführt.

Der Lokschuppen war ausgestattet mit Schmiede, Schlosserei und Gruben für die Unterseite der Fahrzeuge. Wie viele Nebenbahnen litt auch diese Strecke unter dem Strukturwandel. Bereits in den 1960er und 70er Jahren verlor die Strecke an Bedeutung. Mit der schrittweisen Stilllegung der Strecke, besonders nach Schäden an einer Brücke, verlor das Bahnwerk seine Funktion. Teile des Geländes sind verfallen, Schienen sind überwuchert und wurden sogar entfernt, und die Natur erobert sich die Industriebauten zurück. Es gab und gibt immer wieder Bestrebungen von Vereinen, Fahrzeuge zu erhalten oder das Gelände museal zu nutzen.

Abenteuerzug

Dieses Gleis führte einmal zu einem Zementwerk, welches aber schon viele Jahre nicht mehr in Betrieb ist. Dann wurden hier Draisinenfahrten angeboten, bei unserem Besuch war aber hiervon nichts zu sehen. Auch gibt es keine Einträge in den einschlägigen Quellen. Scheinbar sollte der Abenteuerzug hier auch als Unterkunft umgebaut werden, dies ist aber in den Anfängen stecken geblieben. Weiter alte Eisenbahnwaggons warten hier auch auf ein Rettung die aber wahrscheinlich ausbleiben wird, mittlerweile holt sich die Natur diese zurück, was ein kleiner Baum schon erfolgreich getan hat.

 

Kurklinik

Die Klinik war einst das Aushängeschild des Kurviertels. Es fungierte über Jahrzehnte als Sanatorium und Kurklinik. In der Hochphase des deutschen Kurwesens (60er bis 80er Jahre) war das Haus ein gehobenes Ziel für Kurgäste, die zur Erholung und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen kamen.

Mit der großen Gesundheitsreform 1996 brach der Markt für Kuren massiv ein. Viele Häuser gerieten in finanzielle Schieflage. Darauf hin wechselte das Haus mehrfach den Besitzer. Der Klinikbetrieb in diesem speziellen Gebäude wurde schließlich eingestellt.
Nach dem Auszug des Klinikbetriebs wurde das Gebäude teilweise als Hotel oder Apartmenthaus zwischengenutzt, doch die Investitionen blieben aus. Seit vielen Jahren steht der Komplex nun komplett leer. Vandalismus, Wasserschäden und der natürliche Verfall haben das Gebäude gezeichnet.

Heute steht das Gebäude oft in der Kritik, da es als „Schandfleck“ direkt am Eingangsbereich der Kurzone wahrgenommen wurde. Es gab diverse Pläne, wie etwa Abriss um Platz für moderne Hotels oder Wohnanlagen zu schaffen. Mehrere Investoren versprachen Großprojekte, doch bisher scheiterten diese Pläne meist an der Finanzierung oder den enormen Sanierungskosten.

Städtische Klinik

Die ehemalige Klinik thront markant über der Stadt und ist heute ein Mahnmal für den Strukturwandel im Gesundheitswesen. Die Klinik wurde in den 1960er Jahren errichtet, einer Zeit, in der Ort als Kurstadt florierte. Der Bau ist typisch für die funktionale Krankenhausarchitektur der Nachkriegszeit – ein massiver Betonkomplex, der auf maximale Effizienz ausgelegt war. Als Krankenhaus stellte es die medizinische Grundversorgung für die Region sicher und war einer der größten Arbeitgeber der Stadt.
Mit der Jahrtausendwende geriet das Haus zunehmend unter Druck. Die Gründe waren vielfältig, Kleine Krankenhäuser hatten es schwer, gegen große Klinikkonzerne zu bestehen. Das Abrechnungssystem machte kleine Standorte oft unrentabel. Nach mehreren Betreiberwechseln konnte der Betrieb nicht mehr aufrechterhalten werden. Zu Beginn der 2000 Jahre kam schließlich das endgültige Aus. Heute regiert hier der Vandalismus, fast alle Fensterscheiben wurden eingeworfen, Innenwände mit Graffiti besprüht und Leitungen aus den Wänden gerissen.

Es gab immer wieder Pläne – von Luxus-Seniorenresidenzen bis hin zu Wellness-Hotels. Bisher scheiterten alle Vorhaben an den immensen Sanierungs- oder Abrisskosten.

Freizeitzentrum

Über dieses Freizeitzentrum können wir nichts heraus finden.
Aber es muss vor über 30 Jahren geschlossen worden sein, das zeigen die Haltbarkeitsstempel auf dem Getränken. Der Verfall ist größtenteils natürlich und alles ist hier feucht. Man kann sich gut vorstellen wie früher hier Leben geherrscht hat und sich die Leute in der Kegelbahn, beim Billard, im Schwimmbad, auf den Tennisplätzen oder einfach nur im Restaurant die Zeit vertrieben.

Keramikfabrik

Die Geschichte beginnt mit dem Verlust Keramik-Imperiums der Familie im Osten Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Die beiden Brüder begannen bei Null im Westen. Nach 1845 begann die Fertigung mit einfachsten Mitteln, zunächst vor allem Gebrauchsgeschirr, das in der Nachkriegszeit dringend benötigt wurde.

In den folgenden Jahren entwickelte sich die Keramikfabrik zu einem der bedeutendsten Namen der Branche. Besonders die experimentellen Glasuren machten die Marke weltbekannt. Nach den goldenen Jahren begann ab 1970 der Abschwung, Billigimporte aus dem Ausland und ein sich radikal ändernder Einrichtungsgeschmack setzten der Firma zu. Bald meldete das Unternehmen erstmals Konkurs an. Es folgten verschiedene Rettungsversuche und Umfirmierungen, wobei die Produktion jedoch stetig schrumpfte. Mitte der 1980er Jahre wurde der Betrieb an diesem Standort endgültig eingestellt. Seit der Schließung stehen die Gebäude leer. Die Natur eroberte sich das Gelände zurück, und Vandalismus sowie der Zahn der Zeit verwandelten die einst stolze Fabrik in eine Ruine.

Kurhotel

Die Geschichte des Kurhotels ist untrennbar mit dem Aufstieg des Ortes zum bedeutenden Heilbad verbunden. Als eines der allerersten Kurhäuser wurde es Ende des 18. Jahrhunderts errichtet und bildete zusammen mit dem benachbarten Kurhaus das architektonische und gesellschaftliche Herzstück des Ortes.

Es war mehr als nur eine Unterkunft; es war ein Statussymbol. Wer im hier logierte, gehörte zur gehobenen Gesellschaft, die zur Kur hierher reiste, um die Heilbäder zu nutzen.

Das ursprüngliche Fachwerkgebäude ist bis heute ein prägendes Element. In späteren Jahren (insbesondere im 20. Jahrhundert) wurde das Haus massiv erweitert und modernisiert. Es entstand ein weitläufiger Hotelkomplex, der den historischen Charme mit den Annehmlichkeiten eines modernen Wellnesshotels verband. Es gab Schwimmbad, Saunalandschaft, Kegelbahn und einen Ballsaal für Festlichkeiten.

Trotz seiner exklusiven Lage direkt am Kurpark und Investitionen in Millionenhöhe konnte sich das Hotel dem allgemeinen Strukturwandel der deutschen Kurorte nicht entziehen und musste vor kapp 10 Jahren endgültig schließen. Danach gab es Pläne, den Komplex in eine Pflegeeinrichtung umzuwandeln, doch das wurde nicht umgesetzt.
Heute soll das Hotel zwangsversteigert werden, es bleibt zu hoffen das hier neues Leben einzieht.